Dienstag, 11. Mai 2021

Zeilen ans Meer | Sarah Fischer | Rezension

Alles beginnt mit einer Flaschenpost, die Lena während ihres Work & Travel Jahres in Australien ins Meer wirft. In dieser Flaschenpost hinterlässt sie eine Momentaufnahme von sich selbst: jung & frech, voller Energie und Träume, beseelt von ihren Erfahrungen in Australien, beflügelt von der Musik, die sie jeden Abend gemacht hat und bereit für eine abenteuerliche, glückliche und erfolgreiche Zukunft.

Heute, 16 Jahre später, brütet die 36-jährige Lena in ihrer Münchner Wohnung über der Übersetzung einer Bedienungsanleitung für Fernbedienungen und sorgt sich um ihre kleine Tochter, die im Hort Probleme mit anderen Kindern hat. Was ist aus der lebenshungrigen Abenteurerin mit der schönen Stimme geworden? Wohin sind all ihre Träume verschwunden?

Diese Fragen stellt sie sich selbst, als ihr eines Tages aus heiterem Himmel eine Kopie ihres Flaschenpost-Briefes von damals ins Haus flattert. Der Australier Sam hat ihre Flaschenpost 16 Jahre, nachdem sie sie ins Meer geworfen hat, am Strand gefunden. Sofort setzt er sich mit der deutschen Absenderin in Verbindung und es beginnt – unerwartet für beide – eine ganz besondere Brieffreundschaft. Bereits die ersten Briefwechsel sind sehr persönlich und der enge Kontakt entwickelt sich schnell zu einem regen, tiefgründigen Austausch, gespickt mit süßen, neckischen Flirtereien und emotionalen Offenbarungen. Lena und Sam lernen sich Brief für Brief näher kennen, doch was passiert, wenn sie sich irgendwann zu nah kommen? Kann man sich in einen Menschen verlieben, den man noch nie gesehen hat, sondern nur aus Briefen kennt?

Montag, 3. Mai 2021

Grenzfall - Der Tod in ihren Augen | Anna Schneider | Rezension

Alexa Jahn heißt die 32-jährige Kommissarin, die in der neuen Krimireihe „Grenzfall“ von Anna Schneider ermittelt. In ihrem ersten Fall „Der Tod in ihren Augen“ wird die Aschaffenburgerin ins tiefste Oberbayern nach Weilheim versetzt und dort nicht nur mit einem spektakulären Mord, sondern auch mit Steinen konfrontiert, die ihr ihre neuen Kollegen in den Weg legen. Bei ihrem Eintreffen rechnet Alexa noch nicht damit, dass ihr Vorgesetzter kurz darauf krankheitsbedingt ausfällt und sie mit der Leitung dieses besonderen Grenzfalls und einer spektakulär in Szene gesetzten Leiche betraut.

Warum dieser Mord zu einem „Grenzfall“ wird und somit länderübergreifende Ermittlungen stattfinden, hängt mit den Fundorten der Leiche zusammen – mehr verrate ich euch nicht.

Mich hat dieser Krimi positiv überrascht. Der Autorin Anna Schneider ist ein perfekter Balanceakt zwischen spannender Ermittlungsarbeit und Charakter-Vorstellung gelungen. Alexa ist eine toughe Protagonistin, die sich immer wieder behaupten muss, die zwischendrin auch mal an sich selbst zweifelt aber dennoch auf ihre Kompetenz und Intuition vertraut. Ich konnte ihre Ängste und Zweifel, aber auch ihre Wut und ihren Ehrgeiz nachempfinden. Meine anfängliche Befürchtung, dass die Autorin ihre sympathische Kommissarin am Ende einen unüberlegten, naiven Alleingang machen lässt, blieb glücklicherweise unbegründet. Ich freue mich schon jetzt darauf, im nächsten Fall erneut Alexa bei ihren Ermittlungen über die Schulter schauen zu dürfen.

Dienstag, 27. April 2021

Blitzeinschlag im Territorium | Christine Werner | Rezension

2019 wurden in Deutschland über 149.000 Ehen geschieden, was einer Scheidungsrate von über 35% entspricht (Quelle: unterhalt.net ). Für viele Kinder ist es heutzutage ganz normal, dass sie ihre Fahne im wöchentlichen Wechsel bei ihrer Mutter und bei ihrem Vater hissen. So geht es auch Terri, der 13-jährigen Protagonistin aus Christine Werners Jugendbuch „Blitzeinschlag im TERRItorium“. Sie hat sich an ihre zwei Domizile gewöhnt und kann dem wöchentlichen Wechsel viel positives abgewinnen.

Doch dann schlagen eines Tages die Liebesblitze ein. Sowohl ihre beste Freundin Nina als auch ihre Mutter verhalten sich immer merkwürdiger. Während Nina Terri an ihrer Schwärmerei für einen Mitschüler teilhaben lässt, hüllt sich Terris Mutter in Schweigen – doch es ist einfach nicht normal, dass sie ihren Lippenstift in die Mikrowelle stellt und bei Regen lachend durch die Fußgängerzone läuft. Terri versucht auf ihre ganz eigene Art und Weise die gefährlichen Liebesblitze zu erforschen, vor denen sie selbst sich bestmöglich schützen möchte. Nebenbei beobachtet sie ihre Mutter mit ihrer neuen Liebe, um die sie bisher ein großes Geheimnis gemacht hat. Schnell versteht Terri auch warum… denn es ist eine Frau.

Samstag, 24. April 2021

Diese eine Lüge | Dante Medema | Rezension

Delia hat sich in ihrer Familie schon immer fehl am Platz gefühlt. Sie liebt ihre Eltern und Geschwister – keine Frage, jedoch hat sie ständig das Gefühl „irgendwie anders“ zu sein.

Ein Schulprojekt zum Thema Herkunft nimmt sie schließlich zum Anlass, um einige Nachforschungen anzustellen. Sie beginnt mit einem Gen-Test, um mehr über ihre ethnischen Wurzeln zu erfahren. Als sie das Ergebnis erhält, fühlt sie sich zum einen in ihrem Gefühl bestätigt, zum anderen verfällt sie in eine Schockstarre. Das Testergebnis zeigt ihr nämlich sämtliche Verwandte an, die ebenfalls einen solchen Test gemacht haben, so zum Beispiel ihre ältere Schwester. Aber auch ihr Vater erscheint auf der Liste, jedoch handelt es sich bei der genannten Person nicht um den Mann, der sie großgezogen hat.

Was macht Delia jetzt mit dieser Information? Wieso hat ihre Mutter ihr nie gesagt, dass ihr Vater nicht ihr leiblicher Vater ist? Wer ist dieser Mann, dessen Namen Delia nun nicht mehr aus dem Kopf geht? Und wie geht eine Familie mit solch einer sensiblen Enthüllung um?

Dante Medema hat sich in ihrem außergewöhnlichen Jugendbuch mit einem sehr sensiblen Thema auseinandergesetzt und eine wunderbare Möglichkeit gefunden, Delias Geschichte so nah und nachfühlbar wie möglich zu erzählen. Den typischen Romancharakter sucht man in diesem Buch nämlich vergeblich. Die in Alaska lebende Autorin kombiniert Chatverläufe und E-Mails mit Poetry Slam-artigen Texten. Beim Lesen hört man Delias Gedanken – mal emotional und voller Bilder, im nächsten Moment eher sprunghaft. Außergewöhnlich. Außergewöhnlich gut.

Donnerstag, 22. April 2021

Neuerscheinungen im Mai 2021


Alles neu, macht der Mai - ob er uns auch neue Bücher mitbringt? Aber natürlich! Meine favorisierten Neuerscheinungen möchte ich euch wie immer gern in diesem Beitrag vorstellen. Viel Spaß beim Stöbern!