Montag, 4. April 2016

Rezension | Tu es. Tu es nicht | S.J. Watson | #Thriller

· Titel: Tu es. Tu es nicht.
· Originaltitel: Second Life
· Autor: S.J. Watson
· Medium: Klappbroschur (480 Seiten)
· Verlag: Fischer Scherz (Juli 2015)
· ISBN: 978-3-651-00009-4
· Genre: Thriller
· Tags: London, Sehnsüchte, Schwester, Affäre
· Preis: 14,99 Euro




K U R Z B E S C H R E I B U N G

Sie liebt ihren Mann. Und ist besessen von einem Fremden.
Sie ist eine gute Mutter. Und würde ihre Familie aufgeben.
Sie weiß, was sie tut. Und gerät außer Kontrolle.
Sie lebt zwei Leben. Und kann beide verlieren.

Julia führt ein scheinbar gesichertes Leben mit Mann und Sohn in London. Da wird ihre Schwester brutal ermordet. Julia begibt sich auf eine gefährliche Suche – und gerät unaufhaltsam in den Sog des Verbrechens und der Vergangenheit.
Textquelle: Fischer Verlage

B U C H T R A I L E R



A N K A S   G E B L U B B E R

"Tu es. Tu es nicht." ist der zweite Thriller des Autors S.J. Watson, der mit seinem Debüt "Ich. Darf. Nicht. Schlafen" direkt einen Bestseller gelandet hat. Dieser wurde zwischenzeitlich sogar mit den Schauspielern Nicole Kidman und Colin Firth in den Hauptrollen verfilmt. Ich selbst habe "Ich. Darf. Nicht. Schlafen" noch nicht gelesen, sondern ganz rebellisch zuerst zu seinem Nachfolger gegriffen.

Dass S.J. Watson einiges von seinem Handwerk versteht, durfte ich gleich zu Beginn feststellen. Die ersten Seiten lasen sich weg wie nichts. Innerhalb kürzester Zeit war ich mittendrin in Julias Geschichte.
In meiner Jugend war ich ein großer Fan von den spannenden Romanen der kanadischen Autorin Joy Fielding. Beim Lesen von "Tu es. Tu es nicht." fühlte ich mich an diese Bücher bzw. die für mich sehr berauschende Lesezeit erinnert. Auch hier steht eine Frau im Mittelpunkt, die eigentlich ein glückliches Leben zu führen scheint. Zusammen mit ihrer Familie lebt sie in London. Ihr Mann Hugh ist ein angesehener Chirurg, ihr Adoptivsohn Connor entwickelt sich prächtig und sie selbst kann ihrer Passion, dem Fotografieren, nachgehen - wenn auch nicht so leidenschaftlich wie früher. Aus dem "Früher" seiner Protagonistin macht S.J. Watson anfangs noch ein Geheimnis und lässt nur hin und wieder kleine Erinnerungen einfließen. Dass Julia eine bewegte Vergangenheit hat, ist uns Lesern jedoch von Anfang an klar.

Julias aktuell sehr angenehmes Leben wird mit der Nachricht vom überraschenden Tod ihrer Schwester Kate ins Wanken gebracht. Während die zwei Schwestern früher ein sehr gutes Verhältnis hatten, haben sie sich in der jüngsten Vergangenheit mehr und mehr entfremdet.
Julia ist schockiert, denn Kate wurde ermordet. Sie reist nach Paris, wo ihre Schwester zuletzt gelebt hat und versucht sich Kate auf diese Weise post mortem wieder anzunähern. Was für ein Leben hat Kate geführt? Warum musste sie sterben?
Julia lernt bei ihren Nachforschungen eine Seite an ihrer Schwester kennen, von der sie keine Ahnung hatte und verliert sich dabei selbst in einem Strudel aus geheimen Sehnsüchten, die bisher im Verborgenen geschlummert haben. In welche Gefahr sie dabei sich selbst und ihre Familie bringt, erkennt sie viel zu spät.

S.J. Watson nimmt sich Zeit, um seine Protagonistin, ihre Gedanken und ihr Handeln so authentisch wie möglich darzustellen. Der Leser soll verstehen, warum sie sich so verhält und warum sie sich schließlich in solche Gefahr begibt. Das hat mir unheimlich gut gefallen, auch wenn ich sagen muss, dass es mir nicht gelungen ist, Sympathien zu den Figuren aufzubauen. Doch man muss eine Protagonistin schließlich nicht sympathisch finden, um das Buch zu mögen, oder doch? Wichtig ist vor allem, dass die Figuren glaubhaft und nachvollziehbar handeln, und das haben sie hier, zumindest bis zu einem gewissen Punkt, getan. Julia ging mir leider immer mehr auf die Nerven und ich konnte ihr egoistisches Verhalten nur mit einem Kopfschütteln quittieren, insbesondere im Zusammenhang mit ihrer Rolle als Mutter.

Mir war recht schnell klar, worauf diese Geschichte hinausläuft und so konnte ich mich bis zum Showdown relativ entspannt zurücklehnen. Der Showdown an sich wurde mir schließlich etwas zu dramatisch aufgebauscht, doch am Ende ist es dem Autor tatsächlich noch mal gelungen, mich mit seiner Auflösung zu überraschen. Insgesamt war es wirklich eine runde, gut durchdachte und ebenso gut aufgebaute Geschichte, deren schlussendliche Entwicklung mir im letzten Viertel aber nicht mehr ganz so gut gefallen hat, was wohl hauptsächlich an der Protagonistin lag.

Dieser Thriller ist meiner Meinung nach kein Must-Read, dennoch habe ich ihn gern gelesen. Unterhaltungsliteratur, die eine stets aktuelle Gefahr thematisiert und aufgrund des mitreißenden Schreibstils auch ungeübte Leser schnell in den Bann ziehen kann. Leseempfehlung, ja oder nein? Entscheidet selbst. Lest ihn, oder lest ihn nicht. Tut es, oder tut es nicht. 

W E I T E R F Ü H R E N D E   I N F O S

"Tu es. Tu es nicht." im Monatsgeblubber (ab Minute 22:20):


Weitere Bücher des Autors:
Ich. Darf. Nicht. Schlafen

Mehr Infos zu S. J. Watson und seinen Büchern findet ihr auf seiner Autoren-Homepage.

Wenn euch dieses Buch gefallen hat, schaut euch auch mal diese Titel an:
(Ein Klick aufs Bild leitet euch zu weiteren Infos zum jeweiligen Buch)

  

Weitere Leser-/Bloggerstimmen zu "Tu es. Tu es nicht." findet ihr u.a. ....
... bei der Thrillertante| bei Mordsbücher | im Bücherkaffee


N E U   B E I   A N K A S    G E B L U B B E R



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Kommentare:

  1. Hallo Anka,

    das Buch habe ich gar nicht auf dme Schirm gehabt, aber nach deiner Rezension könnte das was für mich sein. Auch wenn es evtl. kein Must Read ist, wandert es mal auf meine Merkliste. Wenn es mich mal packt, kann ich mir das durchaus vorstellen. Ich mag solche Thriller, in denen jemand das Leben eines Toten versucht herauszufinden. Mich würde ja interessieren, wie ich meine Sympathiepunkte verteilen würde. Mir ist es selbst bei einem Thriller wichtig, dass ich den Prota einigermaßen ausstehen kann. War ja auch der Grund, weshalb ich Fremd beinah weggelegt hätte, weil Joanna die ersten 50 Seiten schwere Kost für mich war.
    Danke für die tolle Rezie
    lg
    buchkauz

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    1. Halli Hallo!
      Jaaaa, vielleicht ist das Buch tatsächlich was für dich. Magst du es haben? Aktuell steht es noch in meinem Tauschregal :)
      Ich mag es auch, wenn Personen, die sich eigentlich nahe stehen sollten, plötzlich Dinge übereinander erfahren, die für sie völlig neu sind. Der Gegenüber rückt mit einem Mal in ein anderes Licht und man stellt fest, dass man ihn vielleicht doch nicht so gut kannte wie gedacht. Spannend!
      Echt? Du kamst mit Joanna nicht klar? Ok, stimmt. Sie ist am Anfang echt nicht leicht, wobei man es definitiv auf die abgefahrene Situation schieben kann.
      Vielen Dank für deinen Blubberbesuch!
      Liebe Grüße
      Anka

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  2. Hallo liebe Anka,

    ich glaube eine Kollegin von mir hat dieses Buch. Ob sie es schon gelesen hat? Vielleicht kann ich es mir bei Gelegenheit ausleihen oder ich schaue nach dem Hörbuch. Mir ist irgendwie schon wichtig, dass ich die Hauptfigur mag. Ich habe mal "Zum Glück bermerkt mich niemand, dachte ich" gelesen und das Mädel hat sich nicht gut mit mit meinen Nerven verstanden.

    Liebe Grüße Cindy

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    1. Hey Cindy!
      Ach, es ist einfach schöner, wenn man mit den Protas gut auskommt. Man sollte schon irgendwie gewissen Sympathien haben, ansonsten wirds schwierig. Ich habe mal einen Krimi gelesen, in dem eine Prota à la Miss Marple ermittelt hat. Sie selbst fand ich schrullig und unsympathisch, trotzdem hat mir der Krimi im Endeffekt sehr gut gefallen. Solche Kombis gibt es aber selten... was meinst du?
      Liebe Grüße
      Anka

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    2. Guten Morgen Anka,

      vielleicht ist es für diese Frage etwas früh, mir fällt nämlich kein Beispiel ein, wo mir die Figuren verschlossen blieben, mir die Geschichte im Endeffekt aber gefallen hat. Das hat es bestimmt schon mal gegeben. :)
      Liebe Grüße Cindy

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  3. Huhu Anka,
    mich hat es nicht ganz so gepackt wie "Ich.darf.nicht.schlafen" aber schlecht war es auch nicht! Ein guter Thriller, aber das Debut hatte mich einfach umgehauen;-)
    Liebe Grüße, Petra

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    1. Hallo Petra,
      na dann sollte ich doch unbedingt bald zu seinem Debüt greifen und mich hoffentlich ebenso umhauen lassen ;)
      Liebe Grüße und danke für deinen Blubberbesuch!
      Anka

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