Freitag, 11. September 2015

#lesenswert | Schau mir in die Augen, Audrey | Jugendbuch



·  Titel: Schau mir in die Augen, Audrey
·  Originaltitel: Finding Audrey
·  Autorin: Sophie Kinsella
·  Medium: Paperback (384 Seiten)
·  Verlag: cbj (Juli 2015)
·  ISBN978-3-570-17148-6
·  Genre: Jugendbuch
·  FSK: empfohlen ab 12 Jahren
·  Tags: Angststörung, soziale Phobie, Familie, erste Liebe
·  Preis: 14,99 Euro 




K U R Z B E S C H R E I B U N G

Audrey ist Mitglied einer ziemlich durchgeknallten Familie: Ihr Bruder ist ein Computernerd, ihre Mutter eine hysterische Gesundheitsfanatikerin und ihr Vater ein charmanter, ein bisschen schluffiger Teddybär. Doch damit nicht genug – Audrey schleppt noch ein weiteres Päckchen mit sich herum: Nämlich ihre Sonnenbrille, hinter der sie sich wegen einer Angststörung versteckt. Bloß niemandem in die Augen schauen! Als sie eines Tages auf Anraten ihrer Therapeutin beginnt, einen Dokumentarfilm über ihre verrückte Familie zu drehen, gerät ihr immer häufiger der gar nicht so unansehnliche Freund ihres großen Bruders vor die Linse – Linus. Und langsam bahnt sich etwas an, was viel mehr ist, als der Beginn einer wunderbaren Freundschaft ...


A N K A S   G E B L U B B E R

"Schau mir in die Augen, Audrey" ist das erste Jugendbuch der Bestsellerautorin Sophie Kinsella, die sich bereits vor Jahren mit ihrer Shopaholic-Reihe in viele Leserherzen geschrieben hat. Ich war sehr gespannt auf ihre erste Geschichte für jüngere Leser, zumal die Kurzbeschreibung vermuten ließ, dass wir es hier nicht nur mit einem ausschließlich lustigen Roman zu tun bekommen.

Bevor sich Sophie Kinsella jedoch dem ernsten Thema des Buches annimmt, lädt sie ihre Leser ein, ein paar Tage am Familienleben der Turners teilzunehmen. Sie stellt uns die 14-jährige Audrey an die Seite, die die Geschichte luftig, locker, leicht und humorvoll erzählt. So lernen wir gleich zu Beginn Audreys älteren Bruder Frank kennen, der seine Freizeit am liebsten zockend vorm PC verbringt und deshalb seinen Augen nicht traut, als seine besorgte Mutter, die auf die Erziehungstipps aus Elternratgebern und der Daily Mail schwört, den Computer zum Fenster hinauswerfen möchte. Nicht nur Audrey beobachtet das Geschehen, sondern auch - mit weit aufgerissenen Augen - ihr kleiner, 4-jähriger Bruder Felix und ihr Vater, der in diesem Moment wohl lieber woanders wäre, dann aber doch Angst um sein Auto bekommt, das direkt unter dem geöffneten Fenster steht. Willkommen im chaotischen Alltag der Familie Turner. Ich habe mich sofort wohlgefühlt und es mir zwischen den Seiten gemütlich gemacht.

Schnell musste ich jedoch lernen, dass ich Audrey nicht ZU nahe kommen darf. Die große, dunkle Sonnenbrille trägt das Mädchen nämlich nicht rund um die Uhr um besonders cool auszusehen oder sich gar vor der blendenden Sonne zu schützen. Nein, Audrey leidet unter einer sozialen Phobie und Angstzuständen, die ihren Ursprung in einem Erlebnis in ihrer Vergangenheit haben. Obwohl die Geschichte ihren leichten, humorvollen Charakter nicht verliert, lernen wir die dunklen Schattenseiten von Audreys Krankheit kennen. Jeder Tag ist ein neuer Kampf für das junge Mädchen. Täglich muss sie gegen Vorurteile aber vor allem auch gegen sich selbst und erbarmungslose Rückschläge kämpfen.

Mit dem plötzlichen Auftreten von Linus, Franks Zocker-Kumpel, beginnen Audreys Augen hinter der Sonnenbrille jedoch wieder zu strahlen. Es war herzallerliebst, die vorsichtigen Annäherungsversuche zwischen den beiden zu beobachten. Zusammen mit Audrey habe ich dem nächsten Besuch von Linus entgegengefiebert. Schüchtern und behutsam - dann aber ein bisschen zu schnell. Auf der einen Seite fand ich Audreys Optimismus und Kampfeswille sehr beeindruckend, auf der anderen Seite ging mir die Entwicklung zu schnell, sodass sie für mich ein Stück weit an Glaubwürdigkeit verlor.

Trotzdem hat es mir sehr viel Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen. Alle Charaktere waren wirklich herzallerliebst und machten es einem leicht, sie bereits nach wenigen Seiten ins Herz zu schließen.
Sophie Kinsella hat eine wunderbar-humorvolle & leichte Art zu schreiben, die ihre Leser nur so durch die Seiten fliegen lässt. Aufgelockert werden Audreys Erzählungen durch die abgedruckten Drehbuch-Seiten ihrer Familien-Doku inkl. Regieanweisungen und dem ein oder anderen kuriosen Dialog, der mit der Kamera eingefangen wird. Eine tolle Idee!


W E I T E R F Ü H R E N D E   I N F O S

Meine Buchvorstellung von "Schau mir in die Augen, Audrey" im Wochengeblubber:




HIER erzählt uns die Autorin persönlich mehr über ihr erstes Jugendbuch

Wenn euch dieses Buch gefallen hat, schaut euch auch mal diese Titel an:
(Ein Klick aufs Bild leitet euch zu weiteren Infos zum jeweiligen Buch)

  

Weitere Leser-/Bloggerstimmen zu "Schau mir in die Augen, Audrey" findet ihr u.a. ....

Blubbert mit mir!
    


Kommentare:

  1. Huch!
    Gerade eben habe ich noch einer Freundin von mir den Link zu deinem Blogspecial Beitrag von "Wenn du dich traust" geschickt und schwupps kommt auch schon eine neue Rezension online.
    Ich habe mich schon vor einer Weile gefragt, ob du die im Wochengeblubber angesprochenen Bücher auch schriftlich rezensieren wirst. Immerhin ist das ja dann beinahe doppelt gemoppelt und da hätte ich verstehen können, wenn dir das definitiv zu blöd bzw. vor allem zeitaufwendig ist.

    Jedenfalls gefällt mir deine Rezension ziemlich gut und ich überlege wirklich, das Buch auf meiner Wunschliste zu vermerken.

    viele Grüße und einen guten Start ins Wochenende
    wünscht Emma

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    1. Liebe Emma,
      Überraschung :) Herzlichen Dank, dass du deiner Freundin den Link zum Blogspecial geschickt hast. Das freut mich natürlich sehr.
      Vielen Dank auch für dein liebes Feedback zu meiner neuen Rezi! Tatsächlich habe ich schon Ewigkeiten keine schriftliche Rezi mehr geschrieben und wollte mal ausprobieren, ob es noch funktioniert. Ich hätte nie gedacht, dass ich das Rezi-Schreiben so vermisst habe!
      Liebe Grüße und auch dir ein schönes Wochenende!
      Anka

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  2. Hey Anka,

    schön, mal wieder eine schriftliche Rezi von dir zu Gesicht zu bekommen ;)

    Seit AM ENDE DER WELT TRAF ICH NOAH mag ich Jugendbücher ja auch ganz gerne. Mal sehen, ob es dieses Buch auch mal auf meine Sessellehne schafft. Dort liegen meine Bücher immer, wenn ich Lesepause mache, um zu arbeiten oder zu schlafen. Aber momentan bin ich mitten im Thriller-Krimi-Herbst. Danach kommt dann sicher mal wieder ein Jugendbuch.

    Trotzdem tolle Rezi... hat mich auf alle Fälle neugierig gemacht!!

    LG
    Martin
    buchwellenreiter.blogspot.de

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    1. Hi Martin!
      Vielen Dank für dein Feedback. Für mich war es auch mal wieder etwas ganz besonderes, schriftlich über ein Buch zu blubbern.
      Ich finde es super, dass du deine Fühler nun auch in Richtung Jugendbücher ausstreckst. Sie werden leider immer noch sehr unterschätzt, dabei sind sie goldwert!
      Viel Spaß & Spannung bei deinem Thriller-Krimi-Herbst! Ich werde auch bald mit einsteigen!
      Liebe Grüße
      Anka

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    2. Ich glaube von Erwachsenen werden sie zu sehr unterschätzt. Da ging mir ja bis vor Kurzem nicht anders. JUGENDbuch und JUGENDlicher... Da dachte ich auch immer, das sind Leute, die nicht wirklich Dinge erleben, die für mich bedeutend sind. Aber eigentlich ist das Unsinn. Ich wähle Bücher jedenfalls nicht mehr nach der Zielgruppe aus. Viele Bücher (gerade auch LAYERS) kann man ohnehin schwer in EIN Genre packen. Da kommen immer Mehrere zusammen. Aber jetzt will ich auch nicht eigenen Rezensionen spoilern *lach*

      Schönen Freitag dir noch (ich hab Urlaub, da fühlt sich jeder Tag, wie Samstag an) :D

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