Freitag, 10. November 2017

Für dich soll's tausend Tode regnen | Anna Pfeffer | Rezension*



· Titel: Für dich soll's tausend Tode regnen
· Autorin: Anna Pfeffer
· Medium: Klappenbroschur (320 Seiten)
· Verlag: cbj (September 2016)
· ISBN: 978-3-570-17155-4
· Genre: Jugendbuch (empfohlen ab 12 Jahren)
· Preis: 14,99 Euro

Leseprobe

* Dieses Buch wurde mir kosten- und bedingungslos vom Verlag/Autor zur Verfügung gestellt


K U R Z B E S C H R E I B U N G

Wer Emi auf die Nerven geht, dem verpasst sie in Gedanken eine Todesart. Und seit dem Umzug weiß sie nicht, wer mehr nervt: die Neue ihres Vaters, die sich ernsthaft in der Mutterrolle sieht, ihr Strahlemann von Bruder, der das auch noch gut findet (stirbt bestimmt mal, weil er auf seiner Schleimspur ausrutscht), oder Erik, Alphatier an ihrer neuen Schule, der einen auf cool macht und sie ständig provoziert (stirbt garantiert an einem Hirntumor wegen übermäßigen Handykonsums). Als sie sich in Chemie mit Alpha-Erik anlegt, kracht es wortwörtlich zwischen den beiden. Die Strafe dafür sind acht Samstage Graffiti schrubben. Mit Erik! Kann das Leben noch beschissener sein? Um aus der Nummer rauszukommen, schlägt Emi einen Wettstreit vor. Doch Erik ist nicht kleinzukriegen. Emi wünscht ihm tausend Tode an den Hals, bis sie merkt, dass es gar nicht so nervig ist, Zeit mit Erik zu verbringen …
Textquelle: cbj 

A N K A S   G E B L U B B E R

Bereits das Cover gibt einen Hinweis auf die doch recht außergewöhnliche Geschichte, die mit so viel Witz, Charme und schwarzen Humor erzählt wird, dass die Lesezeit mit "Für dich soll's tausend Tode regnen" ein echter Genuss ist.

Emi ist ein Teenager-Mädchen, das sich aufgrund ihrer trotzig-motzigen und doch ungewollt witzigen und unheimlich schlagfertigen Art von anderen Jugendbuch-Protagonistinnen abhebt. Ihre miese Stimmung ihren Mitschülern und ihrer Familie gegenüber ist jedoch durchaus nachvollziehbar, schließlich muss sie sich nicht nur mit den normalen Problemen eines Teenagers herumschlagen, sondern auch gleichzeitig mit einer neuen Umgebung und neuen Leuten. Zusammen mit ihrem Vater und ihrem Bruder ist sie kürzlich vom sonnigen Heidelberg ins nass-graue Hamburg gezogen. Ihre beste Freundin ist hunderte Kilometer entfernt und scheint zudem aktuell eh mehr Interesse an ihrem neuen Freund als an ihrer ins Exil gezogenen Freundin zu haben. Für Emi ist es nicht leicht, in der neuen Stadt Anschluss zu finden, sie sperrt sich gegen alles und jeden und geht lieber ihrem Hobby nach. Tagein tagaus beschäftigt sie sich mit dem Tod – was im ersten Moment ziemlich morbide klingt. So sammelt sie in ihrem Notizbuch nicht nur Berichte über außergewöhnliche und besonders skurrile Todesfälle, sondern lässt auch alle Menschen, die ihr auf die Nerven gehen (und das sind aktuell eigentlich alle) in ihren Gedanken sterben. Jeder Person ordnet sie eine passende Art zu sterben zu und lässt ihrer Kreativität dabei freien Lauf.

Anfangs musste ich bedingt der vielen Todeswünsche für ihre Mitmenschen, bei denen sie auch ihre Familie nicht außen vor lässt, etwas schlucken. Dieses Buch kann man definitiv nur dann mit großem Genuss lesen, wenn einem schwarzer Humor liegt und man seine moralischen Vorstellungen ausklammert. So brauchte ich tatsächlich einige Seiten, um mich voll und ganz auf diese Geschichte einzulassen, doch schlussendlich hat sich mein „Fallenlassen“ gelohnt.

In der Schule macht Emi schließlich Bekanntschaft mit ihrem ebenso schwarz gekleideten männlichen Pendant. Erik, ein gut aussehender und verschlossener Junge, dem viel nachgesagt wird und der doch eine besondere Stellung in der Klasse innehat. Niemand traut sich so recht an ihn heran und schon gar nicht traut sich jemand, ihm seinen Stammplatz in der letzten Reihe am Fenster streitig zu machen. Niemand? OK, niemand außer Emi. Der Schlagabtausch der beiden Jugendlichen, der sich durch die komplette Geschichte zieht, ist ein wahres Feuerwerk. Eine gepfefferte Challenge, deren fiese Aufgaben es ganz schön in sich haben, trägt ebenfalls einen Großteil dazu bei, dass ich beim Lesen regelrecht durch die Seiten geflogen bin.

Natürlich ist der Verlauf der Geschichte zu erahnen und doch hat das ganze Drumherum dafür gesorgt, dass die Vorhersehbarkeit nebensächlich wurde. Viel zu sehr habe ich mich auf die immer neuen Challenge-Aufgaben gefreut und jedem explosiven Aufeinandertreffen von Emi und Erik entgegengefiebert.

Kurzweilig, schwarz-humorig und gleichzeitig unheimlich liebenswert! Ich hatte sehr viel Spaß mit "Für dich soll's tausend Tode regnen" und werde die Geschichte mit ihrer besonderen Heldin so schnell nicht mehr vergessen.


W E I T E R F Ü H R E N D E   I N F O S


Weiterer Lesestoff von Anna Pfeffer:

Anton hat alles, was sich ein 17-Jähriger wünscht: vermögende Familie, liebende Eltern und keine Geschwister. Was Anton seit Kurzem auch noch hat: eine Ex-Freundin. Olivia hat ihn grundlos nach ein paar Monaten abserviert, und das, obwohl er sie doch mit einer Reise nach New York überraschen wollte. Das Ticket ist auch schon auf ihren Namen gebucht. Kurzerhand startet der selbstsichere Sonnyboy via Instagram die Suche nach einer neuen Olivia Lindmann. Der Andrang ist mäßig, aber es meldet sich eine 16-jährige Liv, die ganz anders ist, als die Mädchen, die Anton sonst trifft …
Text- und Bildquelle: cbj Verlag



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Anke Weber  Anke Weber

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Blubbert mit mir!
    

Kommentare:

  1. Liebe Anka

    Vielen Dank fürs Erinnern, das Buch wollte ich schon lange einmal lesen. Schwarzer Humor liegt mir nämlich sehr :-)

    Alles Liebe dir
    Livia

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    1. Hallo Livia,
      super, es freut mich, dass ich dir das Buch in Erinnerung rufen konnte. Es macht so viel Freude und ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen!
      Liebe Grüße
      Anka

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