Dienstag, 5. März 2013

::: Rezension: Wispernde Schatten ~ Daniel Blythe :::

· Titel: Wispernde Schatten
· Originaltitel: Shadow Runners
· Autor: Daniel Blythe
· Medium: Hardcover (304 Seiten)
· Verlag: Chickenhouse (März 2013)
· ISBN: 978-3-551-52046-3
· Genre: Mystery Thriller (ab 12 Jahren)
· Preis: 13,95 Euro


K U R Z B E S C H R E I B U N G

Jede Nacht derselbe Albtraum. Seit Miranda mit ihrer Mutter und ihrem kleinen Bruder nach Firecroft Bay gezogen ist, hat sie keine ruhige Nacht mehr. Und den ganzen Tag fühlt sie sich von Schatten verfolgt. Als es im Bus dann auch noch schneit und an der Schule die PCs explodieren, ist sich Miranda sicher: Irgendetwas geht hier vor - etwas Düsteres, Geheimnisvolles. Doch Josh und seine Freunde glauben, sie könnten es aufhalten. Und sie behaupten, Miranda habe besondere Fähigkeiten, die ihnen dabei helfen ...

A N K A S   G E B L U B B E R

Ein aufregendes Ghostbusters-Abenteuer für junge Geisterjäger.

Miranda durchlebt eine schwierige Zeit. Nach dem Tod ihres Vaters zieht sie mit ihrer Mutter und ihrem kleinen Bruder in das verschlafene Küstenstädtchen Firecroft Bay. Das junge Mädchen fühlt sich unwohl in ihrer Haut. Das liegt nicht nur an dem immer wiederkehrenden, dunklen Traum mit dem wispernden Schatten, sondern auch daran, dass ihr erster Schultag an einer neuen Schule kurz bevor steht. Bereits an der Bushaltestelle, an der sie auf den Schulbus wartet, fühlt sie sich wie eine Außenseiterin. Die meisten Schüler ignorieren sie, während andere sie skeptisch mustern und anstarren. Im Bus wächst Mirandas Unbehagen, denn es ist so eng, dass sie dicht an die anderen Jugendlichen gedrängt ausharren muss, während die stickige Luft im Bus immer unangenehmer wird. Doch es verändert sich nicht nur die Luft, auch die Temperatur scheint rapide zu sinken. Draußen strahlt die Sonne und drinnen frieren bereits die Fenster zu. Ein kurzes Gespräch, das zwischenzeitlich zwischen Miranda und dem Mädchen Cal entstanden ist, wird jäh von der aufkeimenden Panik der Schüler unterbrochen.

Was ist in dem Schulbus passiert? Warum gab es diesen plötzlichen Temperatursturz? Und was hat die merkwürdige Clique rund um Cal, Josh, Olli und Lyssa mit der ganzen Sache zu tun? Miranda kommt das Verhalten ihrer Mitschüler unheimlich vor und sie nähert sich einem geheimen Treffpunkt. Blöd nur, dass sie in ihrem Versteck entdeckt und bereits erwartet wird...Die Clique scheint Interesse an ihr zu haben und vermutet, dass sie besondere Fähigkeiten besitzt. Wird sich Miranda ihren neuen Mitschülern anvertrauen und dem Grund für die merkwürdigen Geschehnissen auf die Spur kommen?

Schon nach den ersten Seiten war mein Interesse geweckt. Das plötzliche Zufrieren des Schulbusses hat mir direkt ein Fragezeichen auf die Stirn tätowiert. Was mag da bloß geschehen sein? Und dann das merkwürdige Verhalten von Mirandas Mitschülern... Natürlich wollte ich sofort wissen, was in dem kleinen Küstenörtchen vor sich geht und folgte der ebenfalls neugierigen Miranda.

Miranda ist ein bewundernswerter Charakter. Obwohl sie gerade ihren Vater verloren hat und sich erst in ihrer neuen Umgebung zurecht finden muss, präsentiert sie sich recht taff, scharfzüngig und selbstbewusst. In ihrem Innern sieht es da ein bisschen anders aus - sie ist beunruhigt, verängstigt, vermisst ihren Vater und findet immer schwerer in den Schlaf. Da die Geschichte aus ihrer Sicht erzählt wird, bekam ich einen unmittelbaren Einblick in ihre Gedanken und Gefühle.

Auch die anderen Charaktere entwickelten sich schnell zu interessanten Figuren mit Ecken und Kanten. Insbesondere die kleine Lyssa schloss ich schnell ins Herz und bewunderte ihren Eifer, ihre Intelligenz und ihren Mut. Das Computergenie Olli mochte ich auch sofort, während mir Josh und Cal nicht so ganz geheuer waren. Mirandas Nebensitzerin Jade, die nichts mit der besagten Clique am Hut hat, aber schnell zu einer neuen Freundin wird, fand ich ebenfalls interessant dargestellt.

Der pfiffige, sehr jugendliche Schreibstil ermöglicht von Anfang an ein schnelles Lesetempo und passt zur anvisierten Zielgruppe. Mir haben die teilweise etwas ruppigen Ausdrücke, gepaart mit dem jugendlichen Slang nicht immer gefallen und mich stellenweise aus meinem Lesefluss geworfen, aber ich denke, dass sich jüngere Leser über diese authentische und einfache Sprache freuen und sich somit leichter mit den Romanhelden identifizieren können.

Natürlich bleiben die Spannung und der erhoffte Gänsehautfaktor nicht aus. Die 5 Kids stürzen sich in ein gruseliges Abenteuer, scheuen der Begegnung mit dem "Übernatürlichen" nicht und stehen schließlich der angsteinflößenden und für mich sehr überraschenden Wahrheit in einem actiongeladenen Showdown gegenüber.


"Wispernde Schatten" liest sich wohl unter der Bettdecke, mit einer Taschenlampe bewaffnet, am besten. Eine Leseempfehlung für alle jungen Ghostbuster ab 12 Jahren, die schon immer mal auf Geisterjagd gehen wollten.