Samstag, 23. Februar 2013

Rezension: Beta ~ Rachel Cohn

· Titel: Beta
· Autor: Rachel Cohn
· Originaltitel: ANANDA Series 1: Beta
· Medium: Hardcover (416 Seiten)
· Verlag: cbt Verlag (Februar 2013)
· ISBN: 978-3-570-16164-7
· Genre: Dystopie (ab 13 Jahren)
· Preis: 17,99 Euro

Special zum Buch inkl. Gewinnspiel und Leseprobe



K U R Z B E S C H R E I B U N G

Sie hat, was sie nicht haben soll: Gefühle ...
Elysia ist eine Beta, ein geklonter Teenager, und sie lebt als Dienerin der Menschen auf der paradiesischen Insel Demesne. Ihr einziges Ziel ist es, ihren »Eltern« zu gefallen – bis sie entdeckt, dass nichts so ist, wie es zu sein scheint. Die heile Welt auf der Insel wird von Klonen gestört, die Gefühle und eine eigene Meinung haben, sogenannten defekten Klonen. Und dann entdeckt Elysia, dass auch sie Gefühle hat. Sie verliebt sich und hat Erinnerungen an ihre First, den Menschen, von dem sie geklont wurde und der längst tot sein muss. Ist sie selbst defekt? Dies würde ihren Tod bedeuten, doch Elysia ist bereit zu kämpfen, für ihre Freiheit und für ihre Liebe zu dem geheimnisvollen Tahir ...


B U C H T R A I L E R



A N K A S   G E B L U B B E R

Lange lange lange mussten wir auf die Veröffentlichung dieses neuen tollen Buches warten, nun ist es ab kommender Woche endlich im Buchhandel erhältlich. Die vielen Vorabstimmen verschiedenster Buchblogger waren sehr interessant. So gab es diejenigen, die dieses Buch in den Himmel lobten und groß feierten und es gab die anderen, die ganz und gar nicht überzeugt waren. Zu welcher Fraktion ich wohl gehöre??

Beta ist der erste Band eines dystopischen Jugendbuch-Vierteilers, der seine Leserinnen und Leser auf die paradiesische Insel Demesne entführt, auf der es sich die reichsten, einflussreichsten und mächtigsten Menschen der Welt gut gehen lassen. Die Atmosphäre, das Meer, die Luft,... einfach alles auf dieser Insel ist aufs Wohlergehen ausgelegt. Die Inselbewohner müssen nicht arbeiten, sondern können sich von menschlichen Klonen den ganzen Tag lang bedienen und unterhalten lassen.

Der neueste Schrei in der High Society sind Teenager-Klone, die sich aber noch in der Testversion befinden. Elysia ist eine dieser sogenannten Betas. Sie ist wunderschön, zuckersüß und "wohlerzogen", wie man es sicher betiteln würde, wenn sie denn ein "echtes" Mädchen wäre. Klar, dass sie schnell an die wohlhabene Familie des Governors verkauft wird.

Ebenso schnell merkt Elysia, dass sie anders ist, als sie sein sollte. Klone sind emotionslos ~ anders Elysia. Elysia hat Gefühle, spürt Trauer, Wut und Liebe, sie erinnert sich sogar an ihre First, also den Menschen, von dem sie geklont wurde und sie liebt Schokolade, obwohl sie eigentlich kein Geschmacksempfinden haben dürfte. Ist sie etwa ein defekter Klon? Dieses Geheimnis muss sie unbedingt vor ihrer neuen Familie verbergen, denn defekten Klonen droht der Tod.

Eine interessante Idee, die von der Autorin Rachel Cohn großartig in Szene gesetzt wird. Ich hatte von Anfang an das Gefühl, die Welt aus Elysias Augen zu betrachten. Für sie ist alles neu, sie wundert sich über das merkwürdige Verhalten der Menschen und ist neugierig. Trotzdem ist sie sich bewusst, dass sie als Dienerin geschaffen wurde und stets funktionieren muss. Diese Nüchternheit habe auch ich beim Lesen gespürt. So erscheinen die Figuren vielleicht anfangs etwas farblos, was mich aber umso mehr in die Geschichte hineingezogen hat, denn Elysias Gefühle keimen auch erst Stück für Stück auf. Ihr Entwicklungsprozess zieht sich durch das gesamte Buch. Fügt sie sich der Situation und ihrer Aufgabe? Bleibt sie der gefühllose Klon, mit dem die Menschen machen können, was sie wollen? Oder nutzt sie ihre Emotionen und Empfindungen, verliebt sich vielleicht und setzt sich für das Recht der Klone ein? Auch diesen Gewissenskampf beschreibt die Autorin sehr authentisch und nachvollziehbar.

Die anderen Charaktere, die in der Geschichte auftauchen, sind keinesfalls Sympathiebolzen. Ganz im Gegegenteil. Immer wieder haben mich Elysias Geschwister und deren Freunde zur Weißglut getrieben. Ich habe mich für sie geschämt, mich vor ihnen geekelt und ihnen am liebsten eine Überdosis der beliebten und häufig konsumierten Droge verpasst. Obwohl sie Menschen sind und über Emotionen verfügen, wirkten sie auf mich unglaublich blass, gefühllos und langweilig - verkehrte Welt, im Vergleich zur neugierigen und lebensfrohen Beta.

Auf den ersten Blick wirkt das Leben auf Demesne absolut paradiesisch, doch es gibt auch Schattenseiten, die zwar erwähnt, vorerst aber noch keinen allzu großen Raum einnehmen. Was ist mit den anderen defekten Klonen? Was ist mit den Menschen, die für das Recht der Klone kämpfen? Rebellionen? Aufstände? Rachel Cohn nimmt ihre Leser an die Hand und lässt sie zum Ende hin einen Blick auf diese Schattenseiten werfen. Ich wollte meinen Blick gar nicht mehr abwenden, ich wollte mehr sehen, mehr erfahren. Auf den letzten Seiten hatte ich das Gefühl, die Kontrolle über die Geschichte und über Elysia zu verlieren. Die Ereignisse überschlagen sich und enden in einem Cliffhanger, der einem sofort nach Band 2 lechzen lässt.

"Beta" war für mich ein neuartiges Leseabenteuer, das mich aufgrund des tollen, flüssigen Scheibstils, der spannenden, mit überraschenden Wendungen aufwartenden Handlung und der interessanten Entwicklung der Protagonistin vollauf begeistern konnte.

Wenn euch dieses Buch gefallen hat, schaut euch auch mal diese Titel an:
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Kommentare:

  1. Wie schön, bei mir wird es jetzt auch in den nächsten Tagen ankommen. Und die Autorin - es hat ewig gedauert bis ich den Zusammenhang zur Rachel Cohn von Rachel Cohn & David Levithan herausgefunden hab :D - schreibt ja wirklich toll.

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    1. Hallo Tine,
      ich kannte die Autorin vorher gar nicht. Ich muss aber unbedingt mal ein Cohn&Levithan Buch lesen, oder?
      Liebe Grüße und viel Spaß beim Lesen.
      Anka

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    2. Ja, das musst du! :)

      Ich mochte ja "Dash & Lilys Winterwunder", aber das passt am besten, wenn man das um die Weihnachtszeit rum liest.

      Liebe Grüße

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  2. Wie gut, dass BETA schon in meinem Regal steht, auch wenn ich noch nicht ganz weiß, wann ich es lesen werde. Ich finde es aber auch faszinierend wie die Meinungen zu einem Buch auseinander gehen können. Dieses Polarisieren in Bezug auf BETA ist mir nämlich auch schon aufgefallen. Doch das macht dann ja auch wieder neugierig und dank deiner Review bin ich es auch weiterhin. Wie stets hast du deine Buchgedanken sehr anschaulich und schön zusammengefasst. :)

    Liebe Grüße
    Reni

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    1. Hallo Reni,
      ich bin sehr auf deine Meinung gespannt und hoffe natürlich sehr, dass dir BETA gefallen wird.
      Ja, faszinierend, gell? In diesem Buch sind wohl die Protas das Problem und vielleicht die ein oder andere Länge, die ich zum Glück nicht als solche empfunden habe. Na mal sehen was du sagst.
      Danke für deine lieben Worte.
      Bis ganz bald! Freu mich auf unser Wiedersehen und drücke die Daumen, dass es klappt.
      Liebe Grüße,
      Anka

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  3. Ich werde es auch bald lesen dürfen :) Klingt echt gut :)

    LG
    Luna

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    1. Hallo Luna,
      na dann wünsche ich dir viel Lesevergnügen. Freu mich auf dein Fazit!
      Liebe Sonntagsgrüße
      Anka

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  4. Sehr schöne Rezi meine Liebe :) Ich bin auch so begeistert von Rachel Cohns Schreibstil und vor allem dass er sich von dem anderer Dystopien abhebt, weil er nicht super düster und bedrückend ist.

    Dir einen wunderschönen Sonntag :)

    Nanni

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    1. Hallo Nanni,

      ja, da hast du Recht. Der Schreibstil der Autorin und die Atmosphäre des Buches sind eher untypisch für eine Dystopie. Hach, es war toll und ich freue mich schon jetzt auf die Fortsetzung!

      Auch dir einen schönen Sonntag,
      liebe Grüße
      Anka

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  5. Grüß Dich, Anka.
    Klone, Androiden, Replikanten, In-Vitros - die literarische (filmische :-) ) Beschäftigung damit ist ein stetes Hinterfragen des Menschen in seiner Rolle als Schöpfer (das Gott-Syndrom!). Immer wieder interessant, weil perspektivreich. "Beta" scheint dies hier unterstreichen zu können. "Bist du mein Eigentum, weil ich dich erschaffen habe?!", als moralisches Ultimatum an das Selbstverständnis.

    Nach über drei Jahrzehnten ist 'Blade Runner' nach wie vor ein grandioser Film zum Thema künstlich erschaffenes Leben.

    Zu Deiner Antwort auf meinen Kommentar bezüglich Rezi-Schreibgewohnheiten habe ich Dir etwas mehr getippt. Originellerweise dann alles versehentlich (hüstel)geschreddert, anstatt gesendet. Ich schraube die Gedanken in der neuen Woche wieder zusammen für Dich.

    Hoffe, daß die Birne in Deiner Leselampe laaaange hält. :-)
    Obschon Grusellektüre mit Live-Effekten auch nicht ohne ist. Danke für Deinen herrlichen Wochenrückblick auf You-tube.

    Dir eine feine Woche!

    bonté

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