Samstag, 11. August 2012

Heike Eva Schmidts Eintrag in [Ankas Autoren Poesiealbum]

< --- Seite 12: Gabriella Engelmann




Heike Eva Schmidt
                                              
Mein Spitzname: Als Kind haben mich meine Verwandten hinter vorgehaltener Hand „Dieter Thomas Heck“ genannt, weil ich so schnell gesprochen habe, wie der damalige Moderator der „ZDF-Hitparade“. Als ich das rausgekriegt habe, wollte ich nie wieder einen Spitznamen haben ...

Mein Geburtstag: Im November, was mich früher sehr geärgert hat: Die Gäste kommen verfroren und durchnässt an, versauen der Mutter mit schmutzigen Schuhen den Boden und Grillen, Fangenspielen und Verstecken macht schließlich draußen auch mehr Spaß.

Meine Hobbys: alles, was man in der Natur machen kann: ausreiten, wandern, windsurfen und im Winter mache ich die Loipen unsicher (im wahrsten Sinne des Wortes).

Meine Homepage: www.heike-eva-schmidt.de


[Heikes Geblubber]

Wäre ich kein/e Autor/in geworden, wäre ich jetzt….
Journalistin. Die hätte ich weiter bleiben können, wenn mir nicht ständig Geschichten im Kopf herumgespukt wären, die nichts mit Journalismus, dafür aber mit Hexen zu tun haben! Was ich aber tatsächlich geblieben bin: Drehbuchautorin. Auf diese Arbeit möchte ich trotz des Romaneschreibens nicht verzichten.

Das Schöne an meinem Job…
...dass ich meiner Fantasie freien Lauf lassen kann und das tun, was ich am liebsten mache: Schreiben. Dass ich mir bei den Romanen meine Zeit völlig frei einteilen kann ist quasi das Sahnehäubchen.

Mein perfekter Tag beginnt mit… Cappuccino, gebrüht aus starken Espressobohnen, geht weiter mit... einer tollen Idee für einen neuen Roman, die mir idealerweise am See einfällt, wo ich mir gerade einen faulen Tag mache  und endet mit… einem Glas guten Wein auf dem Balkon oder dem Sofa mit dem Liebsten oder guten Freunden.

Ich wusste, dass ich Autor/in werden wollte, als…
... ich zu Beginn der 3. Klasse einen Schulaufsatz geschrieben habe - Thema: „Meine Ferien“. Ich beschrieb unseren Familienurlaub in Italien und den Abend, als unsere Eltern uns mal zwei Stunden alleine gelassen hatten, um Essen zu gehen. Prompt stöberten meine Cousinen und ich eine Rotweinflasche auf (im Bastkörbchen, sehr hübsch!) - und probierten natürlich den dunkelroten „Saft“. Die Folgen beschrieb ich später im Schulaufsatz sehr plastisch und die ganze Klasse lachte sich kaputt. Seitdem wollte ich unbedingt Schriftstellerin werden. Meine Eltern waren weniger begeistert, denn sie durften bei der Lehrerin antanzen und sich ein paar kritische Fragen gefallen lassen, was Aufsichtspflicht und Alkohol für Minderjährige anging...

Ein besonderes Erlebnis in meinem Leben als Autor/in…
Meine allererste Lesung auf der Buchmesse in Leipzig dieses Jahr. Plötzlich stand mein Vater vor mir, der extra 300 Kilometer gefahren war, um mich lesen zu hören. Und meine Premierenlesung für „Purpurmond“ in Bamberg, da kamen auf einmal meine ganze Reiter-Clique von früher samt meiner ältesten und besten Freundin in die Buchhandlung. Das sind Momente, die man - selbst als Autorin! - nicht beschreiben kann. Und dann natürlich viele, viele nette Begegnungen mit Leser/innen, die alle für sich einfach etwas Besonderes waren, sind und bestimmt auch bleiben.

Mein nächstes Projekt…
...sind eigentlich zwei :)

Mein Buchtipp…
„Tschick“von Wolfgang Herrndorf. Weil das Buch zwar ganz schön verrückt ist, aber man danach unbändige Lust dazu hat, sofort die beste Freundin ins Auto zu packen und auch einfach mal aus dem Alltag abzuhauen (nur mit besserer Musik als im Roman beschrieben!)


[Anka fragt…]

Wie selbstkritisch bist du? Hast du dir schon mal gewünscht, im Nachhinein noch dieses oder jedes an deinem bereits veröffentlichten Buch ändern zu können?
„Frau 120-Prozent is my Middlename“ - daher fallen mir natürlich im Nachhinein oft Sachen auf oder ein, die ich anders hätte machen können. Aber eben nicht müssen. Ein Buch ist ja ein Werk, das vom Autor und später auch vom Lektor immer und immer wieder kritisch gelesen und bei Bedarf auch überarbeitet werden sollte, ehe es in den Druck geht. Man muss aber andererseits auch aufpassen, nicht ZU selbstkritisch zu sein. Eine begabte Malerin hat mal zu mir gesagt, das Schwerste an ihrer Arbeit sei, den Punkt zu erkennen, an dem das Bild fertig ist. Und das kann man glaube ich auch auf jedes Buch übertragen: Irgendwann muss man einfach zu einem Ende finden.

Mit welchem deiner Charaktere würdest du gern einen Tag verbringen? Was unternehmt ihr?
Ich würde alle meine Protagonistinnen aus meinen drei Romanen zum Kaffee einladen. Während die Mädels sich sicher prima miteinander amüsieren, würde ich mir die alte Margret Hahn aus „Purpurmond“ mal für ein Stündchen zur Seite nehmen, damit sie mir ein paar Kräuter- und Hexentipps verrät...

Welchen Rat gibst du jungen Schreiberlingen mit auf den Weg, die auch gern ein Buch schreiben würden?
Schreiben! Und zwar so oft wie möglich, um Übung zu kriegen. Außerdem: Lesen und (gute) Filme gucken, um etwas darüber zu erfahren, wie der Plot von Geschichten funktioniert. Und - auch wenn ich jetzt klinge, wie „Fräulein Rottenmaier“ aus „Heidi“: Ohne Disziplin geht es leider nicht. Man muss dranbleiben und darf auch bei Kritik nicht empfindlich sein. Denkt einfach dran, dass jeder Diamant auch erst geschliffen werden muss, ehe er funkeln kann.

Abschließende Worte…
Danke an Anka, dass es keine Zeilenbegrenzung für die Antworten gab :)


[Heikes Cover-Wall]

 


[Ankas Geblubber zu Heike Eva Schmidt]

Heike hat mir den Juli versüßt und mir mit "Purpurmond" mein Monats-Lesehighlight beschert! Ich bin ganz begeistert von ihrem Humor (bzw. dem ihrer Protagonistin Cat, hihi) und würde am liebsten sofort zum nächsten Buch von ihr greifen. "Schlehenherz" steht bereits auf meiner Wunschliste, wobei mir bei einem Thriller wohl eher nicht zu lachen zu Mute sein wird ;).

Herzlichen Glückwunsch, liebe Heike, zu deinem ersten Buchpreis! Im August 2012 wurde "Schlehenherz" von der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur zum "Buch des Monats" gewählt!

Vielen lieben Dank für den herzlichen Kontakt und deinen tollen Eintrag in mein Poesiealbum! Ich bin gespannt auf deine 2 neuen Projekte und wünsche dir viel Erfolg!! 
 

Kommentare:

  1. Hallo, Anka.
    Interessant sind immer wieder die Nuancen, in denen sich die Herangehensweise an die Fragen, von Autorin zu Autorin unterscheidet.
    Apropos - täuscht mich die Erinnerung, oder hatten wir bisher wirklich noch keinen Autor in der Reihe?

    Ich denke, viele von uns können es innerlich nachvollziehen wie sich Heike Eva Schmidt in der Situation der erwähnten Lesungen gefühlt hat. Rein von der Empathie her.

    Ich betrachte Prosatexte eigentlich gern wie ein Polaroid der speziellen Gedankenwelt des Individuums. Nachrägliche Korrektur ist der Feinschliff eines bereits fest umgriffenen Gedankens.

    bonté

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    1. @RoM
      Haha, doch! Einen Autor gab es bereits! Elk von Lyck auf Seite 08 und seit gestern leistet ihm Thomas Thiemeyer auf Seite 14 männliche Gesellschaft. Aber du hast Recht, die männlichen Autoren sind noch recht wenig in meinem Poesiealbum vertreten.

      Viele Grüße
      Anka

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  2. Ach wieder einmal sehr sympathisch die Eva! In Frankfurt machte sie schon einen tollen Eindruck, der bestätigt sich hier nochmals. Ich musste ja so schmunzeln bei ihren kurzen Worten zur Rotweinflasche und den Folgen. Oh, oh! Ansonsten bin ich sehr gespannt auf weitere Werke von ihr. "Schlehenherz" und "Amerika liegt im Osten" wollen auch noch gelesen werden. Ein super Poesie-Eintrag!

    Liebe Grüße
    Reni

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    1. @Reni
      Ja, Heike ist unglaublich sympathisch und schreibt so mitreißend! Ich bin schon ganz gespannt auf "Schlehenherz".
      Oh ja, die Geschichte mit der Rotwein-Flasche ist komisch. So ein Erlebnis bleibt definitiv in Erinnerung :) Ob sie heute noch gern Wein trinkt? Wobei... sie kommt ja aus Bamberg, da zieht sie sicher das Bier vor :)

      Liebe Grüße
      Anka

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  3. Hihi, falsch geraten, liebe Anka! Ich bin eine Weintrinkerin (geblieben), obwohl ich inzwischen Merlot dem Lambrusco im Bastkörbchen vorziehe!
    Danke für Eure netten Kommentare und natürlich hoffe ich, dass mein neuer Thriller Euch im kommenden Jahr gefallen wird!
    Liebe Grüße von Eurer Heike Eva

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    1. @Heike
      Ach wie lieb! Vielen Dank für deinen Besuch in meiner kleinen Bloggerwelt :) Na dann bin ich ja froh, dass du immer noch gern Wein trinkst. Den Merlot würde ich dem Lambrusco übrigens auch vorziehen... wobei, wenn ich die Auswahl hätte, entscheide ich mich für einen Weißen :)!
      Wir sind gespannt auf deinen neuen Thriller!
      Liebe Grüße an dich,
      Anka

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  4. Hi Anka.
    Purpurmond ist auf jeden Fall eins der besten Bücher überhaupt. Ich libe dieses Buch. Und Schlehenherz will ich auch noch unbedingt lesen.
    LG Mary♥

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