Freitag, 31. Januar 2014

[Wir lesen] Das Schicksal ist ein mieser Verräter ~ John Green // 4. Meilenstein



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Kurzbeschreibung des Buches
„Krebsbücher sind doof“, sagt die 16-jährige Hazel, die selbst Krebs hat. Sie will auf gar keinen Fall bemitleidet werden und kann mit Selbsthilfegruppen nichts anfangen. Bis sie in einer Gruppe auf den intelligenten, gut aussehenden und umwerfend schlagfertigen Gus trifft. Der geht offensiv mit seiner Krankheit um. Hazel und Gus diskutieren Bücher, hören Musik, sehen Filme und verlieben sich ineinander - trotz ihrer Handicaps und Unerfahrenheit. Gus macht Hazels großen Traum wahr: Gemeinsam fliegen sie nach Amsterdam, um dort Peter Van Houten zu treffen, den Autor von Hazels absolutem Lieblingsbuch. Ein tiefgründiges, emotionales und zugleich freches Jugendbuch über Krankheit, Liebe und Tod.

Quelle: Hanser Verlage




4. Meilenstein: Kapitel 16 - Schluss

Nachdem wir unsere Tränen getrocknet hatten, wollte ich trotzdem noch einmal einen Blick zurück auf das Gelesene werfen und wissen, wie den Teilnehmerinnen der Leserunde das Buch gefallen hat...

Fraencis: Als ich mit dem Buch anfing, dachte ich ehrlich gesagt die ganze Zeit, dass Hazel diejenige wäre, die stirbt. Doch als dann Gus’ erneute Erkrankung in Spiel kam, war auch für mich klar, dass er das tragische Ende nehmen wird. Als es dann soweit war, fühlte ich mich trotz allem nicht darauf vorbereitet und musste einige Male schlucken. Mein berührenster Moment in diesem Buch war definitiv, als Hazel vom Letzten Guten Tag erzählte – im Allgemeinen und im Besonderen von Gus’ Letztem Guten Tag.
Gus und Hazel waren zwei Protagonisten, die mich berührt haben, mit denen ich lachen durfte, und auch weinen. Die sarkastische Art von Hazel, der Galgenhumor, den die beiden sich teilen, und Gus’ Vorliebe für Metaphern waren Charakteristika, die dazu führten, dass ich beide sofort in mein Herz schloss.
Man denkt vor dem Lesen daran, dass das Ende dieses “Krebsbuches” sicherlich sehr traurig sein wird, aber ich fand das Ende sehr schön und passend. Dieser Liebesbrief, der doch kein richtiger war, hat mich nochmal gepackt und bewegt.
Fazit: Ich bereue keineswegs, dieses Buch jemals in die Hand genommen zu haben! Es ist mit Abstand das schönste Buch, welches ich dieses Jahr lesen durfte.

Isabell: Ich habe es geschafft. Zum zweiten Mal. Und ich bin komplett verheult. Das Buch hat mich beim zweiten Mal genauso berührt, wie beim ersten Mal. 
John Green hat wirklich das Talent, Charaktere zu erschaffen, die man sofort ins Herz schließt und das Talent Hoffnungen zu zerstören. Beim ersten Mal lesen hofft man wirklich, dass es ein Happy-End für Hazel und Gus gibt, aber das gibt es nicht. 
Die Vorbeerdigung fand ich total schön und John Green hat den Spagat zwischen dieser und der richtigen Beerdigung gut geschafft, denn nicht läuft so, wie man es plant.
Und was mir jetzt erst so richtig aufgefallen ist, dass das Buch, wie das von Peter van Houten, mittendrin endet. Nach dem letzten Brief von Gus. Man würde wirklich gerne wissen, wie es weiter geht mit Hazel, ihrer Familie, Isaac und der Familie von Gus, so wie Hazel wissen wollte wie es mit dem Tulpenhändler und Annas Mutter weitergeht. Und auch mit dem Hamster. Nur wir werden es nicht erfahren und können uns wie Hazel darüber den Kopf zerbrechen.

Joy: Ich habe dieses Buch beendet. Soviel dazu. Ob ich es mag und wie ich es finde weiß ich ehrlich gesagt nicht... Das klingt total bescheuert, ich weiß, aber irgendwie habe ich keine Meinung zu dem Buch. Es ist wahnsinnig traurig, bedrückend, beklemmend und angsteinflößend, jedoch auch lustig, witzig, intelligent und mutmachend. Daher wollte ich auch zu jeder Zeit weiterlesen, aber als ich das Buch beendet hatte, war die Geschichte auch irgendwie vorbei. Ich weiß nicht genau, wie ich es beschreiben soll, aber mir fehlt einfach der "Nachhall", der mich auch noch an das Buch denken lässt, wenn die Geschichte schon lange gelesen ist. Deshalb bin ich alles in allem nur mäßig begeistert.

Chia: Das Peter persönlich betroffen ist, war schon irgendwie klar. Ich finde es aber gut, dass er seine Fehler am Ende einsieht. Was schade ist, dass die Grabreden nicht so gehalten wurden, wie auf Gus Vorbeerdigung. Das Ende kam schnell und war irgendwie zu erwarten.


Anja: Oh Nein! Der Urlaub ist zu lang und das Buch zu kurz. Ich bin jetzt fertig und noch ganz überwältigt. Möchte auch nicht zu viel sagen, denn (Zitat aus dem Buch) "das Geschrieben begräbt". Morgen werde ich wohl eine Rezension schreiben. Natürlich begleite ich euch aber gerne weiter bei der Diskussion und dem Austausch über das Buch.
Eigentlich spiegeln diese Zwischenfazits auch ganz gut meine Gesamtmeinung. Mir hat das Buch wirklich sehr gut gefallen. Es profitiert von einem erstklassigen und so wunderbar sarkastischen Schreibstil, der gleichzeitig einen ehrlichen Umgang als auch eine möglichst offene und lockere Herangehensweise an das Thema ermöglicht. Die Charaktere sind so liebenswürdig und ihr Schicksal ist wirklich ein mieser Verräter ihrer Liebe, das ging mir sehr ans Herz. Was mir jedoch nicht so gefallen hat waren die letzten Kapitel, die sich für mich leider etwas gezogen haben. Ich hätte gerne über andere Teile der Geschichte mehr gewusst und dafür das Ende ein bisschen gekürzt. Alles in allem kann und will ich aber keine große Kritik an Hazels Geschichte üben, sie hat mich wirklich berührt.

Jade: Puh, was soll ich nun noch sagen? Alles im Leben ist Leiden.
Irgendwie hat mich dieses Buch zudem sehr an Schopenhauer und seine vorläufige und endgültige Befreiung des Willens aus seinem Werk "Die Welt als Wille und Vorstellung" erinnert. Dort geht es schließlich auch darum, dass der Mensch dadurch, dass er an den Willen gebunden ist, auch an das Leiden gebunden ist.

Katja: Puh - mich hat das Ende des Buches total umgehauen. Ich konnte es einfach in diesem letzten Meilenstein nicht mehr aus der Hand legen, weil ich einfach wissen wollte, wie es weitergeht.
Ich brauchte nach dem Ende des Buches auch erstmal ein paar Stunden um das alles setzen zu lassen. Ich meine, in diesem paar Seiten (Kapitel 16 beginnt auf Seite 215 und das Ende ist auf 284) ändert sich praktisch die Gefühlswelt fast auf jeder Seite.
Da gibt es Moment, die einfach nur schön und herzlich sind und dann knallt da wieder die Realität rein und man sieht wieder, wie hart das alles ist und was auf einen zukommt.
Ich habe so wahnsinnig mitgelitten - und ich bin wirklich niemand, der wegen eines Buches weint, aber in diesem Fall war es so. Danke mal an alle, die mir zu Taschentüchern geraten habe, ich habe sie echt gebraucht.
Die Idee mit der Vorbeerdigung mag vielleicht etwas makaber anmuten, aber ich kann Gus´s Anliegen daran verstehen, immerhin möchte er wissen, was sowohl Hazel als auch Isaac sagen werden, obwohl das sicher mehr lustig als alles andere wird. Aber Gus verbringt dadurch einen letzten schönen Tag und das ist wichtig - nicht nur für ihn, sondern auch für Hazel und Isaac.
Hazel ist in diesem Moment so wahnsinnig stark - sie erlebt praktisch das Schlimmste, was sie sich vorstellen kann - Gus stirbt und das vor ihr. Ich glaube, sie wollte gerne, dass er auf ihrer Beerdigung spricht und nicht das die Rollen vertauscht werden und sie auf seiner Beerdigung sprechen soll.
Aber sie meistert das - sie hält eine wirklich schöne Rede und schafft es sogar dadurch, dass Gus irgendwie trotzdem an seiner eigenen Beerdigung teilnehmen kann.
Oh, ich hätte Peter Van Houten schon wieder eine zimmern wollen - wie kam man nur so unsenible sein. Der Mann ist echt eine Plage, aber der hat in gewissen Momenten recht - das Leben ist nicht fair und es passiert ständig, dass jemand stirbt. Trotzdem muss er mit seinem eigenen Schicksal niemanden anderen das Leben versauen, das ist wirklich nicht fair.
Ich finde auch die Wendung in Hazels Familie schön - nicht nur, dass die Mutter ein Studium macht und sich so praktisch nicht nur um Hazel kümmert, wie es in dem gesamten Buch den Eindruck macht, sondern auch der Vater rückt mehr in das Familienbild unf wird präsent. So zeigt sich, dass sich beide
Gus hat sogar noch an Hazel gedacht und wollte, dass Peter Van Houten die Grabrede für Hazel aus seinen Worten schreibt - ein wahnsinnig großer Liebesbeweis, der zeigt, dass Gus seine letzte Kraft aufgeboten hat um Hazel es auf ihrer Beerdigung noch schön zu machen.
Jetzt heule ich fast schon wieder. Es ist einfach ein Buch, dass einen mitnimmt und wahrscheinlich nicht mehr los lässt.

Nezumi: Schreiben begräbt, es erhält nicht am Leben. Okay.

Meine abschließenden Worte: Nun kann ich das Buch zuschlagen und DAS SCHICKSAL IST EIN MIESER VERRÄTER als intensive und tränenreiche Leseerfahrung verbuchen. Eine Geschichte, die aufwühlt, die traurig macht, die wütend macht, die einen stellenweise auflachen lässt, die nachdenklich stimmt, die einen ohnmächtig zusehen lässt, die einen auffordert das Leben zu genießen, die einem Mut macht, die uns die Größe von kleinen Menschen demonstriert, die einen fertig machen kann... und doch lustig ist.
Ich werde euch vermissen, Hazel & Gus... okay?

Vielen Dank an alle Teilnehmerinnen, die unsere [Wir lesen]- Leserunde so lebhaft mitgestaltet haben!

Rückblick auf die einzelnen Meilensteine:

1. Meilenstein: Kapitel 1 - Kapitel 4
2. Meilenstein: Kapitel 5 - Kapitel 10
3. Meilenstein: Kapitel 11 - Kapitel 15
4. Meilenstein: Kapitel 16 - Ende


Kommentare:

  1. Schon so lange steht dieses Buch auf meiner Wunschliste und leider, leider hab ich es immer wieder zu Gunsten eines anderen nach hinten wandern lassen :-/ Jetzt werde ich es wirklich mal kaufen und lesen.

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    1. Ja, es lohnt sich auf jeden Fall! Bald kommt ja die Verfilmung ins Kino.
      Das Buch steht übrigens gerade in meinem Tauschregal. Schau mal, falls du Interesse hast :)

      Liebe Grüße
      Anka

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