Montag, 10. August 2015

Männerbücher vs. Frauenbücher

In einem meiner letzten Wochengeblubber hat Martin aka Buchwellenreiter das Thema "Männerbücher vs. Frauenbücher" in die Runde geworfen.
Gibt es explizite Frauen- oder Männerbücher? Was macht ein typisches Frauenbuch aus? Können diese nicht auch von Männern gelesen werden? Welche Männerbücher gibt es und warum fallen uns nicht sofort eine Handvoll Beispiele ein? 
Viele Fragen, die es sich lohnt, genauer unter die Lupe zu nehmen. Wie steht ihr zu diesem Thema? Gibt es typische Frauen- und Männerbücher? Darf man einen Liebesroman gleich pauschal als Frauenroman betiteln? Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr euch an dieser Diskussion beteiligt. Im Wochengeblubber selbst haben sich bereits einige Blubberfreunde zu Wort gemeldet:



Es ist mir schleierhaft, warum Krimis, Thriller und Horrorromane als "Männerbücher" betitelt werden. Ich kenne jede Menge Frauen, die total auf Bücher dieser Genre stehen. Auch ich selbst lese sehr gerne Thriller. Wie du schon sagst, gibt es jedoch viel weniger Männer, die zu einem "Chicklit"-Roman greifen würden. Warum ist das so? Und was macht einen Frauenroman zu einem Frauenroman? "Eine Story, in der vier Frauen typische Frauenabenteuer erleben" kann für euch Männer anstrengend sein, sagst du. Gibt es denn zu dieser Story mit vier Frauen und ihren Frauenabenteuern auch ein männliches Pendent? Wem fällt eines ein?
Richtig, hier kann und sollte man nicht pauschalisieren, aber ich verstehe was du meinst und finde es spannend, deine Meinung zu diesem Thema zu lesen.


Hmmm, lasst uns mal überlegen. Was könnte denn ein "typisches Männerbuch" sein? Vielleicht ein Western à la "Winnetou" oder eher ein humorvoller Roman wie "Linksträger" von Tim Boltz? Wie sieht es mit den Horror-Romanen von Stephen King aus? Nein, ich könnte jetzt von keinem behaupten, dass es sich um ein typisches Männerbuch handelt. 
Du hast recht, die Vorstellung, in der Bahn einem Mann gegenüber zu sitzen, der einen Roman von Rosamunde Pilcher liest, ist doch eher befremdlich, wobei dies nun ein recht krasses Beispiel ist. Ich kenne durchaus Männer, die gute Liebesromane zu schätzen wissen. Wie schaut es hier z.B. mit Nicolas Barreau aus? Liebesromane mit männlichen Protagonisten, die auch so einige männliche Fans haben. Liegt das vielleicht daran, dass wir es mit einem männlichen Helden zu tun haben?
Liebesroman scheint also nicht gleich Liebesroman zu sein. Aber was macht einen Liebesroman zu einem typischen Frauenroman?


Gibt es Bücher NUR für Frauen oder NUR für Männer? So pauschal gesagt natürlich nicht ... oder vielleicht doch? Natürlich steht es jedem frei, sich sein Buch selbst herauszusuchen und schlussendlich selbst zu entscheiden, was man lesen möchte. In den meisten Buchhandlungen ist das Sortiment nach Genre sortiert. Es gibt Reiseliteratur, Spannung, Esoterik, Jugendbücher (...) und in einigen Buchhandlungen auch "Frauenromane". Liebe Buchhändler oder liebe Verlage, woran macht ihr es fest, dass ihr ein Buch in dieses Regal stellt? Welche Kriterien muss ein Buch erfüllen, dass es hier zu finden ist? Wie ist es für einen Mann in diesem Regal zu stöbern? 
Ein Buch, das in diesem Regal zu finden ist, trägt ganz offensichtlich den Stempel "Frauenbuch" - doch dieser kann - wie Illaris bekräftigt - auch abschreckend sein. 
Also noch mal die Frage: Was ist ein Frauenbuch? Was verbindet man mit einem typischen Frauenbuch?


Noch ein interessanter Ansatz. An wen denken Autoren, wenn sie ihre Bücher schreiben? Haben sie direkt ihre Leserinnen oder Leser vor Augen? Gibt es Autoren, die speziell für Frauen oder für Männer schreiben?
Stimmt es, dass es mehr lesende Frauen als lesende Männer gibt? Woran liegt das? Und warum bloggen so vielen Frauen und so wenig Männer? Das sind Fragen, die ich nicht beantworten kann und die ich ebenfalls gern in die Runde werfen würde.
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Liebe Blubberfreunde, nun seid ihr dran! Es würde mich riesig freuen, wenn ihr euch aktiv an dieser Diskussion beteiligt und mir eure Meinung zum Thema hinterlasst. Wie steht ihr überhaupt zu solchen Beiträgen, die zum Austausch und zur Diskussion einladen? 

Ich freue mich auf eure Kommentare!


Blubbert mit mir!
    


Kommentare:

  1. Huhu Anka :)

    Über die Frage habe ich mir noch nie Gedanken gemacht, ist aber mal eine Diskussion wert.

    Wenn ich das Wort "Frauenbücher" höre, denke ich als erstes an Chicklit. Wobei ich auch Männer kenne, die das gelesen haben und auch gut fanden. Bei "Männerbüchern" fielen mir als erstes Bücher in der Art von Dan Brown ein - obwohl das ja auch viele Frauen lesen, ich habe auch Bücher in dieser Art bei mir stehen.

    Ich denke, das hängt viel mit den persönlichen Vorlieben zusammen. Vielleicht wie bei Kinofilmen: Der neueste Matthias Schweighöfer-Film wird als Frauenfilm betitelt, der neueste Action-Film als Männerfilm. Aber wenn man sich den Kinosaal ansieht, findet man in jedem Film sowohl Männer als auch Frauen. Wahrscheinlich kommt es ganz darauf an, ob man selbst eher auf lockere Unterhaltung oder Spannung steht.

    Vielleicht spielen da auch viele Klischees eine Rolle - Frauen stehen auf rosa, dann wird das Chicklit-Cover rosa, also ist es ein Frauenbuch. Oder so ähnlich. Ich kann mir vorstellen, dass die Männer dann ein wenig abgeschreckt sind. Das bin ich allerdings auch und ich bin ja kein Mann ;)
    Und schaut man sich die Rezensionen der männlichen Blogger an, finden sich da ja auch einige "unmännliche" Bücher.

    Ich denke, es gibt also gar keine direkten Frauen- und Männerbücher. Vielleicht ist der Leseranteil der Frauen bei Chicklit einfach höher und deshalb spricht man mit Aufklebern wie "Frauenroman" eben die größere Zielgruppe an. Wäre ja auch nachvollziehbar. Aber ob sie nur für Frauen sind? Ich denke nicht. Ich selbst könnte auch kein Buch lesen, das über und über mit Klischees über dusselige Frauen gefüllt ist.

    Liebe Grüße
    Miriam

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  2. Guten Morgen Anka,
    Wenn ich über das Thema nachdenke kommen mir erstmal klassische "Männer"-Bücher wie Romane von Tommy Jaud, oder klassische Frauenromane wie z.B. "Pinguinwetter" oder "Laugenweckle zum Frühstück" in den Sinn. Bei den Romanen habe ich das Gefühl, dass die Protagonisten das Männer / Frauenklischee erfüllen. Bei den Tommy Jaud Büchern ist es meist ein Mann, der scheinbar egoistisch daherkommt, seine Freundin verletzt, es aber nicht versteht, weil er ihr ja eigentlich was Gutes tun möchte und sie ihn ja angeblich nicht versteht.
    Bei den oben genannten Frauenromanen sind es meist verpeilte, oder frustrierte Frauen, auf der Suche nach der Liebe des Lebens...(?). Ich denke nach ungefähr diesem Muster teilt die Buchbranche die Romane ein. Egal, ob es die potentielle Zielgruppe anspricht.

    Was das eigene Leseverhalten betrifft, hängt es aber aus meiner Sicht größtenteis vom Alter der Leser ab. Wenn ich meinem nicht lesebegeistertem Bruder wieder einmal ein Buch für die abzuleistende Buchvorstellung in der Schule empfehlen sollte, habe ich versucht Bücher zu finden, in denen der Protagonist ebenfalls ein Junge ist, weil ich davon ausgegangen bin, dass er es interessanter findet, zu lesen, was Jungs erleben, anstatt in die Gefühlswelt irgendwelcher Mädchen eintauchen zu müssen. (Letztendlich wurde es dann doch "Fear Street" und ein halb gelesener Potter-Band :-).
    Je älter man wird, desto mehr interessiert man sich für andere Sichtweisen von daher denke ich, dass das Genre ab einem gewissen Alter völlig egal ist und auch Männer zu Frauenromanen greifen können bzw. das Genre sowieso von jedem etwas anders definiert wird.

    Nun noch zu der Frage warum es unter den Buchbloggern wenig Männer gibt: Während ich den Eindruck habe, dass Frauen sehr gerne diskutieren, oder Verhalten besser verstehen / erfassen wollen, erlebe ich, dass viele Männer oft einfach zum Punkt kommen wollen und keine Lust haben eine halbe Stunde über einen Roman zu diskutieren, weil sie es einfach sinnfrei finden. Das was für viele Frauen der gute Roman, oder die tägliche Soap ist, ist für Männer der Fußball. Da wird dann rauf und runter diskutiert, erörtert und mitgefiebert (und sogar relativ aktiv gebloggt).
    (Hier berufe ich mich auf die Diskussionen mit meinem Bruder und mache darauf aufmerksam, dass es natürlich auch Unterschiede gibt :-) ).
    viele Grüße
    Emma

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  3. Hallo Anka,

    mit Frauen- bzw. Männerbüchern ist es doch das gleiche wie mit allem anderen auch. Die Gesellschaft macht aus einem Buch ein Frauen- oder eben ein Männerbuch. Während es vielleicht noch tolleriert wird, wenn Frau ein Buch aus dem Zeitgeschehen liest (1. oder 2. Weltkrieg), aber es schon irgendwie "herablassend" betrachtet wird, wenn ein Mann einen Nora Roberts Roman liest. Geht doch in der Kindheit schon los. Mädchen wenn mit Autos spielen ist das keine große Sache, aber wehe, der Bub will ne Puppe...

    In diesem Sinne, lest was ihr wollt, und worauf ihr Lust habt und lasst euch nichts vorschreiben. :D

    Liebe Grüße

    Rea

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