Freitag, 25. November 2016

Entspannung durch Spannung - Autorenabend mit Bestseller-Besetzung


Am 18. Oktober 2016 fand bereits zum zweiten Mal anlässlich der Böblinger Businesswochen ein toller, literarischer Abend im Blauen Haus statt. Unter dem Motto "Entspannung durch Spannung" stellten fünf aus der Region stammende Autoren ihre aktuellen, spannungsgeladenen Bücher vor. Durch den Abend führte die Böblinger Autorin Lucinde Hutzenlaub und für so einige verblüffte Blicke sorgte zwischendurch der Zauberkünstler Alexander Farelli.

Als wir 15 Minuten vor Lesungsbeginn das Blaue Haus betraten, waren die meisten Plätze bereits belegt. Doch bevor wir uns auf den letzten freien Stühlen niederließen, freuten wir uns erstmal über das Wiedersehen mit unseren Autoren vom Stuttgarter Bücher- und Blubberstammtisch. Katrin Rodeit, Lucinde Hutzenlaub, Oliver Kern aka Luis Sellano und Mark Roderick sind für uns längst keine Unbekannten mehr. Ebenfalls mit von der Partie, jedoch an diesem Abend nur als Zuschauerin, war die Autorin Ute Bareiss. Ich hatte sie schon lang nicht mehr gesehen und freute mich mächtig darüber, sie nach einem langen Segeltörn mal wieder in die Arme schließen zu können. Bei dieser Gelegenheit durfte ich direkt ihren Thriller "Roter Ozean - Im Fahrwasser der Macht" in Empfang nehmen, der vor kurzem neu aufgelegt wurde und dessen Fortsetzung "Weisses Gold - Im Sog der Gier" dieser Tage im Kieselsteiner Verlag erschienen ist.

Viel Zeit zum "blubbern" hatten wir jedoch nicht, denn (fast) pünktlich begrüßte Lucinde Hutzenlaub die anwesenden Zuhörerinnen und Zuhörer und holte sich direkt die erste Autorin an ihre Seite. Dorothea Böhme stammt ursprünglich aus Hamm, lebt nun aber schon seit einiger Zeit in Stuttgart. Ihre mit einer gesunden Prise Humor angereicherten Krimis erscheinen im Gmeiner Verlag, so auch ihr aktuellster Titel "Schwabenbräute", den sie uns an diesem Abend mitgebracht hatte. Anfangs war ich aufgrund der Kombination von Humor und Krimi etwas skeptisch, doch als Dorothea Böhme die ersten Sätze gelesen hatte, genoss ich jede Sekunde des Zuhörens. Die pfiffige, eigensinnige Protagonistin Paula hat mich neugierig gemacht.

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Paulas wilde Zeiten sind vorbei. Sie ist auf Bewährung und verkauft nur noch kleine Brötchen. Als Privatdetektivin per Zufall soll die Bäckereiverkäuferin eine untreue Ehefrau überwachen. Am nächsten Tag ist die Frau jedoch tot und Paula steht im Fokus der Ermittlungen. Zu ihrer Entlastung muss sie in der Stuttgarter High Society recherchieren. Doch leider macht ihr dabei Kriminalkommissar Brändle das Leben schwer – wenn der Mann nicht auch noch so verdammt gut aussehen würde …




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Im Anschluss an die erste Lesung griff Alexander Farelli das Thema "Handlungsstränge" auf und zauberte mit einem roten Faden Seil, welches er zerschnitt um es dann im nächsten Moment "wie durch Zauberhand" wieder zusammenzufügen. Ich mag solche kleinen Tricks, die auf Fingergeschick und Täuschungen beruhen und hatte sehr viel Spaß mit dieser kurzweiligen Auflockerung.

Als nächstes bat Lucinde Hutzenlaub den Bestsellerautor Mark Roderick zu sich. Dieser bewies auf sehr lockere und charmante Weise, dass man nicht direkt vom Buch auf den Autor schließen sollte. Hinter Mark Roderick verbirgt sich ein unheimlich sympathischer, bodenständiger und redegewandter Familienvater, der (wie jeder weiß, der "Post Mortem" gelesen hat) ziemlich grausame Thriller schreibt. Mich hat er aufs Neue in seinen Bann gezogen und ich kann es nun gar nicht mehr erwarten, Band 2 der Reihe rund um den Profi-Killer Avram und die Interpol-Agentin Emilia zu lesen.

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Ein Blick in die Hölle…
Eine Familie verschwindet spurlos. Ein Mann stirbt durch zwei Schüsse. Er war Reporter, einer großen Sache auf der Spur. Kurz vor seinem Tod sendet er noch zwei Nachrichten: eine an seinen Bruder Avram Kuyper, einen skrupellosen Profi-Killer, und eine an Emilia Ness, eine unbestechliche Interpol-Agentin. Avram soll ihn und seine Familie rächen, Emilia den Fall vor Gericht bringen. Beide sehen das Horror-Video, das ihnen jemand zuspielt. Beide blicken direkt in den Schlund der Hölle. Wer ist diese Bestie, die kein Gewissen und keine Grenzen kennt? Können Avram und Emilia ihn gemeinsam zu Fall bringen?

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Nachdem Alexander Farelli seine Zuschauer ein zweites Mal in die Welt der Zauberei entführt hatte, trat die Ulmer Autorin Katrin Rodeit ins Rampenlicht und musste feststellen, dass Farelli wohl nicht nur Knoten, sondern auch Polster von Stühlen lösen kann. Der für die Autorin bereitgestellte Stuhl war "wie durch Zauberhand" kaputt, sodass Katrin Rodeit kurzerhand im Stehen las. Sie entführte uns auf den Ulmer Weihnachtsmarkt, auf dem ihre Privatdetektivin Julia Flemming im aktuellen Fall "Alles schläft, einer wacht!" ermittelt. Zwischen Glühwein und Krippe war nämlich eine Tote aufgetaucht und das ziemlich lebendig. Was es mit diesem mysteriösen Kriminalfall auf sich hat, das werde ich selbst herausfinden müssen - denn neugierig machen, das kann die Autorin!

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»Sie ist tot. Aber ich habe sie gesehen. Hier in Ulm auf dem Weihnachtsmarkt.« Tobias Kohler ist auf der Suche nach seiner Frau. Sie ist bei einem Tauchunfall ums Leben gekommen, aber er schwört Stein und Bein, dass er sie in Ulm auf dem Weihnachtsmarkt gesehen hat. Niemand möchte ihm helfen, denn er meinte schon zu oft, sie irgendwo gesehen zu haben … Privatdetektivin Jule Flemming will dem verzweifelten Mann helfen, doch die vermeintliche Ehefrau ist wie vom Erdboden verschluckt.




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Es folgte eine weitere Zauber-Einlage und Farelli zeigte, dass er auch mit einem Kartendeck für Verblüffung sorgen kann. Als nächster Autor betrat Luis Sellano die Bühne. Er brachte seinen Bestseller "Portugiesisches Erbe" mit und schickte uns, an der Seite seines Protagonisten Henrik Falkner, in einen Kurzurlaub nach Lissabon. Dass Luis Sellano gar kein Portugiese, sondern ein waschechter Esslinger, aufgewachsen im Bayerischen Wald, ist, musste er dank seines Dialekts nicht mehr erläutern. Warum er für diese Krimi-Reihe seinen bürgerlichen Namen Oliver Kern an den Nagel gehängt hat, erfuhren wir kurze Zeit später in der abschließenden Talk-Runde. Doch vorher durfte Alexander Farelli noch einmal seine Zauberkünste präsentieren und wir im Anschluss die Autorin Ines Witka begrüßen. Bisher hat sie erfolgreich Sachbücher geschrieben, verriet sie uns, doch vor kurzem ist ihr erster Erotik-Roman "Perle um Perle" erschienen. Für die letzte Lesung des Abends wurde es also sinnlich. Die Zuhörerinnen und Zuhörer lauschten gespannt, manchmal war leises Kichern zu hören. Ebenso wie ihre Kolleginnen und Kollegen zuvor, präsentierte sich Ines Witka sehr sympathisch.

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Sonne, Mord und Portugal
Henrik Falkner weiß kaum, wie ihm geschieht, als er die malerischen Altstadtgassen von Lissabon betritt. Der ehemalige Polizist soll ein geheimnisvolles Erbe antreten: Sein Onkel hat ihm ein Haus samt Antiquitätengeschäft vermacht. Während Henrik mehr und mehr in den Bann der pulsierenden Stadt am Tejo gerät, entdeckt er, dass sein Onkel offenbar über Jahre hinweg Gegenstände gesammelt hat, die mit ungelösten Verbrechen in Verbindung stehen. Und kaum hat Henrik seine ersten Pastéis de Nata genossen, versucht man, ihn umzubringen. Henrik stürzt sich in einen Fall, der sein Leben verändern wird.

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Margarete Henner, eine zurückhaltende schüchterne junge Frau, entdeckt eines Nachmittags eine Perlenkette im Schaufenster eines Antiquitätengeschäfts. Intuitiv überkommt sie der tiefe Wunsch, die Kette zu besitzen. Es ist, als bärgen die Perlen ein Geheimnis, das sie entschlüsseln muss. Doch sie kann sich die Kette nicht leisten. Der Antiquitätenhändler und leidenschaftliche Sammler erotischer Kunst Ignatz Steinfels macht ihr ein Angebot: Für jede sinnliche Geschichte, die sie ihm erzählt, erhält sie eine Perle. Bedingung: Die Geschichte muss wahr sein, muss von ihrem Leben handeln. Margarete, die ihre Sexualität bisher verleugnet, kann nicht anders, als sich darauf einzulassen. Um ihren Teil der Abmachung zu erfüllen, lässt sie sich von einem erotischen Abenteuer zum anderen treiben, bis das Spiel für beide eine unerwartete Wendung nimmt. Noch ahnt sie nicht, dass Steinfels ein Mann mit einer sehr speziellen Obsession ist.
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Nachdem wir nun fünf verschiedene Lesungen gehört hatten, durften wir den sechs Autorinnen und Autoren Löcher in den Bauch fragen. Wieso entscheidet man sich für ein Pseudonym? Wie findet man einen Verlag? Warum liegt zwischen der Abgabe eines Manuskripts und dessen Veröffentlichung solch ein großer Zeitraum? Woher nimmt ein Thrillerautor seine bestialischen Ideen und wie sieht so ein Schreiballtag überhaupt aus? Im Plauderton beantworteten die Autoren alle Fragen und gaben uns die Möglichkeit, ein bisschen "hinter die Kulissen" zu schauen. Mir hat diese bunt durcheinander gewürfelte Autorenrunde sehr gut gefallen. Es war ein unheimlich unterhaltsamer und kurzweiliger Abend, für den sich die längere Anfahrt absolut gelohnt hat.

Vielen Dank an den Veranstalter und die tollen Autoren für dieses schöne Literatur-Erlebnis!

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Weiterführende Links:

Autoren:


Blubbert mit mir!

    

Quellenangabe Autorenfoto: Facebook - Oliver Kern

Kommentare:

  1. Hi Anka,

    ich wäre sehr gerne dabei gewesen, aber a) war mir aus beruflichen & entfernungstechnischen Gründen sowie b) kurz vor der FBM nicht möglich - Leider !!! :(

    Aber dank deines tollem Beitrages zu dieser Veranstaltung, konnte ich mich zumindest gedanklich so fühlen, als wäre ich dabei gewesen :)

    Vielen Dank und liebe Grüße,
    Uwe

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    1. Hi Uwe!
      Ich danke dir für deine lieben Worte und deinen Stöberbesuch. Thematisch war es vielleicht nicht unbedingt deine Richtung, aber wir hätten dich gern dabei gehabt! Vielleicht ja nächstes Mal?!
      Liebe Grüße
      Anka

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    2. Haha! Ich merke gerade, dass ich deinen Kommentar verwechselt habe! Natürlich wäre es thematisch dein Fall gewesen - ich war gedanklich bei der lit.Love ;)

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  2. Hallo Anka,
    dann hattest du ja richtig literarische Wochen. Angefangen mit der Lesung in Böblingen, über die Buchmesse bis hin zur litlove :-).
    Es freut mich, dass du einen schönen Abend hattest.
    Vielen Dank für den Bericht!
    viele Grüße
    Emma

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    1. Liebe Emma,
      ja, es war einiges los in letzter Zeit. Nun heißt es entspannen, bis es dann im Januar wieder nach Afrika geht.
      Vielen Dank, dass du vorbeigeschaut hast!
      Liebe Grüße
      Anka

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