Freitag, 19. Mai 2017

Dinner bei den Raubkatzen | 17.01.2017 | Namibia Diary 2017

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Dienstag, der 17. Januar 2017 - TEIL 2

Eine kurze Zeit blicken wir unserem gefiederten Freund hinterher, dann schleppen wir uns in unseren Bungalow. Es ist so heiß und wir sind stehend KO. Endlich können wir unter die Dusche springen – eine Wohltat. Obwohl wir uns alle nur kurz abduschen, dauert dieser Prozess doch ein Weilchen. Ich bin die letzte in der Runde und als ich erfrischt aus dem Badezimmer in den Wohnbereich trete, schlafen die anderen zwei Mädels bereits. Da es schon nach 15:00 Uhr ist und ich nicht auf meinen Kaffee verzichten möchte, schnappe ich mir mein Buch und mache mich auf den Weg zur Terrasse. Ich muss gestehen, dass es ein bisschen Überwindung kostet, mich nicht auch ins Bett zu legen, doch die kalte Dusche war ein guter Anfang und der Becher Kaffee sollte ebenfalls dazu beitragen, dass ich mich in Kürze wieder fit fühle.

So genieße ich eine halbe Stunde Ruhe mit Buch und Kaffee auf der Terrasse und treffe mich um 16:00 Uhr mit den Mädels am Prep. Viel für die Abendfütterung vorbereiten können wir noch nicht, denn die Vorräte müssen erst aufgefüllt werden. Also fahre ich mit Mathew zum Hangar, um dort Luzernballen auf den Pick-up zu laden. Es ist super ungewohnt auf der Hinfahrt im Wagen zu sitzen, weshalb ich mich auf der Rückfahrt sofort wieder auf die Ladefläche stelle. So über die Farm zu düsen ist einfach ein wunderbares Gefühl!

Okutala Etosha Lodge

Zurück auf der Lodge hat Alana bereits die Milch für die Baby-Giraffen angerührt. Zusammen tigern wir zum Gehege, wo wir sehnsüchtig von den zwei gierigen Langhälsen erwartet werden. Anschließend geht es zu den Meerschweinchen, den Ratten und den zwei Füchsen. Letztere gehören zu Alanas Lieblingstieren auf der Farm, denn die zwei Waisen kennen wir noch aus dem letzten Jahr (ihr könnt sie im Video am Ende des Beitrags sehen). Alana hat damals viel Zeit mit ihnen verbracht. Ihre Mutter wurde von einem Auto erfasst und die drei Babys daraufhin nach Okutala gebracht, wo sie liebevoll von Pflegern und Volontären aufgezogen wurden. Einer der drei ist im Laufe des letzten Jahres in einem unachtsamen Moment ausgebrochen, doch er hält sich weiterhin im Umfeld der Lodge auf. Simone sieht ihn ab und zu, wenn sie abends nach Hause fährt. Castor und Pollux bewohnen das ehemalige Hühner-Gehege nun also zu zweit. Beide sind ziemlich schüchtern. Da sie jedoch sehr flink sind, muss immer eine von uns am Gatter stehen bleiben und es schnell wieder schließen, sobald die andere das Gehege betreten hat. Gleiches gilt beim Verlassen. Heute bewache ich die Tür, während Alana das Rührei und die Innereien verteilt.



UPDATE: Im April 2017 wurden Castor und Pollux ausgewildert. Wie das funktioniert hat erzählt euch Josua:


Im Prep werden bereits die Fleischportionen für die Katzenfütterung vorbereitet. Da heute Gäste vor Ort sind, die die Katzenfütterung gebucht haben, gibt es natürlich auch das volle Programm. Bevor die Tour mit den Gästen beginnen kann, müssen aber noch weitere Vorbereitungen getroffen werden, bei denen wir Mathew und Josua unterstützen. Mit dem Pick-up fahren wir zum Geparden Gehege. Dort werden wir schon von der Geparden-Männer-WG erwartet. Mit kleinen Fleischstücken werden die Katzen von außen in ein kleines Gehege gelockt. Als sie alle drin sind, soll ich den Schieber bedienen um das Tor zu schließen. Dabei kommt man dem Zaun und somit auch den Raubkatzen unheimlich nah. Die Tiere sind hungrig und ungeduldig, weshalb die Stimmung recht aufgeheizt ist. Ein kleines bisschen mulmig wird mir schließlich doch, als ich den Schieber bediene und einer der Geparden-Jungs einen Angriff antäuscht. Direkt vor mir, nicht mal einen Meter entfernt. Gut, dass der Zaun zwischen uns ist. Nun können wir ins große Gehege fahren und am Fütterungsplatz das Dinner anrichten. Pro Katze wird ein großes Stück Fleisch (heute gibt es Zebra) mit einem starken Draht an einen Baumstamm gebunden, der horizontal auf dem Boden liegt. Zu Beginn kostet es einen ein bisschen Überwindung, das blutige Fleisch anzufassen, vor allem wenn man weiß, was es einmal war, als es noch gelebt hat. Doch schneller als gedacht gewöhnt man sich daran.


Nun fahren wir zurück zum Gatter und warten auf die Gäste, welche wenige Minuten später im Game Viewer mit Simone angefahren kommen. Wir klettern in die hinterste Reihe und fahren schließlich gemeinsam ins weitläufige Gehege. Angekommen am Fütterungsplatz erzählt Simone erst ein bisschen etwas über die Tiere, bis Mathew, auf ihr Zeichen, den von mir zugeschobenen Schieber wieder öffnet. Mit ca. 50 km/h rasen die schnellen Tiere jetzt auf uns zu. Zuerst sehen wir sie nicht, aber hören können wir sie. Das Geräusch von rennenden Tatzen bereitet mir immer wieder eine Gänsehaut. Trampeln mag ich es nicht nennen, es ist auch gar nicht wirklich laut. Es hat etwas elegantes und doch auch sehr bestimmtes und kraftvolles. Hungrig stürzen sich die vier Katzen auf ihr Abendessen. Da das Fleisch festgebunden ist, fressen sie direkt vor unseren Augen, sodass wir den Tieren unheimlich nah sein können, ganz ohne Zaun. Natürlich dürfen wir den Game Viewer nicht verlassen. Hier können die Gäste tolle Bilder machen, denn die Geparden lassen sich von ihren Zuschauern nicht stören.



Unser nächstes Ziel ist das Gehege direkt nebenan. Hier wartet der junge Gepard Onyx. Auch ihn durften wir schon im letzten Jahr kennenlernen, wenige Wochen nachdem er als Waise nach Okutala gekommen ist. Da zwischen ihm und den anderen Geparden-Männchen ein großer Altersunterschied besteht und das ältere Rudel schon seit jeher in dieser Konstellation zusammenlebt, ist eine Zusammenführung mit Onyx leider nicht denkbar. Für ihn wird die Portion Fleisch über den Zaun geworfen. Schnell schnappt er sich das gute Stück und flitzt davon.

video


Weiter geht es zu den zwei Tüpfelhyänen Wolfie und Sienna, die sich ein großes Gehege teilen. Wolfie liebt es, am Zaun entlang, neben dem Auto her zu laufen, bis wir den Fütterungspunkt erreicht haben. Mathew bleibt auf der Hälfte des Weges stehen, um das Weibchen Sienna dort zu füttern. Sie ist wesentlich scheuer als Wolfie, der von Farmern per Hand aufgezogen wurde. In diesem verlinkten Blogbeitrag habe ich vor einiger Zeit ausführlicher von ihm und seiner Geschichte erzählt. Er ist der dominantere von beiden und würde Sienna das Stück Fleisch vor der Nase wegschnappen, weshalb die zwei nie direkt zusammen gefüttert werden. Am anderen Ende des Geheges angekommen, bekommt Wolfie schließlich seine Portion und schlingt sie in Windeseile hinunter. Hier sieht man ganz deutlich den Unterschied zum Fressverhalten der Geparden, welche sich wesentlich mehr Zeit gelassen haben. Knochen und Knorpel stören Wolfie nicht. Wie Chips knacken sie in seinem mächtigen Kiefer. Unheimlich und doch beeindruckend. Ich mag den knuffigen Kerl sehr gern.



Nebenan werden wir von den Leopardenbrüdern Matla und Itaba erwartet, jedoch geht es für uns Xplorer nun wieder zurück auf die Lodge, da wir noch die Futtereimer auffüllen müssen. Wir verabschieden uns von den Gästen und kümmern uns um die letzten Aufgaben des Tages.

Das Abendessen wird heute wieder auf dem Pool Deck serviert. Es gibt Reis, Kürbisgemüse mit Zimt und eine Vegi-Soße auf Zwiebelbasis. Damit trifft der Koch meinen Geschmack heute leider nicht. Somit halte ich mich an das leckere, frisch gebackene Brot, welches es jeden Abend gibt und anschließend an das Eis mit eingelegter Birne. Gut für mich, dass weder Alana noch Fiona scharf auf das eingelegte Obst sind – bleibt also mehr für mich.

Natürlich macht sich die Müdigkeit heute ganz besonders schnell bemerkbar. Nach einer Dusche verkrümel ich mich ganz fix ins Bett und schlafe sofort ein. Ein weiterer Tag auf Okutala geht vorbei und das nächste Abenteuer erwartet uns bereits in wenigen Stunden.

Fortsetzung folgt…!
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Mein Namibia Diary 2017:

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