Sonntag, 20. Januar 2013

::: Rezension: Spiegelschatten ~ Monika Feth (Hörbuch) :::


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Spiegelschatten

·  Autor: Monika Feth
·  Sprecher: Katja Danowski, Aleksandar Radenkovic, Jürgen Uter, Jacob Weigert
·  Medium: 6 CDs (Laufzeit 07h 26min)
·  Verlag: Goya libre (2012)
·  ISBN: 978-3-8337-3013-9
·  Genre: Jugendthriller
·  Preis: 19,99 Euro 





Reiheninfo:
(2) Spiegelschatten




Kurzbeschreibung des Verlages

Er kennt seine Opfer, doch wer kennt ihn? Ein Mörder geht um im Raum Köln/Bonn. Seine Opfer sind allesamt junge Männer. Als Romy Berner, Volontärin beim KölnJournal, mit der Recherche beauftragt wird, muss sie feststellen, dass alle Toten dem Freundeskreis ihres Zwillingsbruders Björn angehörten - und dass der Mörder ihr näher ist, als sie ahnt ...

"Spiegelschatten" wird atemberaubend spannend und einfühlsam gesprochen von Katja Danowski, Jürgen Uter, Aleksandar Radenkovic und Jacob Weigert.

Das gleichnamige Buch ist im Verlag cbj erschienen.


Ankas Geblubber

Nachdem ich mich schon so manches Mal an der Seite von Monika Feths Heldin Jette in ein spannendes Abenteuer gestürzt hatte, wollte ich auch ihre neue Protagonistin Romy kennen lernen, die hier bereits in ihrem zweiten Fall "ermittelt". Dass es nicht ihr 1. Fall ist, fällt gar nicht weiter auf. Ich bin beim Hören sogar fest davon ausgegangen, dass es sich bei "Spiegelschatten" um den ersten Romy-Thriller handelt und erst bei den Recherchen nach dem Hören wurde ich auf die richtige Reihenfolge aufmerksam. Somit ist es also nicht notwendig, "Teufelsengel" zu kennen, "Spiegelschatten" ist eine in sich abgeschlossene Geschichte.

Zusammen mit dem aus der "Jette-Reihe" bekannten Kommissar Bert Melzig verschlägt es den Zuhörer nun vom Land in die Städte Köln und Bonn. Dort arbeitet Romy Berner als Volontärin beim KölnJournal. Sie lebt in einer kleinen, gemütlichen Wohnung, hat einen Freund und ein enges Verhältnis zu ihrem Zwillingsbruder Björn. In diesen Tagen braucht Björn die Unterstützung seiner Schwester mehr denn je, denn ein Mörder geht in der lokalen "Schwulen-Szene" um. Björn kennt alle Opfer, war mit ihnen befreundet und macht sich nun Sorgen um seinen Freund Maxim und sich selbst.
Romy soll für das KölnJournal berichten, stürzt sich in ihre Recherchen und kommt dem Täter dadurch gefährlich nahe...

Dieser neue Jugendthriller von Monika Feth hat mir wieder außerordentlich gut gefallen. Ich mag es sehr, wie sie aus vielen verschiedenen Perspektiven erzählt und somit jedem Charakter Leben einhaucht. Mal recherchieren wir an Romys Seite und schauen ihr über die Schulter, während sie ihre Gedanken in ihr "Schmuddelbuch" schreibt, mal stehen wir zusammen mit Björn und Maxim den Kommissaren machtlos gegenüber, während sie uns erzählen, dass es ein weiteres Opfer zu beklagen gibt, mal tauchen wir tief in die kaputte Seele des psychisch-kranken Mörders ein und wieder ein anderes Mal erleben wir die letzten Minuten der Opfer, bevor diese kaltblütig ermordet werden. So fiel es mir sehr leicht, zu den einzelnen Charakteren einen Bezug aufzubauen. Romy war mir zwar nicht so sympathisch wie zuvor Jette, doch auch in sie konnte ich mich gut hineinfühlen. Björn habe ich ganz besonders ins Herz geschlossen, während mir Maxim von Anfang an etwas suspekt war.

Um die verschiedenen Perspektiven noch deutlicher unterscheiden zu können, wurden ihnen verschiedene Stimmen verliehen. Besonders gefreut hat mich, dass sich mein Lieblingssprecher Aleksandar Radenkovic wieder mit der Stimme des Mörders austoben durfte ~ da ist Gänsehaut vorprogrammiert. Ihm gelingt es wiedermal hervorragend, die Härte, die Verletzlichkeit und die kranken Gedanken des Bösen zu transportieren, sodass ich stellenweise die Luft anhalten musste.

Die Suche nach dem Mörder nimmt natürlich einen großen Raum ein, trotzdem lässt Monika Feth ihren Charakteren genug Platz für ihre Alltagssorgen, sei es nun Liebeskummer oder unausgesprochener Neid am Arbeitsplatz. So gelingt es ihr, die Protagonisten noch authentischer und echter wirken zu lassen, so als hätten wir es hier mit dem jungen Mädchen aus der Wohnung gegenüber zu tun.

Besonders positiv ist mir aufgefallen, wie respektvoll und sensibel sich die Autorin mit dem Thema Homosexualität auseinandergesetzt hat. Mit Romy hat sie Björn eine wundervolle, verständnisvolle und tolerante Schwester an die Seite gestellt. Eine schöne Botschaft an ihre Leser/Zuhörer.

Obwohl ich mir ziemlich schnell denken konnte, wer hinter den Morden steckt, hat mich die Geschichte gefesselt und bis zum Ende gespannt zuhören lassen. Schon jetzt freue ich mich auf den nächsten Romy-Thriller! Übrigens gab es in "Spiegelschatten" auch ein kurzes Wiedersehen mit Jette. Süß, wie sich die zwei Protagonistinnen kennengelernt haben - ich bin gespannt, ob sie vielleicht zukünftig mal zusammen ermitteln werden?! 

"Spiegelschatten" ist ein spannender, gut ausgeklügelter Jugendthriller mit besonders nahbaren Charakteren und einem packenden Finale, der mich aufgrund der außerordentlich gut gelungenen Interpretation der Sprecher in seinen Bann gezogen, mitgerissen und am Ende berührt zurückgelassen hat.

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Kommentare:

  1. Hallo Anka.
    In etwa ein ähnliches Vergnügen gönne ich mir jede Woche, wenn zur Höspielzeit im Radio einen Krimi kredenzt wird. Das breite Spektrum von hardboiled bis satirisch. Klassiker aus dem Archiv wie neue Produktionen. In der Regel eine interessante Stunde.

    bonté

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    1. Hallöchen RoM,
      stimmt, davon hast du mal erzählt. Wollte ich schon längst mal reingehört haben. Danke für den Reminder.
      Schönes Wochenende,
      Anka

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  2. Oh, dann kann ich jetzt endlich jemanden fragen, ohne zu spoilern, hmm, wobei es immer noch schwer auszudrücken ist.

    Man kennt den Mörder ja schon, bevor man weiß, dass er der Mörder ist. Wie ist das denn stimmentechnisch beim Hörbuch geregelt? Würden beide (also der bekannte und der unbekannte Mörder) mit der gleichen Stimme gelesen, wäre das ja sehr schwierig, weil viel zu leicht zu durchschauen. Aber verschiedene Stimmen fände ich auch komisch.

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    1. Hallo Tine,

      eine interessante Frage. Diese kleine "Schwierigkeit" wurde im Hörbuch sehr gut gelöst. Es gibt zwar 2 verschiedene Stimmen, aber das ist ja auch richtig so, da der Mörder ja quasi auch 2 Stimmen hat. Weißt du was ich meine? Ich mag hier jetzt nicht zu viel verraten. Schick mir einfach eine Mail an ankas-geblubber [ätt] gmx.de - da können wir uns glaub einfacher und hemmungsloser austauschen.

      Liebe Grüße
      Anka

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    2. Hach, ich hab die Antwort zwar sofort gelesen, aber irgendwie noch nicht reagiert.

      Ja, ich weiß, was du meinst. Gut, denn ansonsten wäre das ja auch doof gewesen. :)

      Liebe Grüße, da du jetzt endlich mal in meinem Bloroll gelandet bist, komm ich jetzt wohl öfter vorbei. :)

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    3. Hallo Tine,

      vielen lieben Dank fürs Aufnehmen in deine Blogroll. Ich habe dich auch direkt in meine gesetzt und freue mich auf den nächsten Besuch bei dir.

      Liebe Grüße
      Anka

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