Freitag, 9. Februar 2018

Mein Namibia Fotoalbum 2018 - Die Geschichte zum Bild #01

Ich bin zurück von meiner dritten Namibia-Reise und noch immer fühlt sich die Rückkehr ganz unwirklich an. Ich habe in 2 Wochen Afrika-Urlaub wieder so viel erlebt – am liebsten würde ich der ganzen Welt von all meinen Abenteuern erzählen. Doch, wo fange ich an?

Letztes Jahr habe ich in ausführlichen Tagebucheinträgen von meinen Erlebnissen in Namibia berichtet. Diese Tagebucheinträge sind zudem als Podcast erschienen und bereits hunderte Male angehört worden. Auch dieses Jahr war ich wieder auf der Farm OKUTALA, auf der ich 14 Tage als Volontärin am Farmalltag teilgenommen habe. Da sich der generelle Alltag nicht großartig von dem im letzten Jahr unterschieden hat, wäre es langweilig, erneut ein Tagebuch zu schreiben und euch zum 100. Mal vom Elephant Cleaning oder der Gepardenfütterung zu erzählen. 

Deshalb dachte ich mir, ich zeige euch ausgewählte Urlaubsbilder, zu denen ich euch eine passende Geschichte erzählen kann. Pro Bild gibt es jeden Freitag einen neuen Blogbeitrag und ich hoffe, dass ich euch auf diese Art und Weise ein weiteres Mal mit nach Namibia nehmen und euch in eine komplett andere Welt entführen kann. Okutala ist mittlerweile mein zweites Zuhause geworden und vielleicht fühlen sich diese kleinen Reiseanekdoten auch für euch wie eine Rückkehr an einen liebgewonnenen Ort an. 

Beginnen wir heute mit dem obligatorischen Flugzeug-Foto, welches gleichzeitig das erste Bild ist, das ich 2018 in bzw. über Namibia geknipst habe.


Wie bereits die letzten beiden Male bin ich mit der Air Namibia geflogen. Der Direktflug von Frankfurt nach Windhoek dauert knappe 10 Stunden und wird als Nachtflug angeboten. Pünktlich um 20:10 Uhr haben wir am 10. Januar 2018 den deutschen Boden verlassen. Meine Blubberfreundin Claudia, die mich auf dieser Reise begleitet hat, und ich konnten unser Glück gar nicht fassen. Unsere Platzwahl, die wir bereits bei der Ticketbuchung treffen konnten, hat sich als Glücksgriff erwiesen. Wir beide hatten je zwei Sitze für uns und konnten uns richtig ausbreiten. Ein weiteres glückliches Glucksen entfuhr mir, als ich das tolle Angebot des Entertainment-Boardprogramms entdeckte. Ich freute mich sowohl auf „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ als auch auf vier Folgen "Gilmore Girls". 

Nachdem die Anschnallzeichen erloschen waren, begannen die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter mit dem Getränkeservice. Claudia und ich genehmigten uns zur Feier des Tages einen Gin Tonic und stießen kichernd auf unser bevorstehendes Abenteuer an. Anschließend wurde das Abendessen serviert. Da ich vorab ein vegetarisches Essen angefragt hatte, bekam ich dieses separat gereicht. Claudia durfte sich zwischen „Beef“ und „Chicken“ entscheiden. 

Ziemlich schnell machte sich bei mir die Müdigkeit bemerkbar. Ich zog meine Schlafmaske über die Augen und ließ mich über Kopfhörer noch ein bisschen von Newt Scamander berieseln. Trotz meiner Müdigkeit gelang es mir nicht, in einen tiefen Schlaf zu sinken. Ich döste vor mich hin und wechselte schließlich zum vertrauten Redeschwall der Gilmore Girls. Na, wer sagt es denn? Tatsächlich nickte ich kurze Zeit später weg. Lang verblieb ich jedoch nicht im Reich der Träume, denn die Kleinkinder im Flugzeug hatten sich anscheinend miteinander verbunden. Aus allen Ecken begann es lautstark zu weinen. Zum Glück ließen sich die jüngsten Fluggäste bald wieder beruhigen, sodass ich mich, einige Minuten später, zurücklehnen konnte. Ich war gerade wieder weggedämmert, als mich die Durchsage einer Flugbegleiterin aufschrecken ließ. Ich verstand etwas von Pilot und Turbulenzen bis die Frau plötzlich zu schreien begann. Im Nu war das ganze Flugzeug wach. Alarmiert schauten wir uns um. Tatsächlich waren die ersten Luftlöcher zu spüren. Wieso hat die Stewardess geschrien? Ist es so schlimm? Ich klammerte mich an meinen Armlehnen fest und versuchte tief durchzuatmen. Es war, als würde die komplette Luft aus meinen Lungen herausgepresst, als hätte sich ein Elefant auf meinen Brustkorb gesetzt. Während wir von mittleren Turbulenzen durchgeschüttelt wurden, kämpfte ich mit zusammengekniffenen Augen gegen meine Panik an. Ich habe normalerweise keine Flugangst, doch in diesem Moment lernte ich sie kennen. Einatmen – ausatmen. Einatmen – ausatmen. Zwischen meinen mantraartigen Atemzügen, gelang es mir schließlich für einen kurzen Moment nicht über unseren bevorstehenden Absturz nachzudenken. Ich griff zu meinen Kopfhörern und startete die Gilmore Girls erneut. „Where you lead, I will follow…“ Ich konzentrierte mich auf die vertraute Melodie sowie die schnellen Dialoge und entspannte mich von Minute zu Minute ein bisschen mehr. Mit der nahenden Entspannung nahmen schließlich auch die Turbulenzen ab. Die Flugbegleiterin sprach ihre Durchsage diesmal ohne zu Kreischen zu Ende und ich konnte mit Lorelai und Rory im Ohr noch ein wenig dösen. 

Warum die Stewardess so gekreischt hat, ist mir bis heute unklar. Sie hat auf jeden Fall dafür gesorgt, dass ich am Tag der Abreise das erste Mal ängstlich in ein Flugzeug gestiegen bin. 

Aber ohne Abenteuer wäre ein Abenteuer schließlich kein Abenteuer, oder? 

Welche aufregenden, lustigen und skurrilen Geschichten habt ihr im Flugzeug erlebt? 
Ich bin gespannt auf eure Geschichten!

Mit diesem aufregenden Erlebnis sind wir in unser Namibia Abenteuer gestartet. Ich freue mich darauf, euch am nächsten Freitag ein weiteres Urlaubsfoto zu zeigen, hinter dem sich eine neue spannende Geschichte verbirgt.


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Mein Namibia Diary 2017:


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Ein Blick zurück...

    

Kommentare:

  1. Liebe Anka,

    wow, was für ein schöner Beitrag! Ich bin ja immer ein wenig neidisch, wenn du von Namibia erzählst. Und es ist immer total schön, mit dir dieses Abenteuer erneut zu bestreiten. Gerade die Idee mit Fotos und Geschichten dazu gefällt mir wirklich sehr gut.

    Aber bevor ich darauf eingehe, wollte ich fragen, wie es eigentlich dazu kam, dass du nach Namibia geflogen bist? Also wie kamst du auf Namibia, wie kam es zu deinem "zweiten Zuhause"? Das wollte ich dich schon immer mal fragen, weil mich das total interessiert, wie sich so ein Abenteuer ergibt.

    Dein Abenteuer im Flugzeug klingt ja nach etwas, was man lieber nicht erleben will. Zum Glück ist dann doch alles gut gegangen, aber ich kann mir gut vorstellen, wie es dir in dem Moment erging. Da bekommt Flugangst plötzlich eine ganz andere Bedeutung. Aber wie du schon sagst: Ein Abenteuer kann nur entstehen, wenn man Abenteuer erlebt ;)

    Ich selber habe noch nicht wirklich viel Erfahrung mit dem Fliegen, bzw. ich bin erst im Dezember 2017 das erste Mal überhaupt geflogen. Zum Glück hat alles reibungslos geklappt und für mich war das ein unbeschreibliches Gefühl. Gerade beim Hinflug war ich total nervös, aber ich habe mich mit meiner Sitznachbarin super unterhalten, so dass sie mir meine Nervosität etwas nahm und ich dann doch noch lesen konnte. Ich glaube das war so mein Abenteuer beim Fliegen und dann natürlich dieses unbeschreibliche Gefühl der Schwerelosigkeit. Einfach unfassbar schön.

    Ich freue mich schon sehr auf weitere abenteuerliche Geschichten von deiner Namibia Reise :)

    Liebe Grüße.
    Cata

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  2. Hallo liebe Anka <3,

    ein schöner Beitrag, den ich sehr gerne gelesen habe. Das mit der Stewardess ist ja krass und ich glaube da wäre mir das Herz auch in die Hose gerutscht :)

    Ich freue mich auf deine weiteren Berichte und natürlich die Fotos.

    Fühl dich lieb gedrückt und liebe Grüße,
    Uwe

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