Mittwoch, 13. April 2011

Was tut man nicht alles um Anerkennung zu erfahren?

Guten Morgen Mädels!

Nun möchte ich euch auch noch das zweite Buch der Autorin Renate Kaiser vorstellen. Es heißt "750 Gramm pro Woche" und ist ebenfalls ein SMS-Buch, also eine "Starke-Mädchen-Story". (meine Rezension zu "Lehrer, Liebe, Lügen" von Renate Kaiser findet ihr HIER)

Tabea zieht mit ihrer Familie aus dem schönen Stuttgart ins Rheinland und ist alles andere als glücklich darüber. Sie muss ihre Freundinnen zurück lassen und versuchen neu Fuß zu fassen. Der erste Schultag verläuft alles andere als positiv. Die neuen Mitschüler interessieren sich nicht die Bohne für die Neue und so steht Tabea allein auf dem Schulhof. Lediglich der Außenseiter Niklas, von den anderen nur "Professor" genannt, spricht das Mädchen an. Doch Tabea weiß, dass es nicht gerade vorteilhaft für sie ist, ausgerechnet mit dem Außenseiter Kontakt aufzunehmen, obwohl sie ihn mag und sich toll mit ihm unterhalten kann.
Einige Tage später kommt die angesagteste Mädchen-Clique auf Tabea zu und anstatt sich über die lustig zu machen, laden sie sie zu einem Mädels-Nachmittag ein. Tabea ist außer sich vor Vorfreude und geht mit ihrer Mutter auf große Shoppingtour, um mit neuen Markenklamotten punkten zu können. Für sie wäre es das Größte, in die Clique aufgenommen zu werden. Dafür tut sie vieles und verleugnet sogar den freundlichen Niklas. Die Treffen mit Aurelia, Dana und Celine verlaufen anders als erwartet. Anfangs wird Tabea verspottet, als sie beim Catwalk-Training à la Heidi Klum die schlechteste Figur macht. Dann wird sie in die Geheimnisse der Clique eingeführt. Die Mädels haben nur ein Ziel: Size Zero - Kleidergröße Null. Gemeinsam nehmen sie ab, ernähren sich ungesund, treiben viel Sport und wiegen sich jeden Freitag. Werden die angestrebten 750 Gramm pro Woche nicht erreicht, folgen Strafen. Tabea legt sich mächtig ins Zeug, lügt ihre Familie an und nutzt jede freie Minute um sich zu bewegen. Nach der ersten Woche erlebt sie auf der Waage ein erfolgserlebnis, jedoch bringt die zweite einen herben Rückschlag mit sich. Lediglich 200 Gramm weniger! Nun greifen Aurelia und ihre Freundinnen zu drastischen Mitteln, die Tabea zeigen, wie sie innerhalb von wenigen Sekunden die fehlenden 550 Gramm loswerden kann...

Dies ist kein normales Jugendbuch, das man mal eben so runter liest. Auch wenn man das Buch bereits zugeklappt hat, ist Tabea mit ihrem Problem noch allgegenwärtig. Ich habe viel über den Magerwahn nachgedacht und mir wurde Angst und Bange, als ich gelesen hab, was die Mädchen alles machen, um ihren großen Vorbildern nachzueifern. Renate Kaiser spricht ein höchst aktuelles und sensibles Thema an, das bei den jungen Mädchen heutzutage eine große Rolle spielt. Was tut man nicht alles um Anerkennung zu erfahren? 

Diese Geschichte hat mich berührt und unheimlich wütend gemacht. Denn schließlich wissen wir, dass der "Size-Zero-Magerwahn" nicht nur Renate Kaisers Fiktion entspringt, sondern ein wirkliches Problem ist. Animiert von den Medien hungern viele Mädchen, um dem angesagten Schönheitsideal zu entsprechen - mit schlimmen Folgen. Ich wünsche mir so sehr, dass die Gesellschaft bald aufwacht und nicht die Augen vor dieser Krankheit verschließt. 

·  Klappenbroschur: 144 Seiten
·  Verlag: Schenk Verlag (September 2010)
·  ISBN: 978-3939337799
·  FSK: empfohlen ab 9 Jahren
·  Preis: 7,90 Euro  
Vielen Dank, liebe Renate, für dieses bewegende Buch!

Liebe Grüße
Anka

Kommentare:

  1. Eine gelungene Rezi, das Thema das Buches ist sehr aktuell und nur durch deine paar Worte kann ich mir den Druck und das Grauen gut vorstellen.

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  2. Hallo Jennifer!

    Vielen Dank für deine lieben Worte! Es freut mich total mich, dass dir meine Rezi gefallen hat.

    Liebe Grüße
    Anka

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  3. Kann mir sehr gut vorstellen, wie bewegend das Buch ist! Finde ich gut, das Thema ist doch allgegenwärtig und sollte dementsprechend auch angesprochen werden. Schöne Review =).
    Lg
    San

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  4. Dankeschön, San :)
    Bin ganz deiner Meinung, dass dieses Thema nicht unter den Teppich geschoben oder verharmlost werden soll.

    LG, Anka

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  5. danke :)
    ja kannte ihn von meiner alten schule
    aber der war nichts :D der hat die ganze zeit über sich selber geredet und sah doch nicht mehr so gut aus:D

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