Dead Air von Josi Wismar | Rezension

Rezension Dead Air von Josi Wismar, Thriller

Dead Air von Josi Wismar | Rezension

Werbung: Dieses Buch wurde mir als kostenfreies Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Es gibt Bücher, auf die freut man sich schon lange, und bei denen ist die Enttäuschung am Ende umso größer, wenn sie einen einfach nicht abholen. Genau so ging es mir mit Dead Air von Josi Wismar. Dabei hatte ich mich wirklich auf ihren ersten Thriller gefreut.

Mit Fractured Fates und Shattered Silence hatte mich Josi Wismar begeistert. Ich mochte ihren Schreibstil und die Art, wie sie ihre Geschichte erzählt sowie ihre Message, die sie mit dieser Dilogie geteolt hat. Als dann Dead Air angekündigt wurde, war meine Neugier sofort geweckt. Ein abgelegenes Bergchalet, ein True-Crime-Podcast und ein verschwundener Bestsellerautor? Das klang nach genau der Art Geschichte, die mich erneut in ihren Bann ziehen könnte.

Dead Air: Eine spannende Grundidee mit viel Potenzial

Vier Jahre nach dem mysteriösen Verschwinden des Bestsellerautors Adam Ashwood soll ein True-Crime-Podcast den Fall neu aufrollen. Dafür treffen sich die Beteiligten zu einer Live-Aufzeichnung in einem abgelegenen Bergchalet. Ein bislang unveröffentlichtes Manuskript könnte entscheidende Hinweise liefern. Doch je mehr ans Licht kommt, desto deutlicher wird, dass nicht alle Anwesenden dasselbe Ziel verfolgen.

Die Ausgangslage fand ich richtig interessant. Ein abgeschiedener Schauplatz, ein ungelöster Fall und Menschen, die möglicherweise mehr wissen, als sie zugeben – daraus hätte sich für mich ein richtig atmosphärischer Thriller entwickeln können.

Auch das Thema, die nicht vorhandene Sichtbarkeit von Frauen aktuell und in der Geschichte, in den Mittelpunkt zu rücken, finde ich wichtig. Ich mochte außerdem die Idee, die Handlung nicht nur über klassischen Erzähltext zu vermitteln. Eigentlich waren also viele Zutaten vorhanden, auf die ich mich gefreut hatte.

Warum bei Dead Air die Spannung für mich nicht funktioniert hat

Gerade vom Bergchalet hatte ich mir eine beklemmende Atmosphäre erhofft. Ein abgelegener Ort, an dem Dinge verschwinden und sich Unsicherheit zwischen den Beteiligten breitmacht, bietet schließlich jede Menge Möglichkeiten, beim Lesen ein ungutes Gefühl entstehen zu lassen.

Bei mir wollte sich dieses Gefühl allerdings nicht einstellen. Ich konnte die Atmosphäre nicht richtig greifen, und auch die Spannung, die sich nach und nach aufbauen sollte, blieb für mich aus. Das war besonders schade, weil die Grundidee so viel Potenzial hatte.

Auch mit dem Erzähltempo hatte ich meine Schwierigkeiten. Normalerweise mag ich es an Josi Wismars Schreibstil, dass sie nicht jedes Detail ausführlich erklärt, Szenen auch einmal abrupt beendet und mit Zeitsprüngen arbeitet. Das kann eine Geschichte schön dynamisch machen und dafür sorgen, dass man sich auf das Wesentliche konzentriert.

In Dead Air empfand ich vieles dagegen als zu langsam. Gleichzeitig hatte ich bei manchen Zeitsprüngen das Gefühl, dass etwas dazwischen fehlte. Während mir einzelne Passagen also zu ausführlich vorkamen, hätte ich mir an anderer Stelle mehr verbindende Informationen gewünscht.

Das ist eine Kombination, mit der ich beim Lesen nicht richtig warm geworden bin. Ich habe auf den Moment gewartet, an dem sich die einzelnen Teile zu einem stimmigen Ganzen verbinden und die Spannung endlich Fahrt aufnimmt. Für mich ist dieser Moment leider nicht gekommen.

Verschiedene Erzählperspektiven und Medien – aber ohne den erhofften Effekt

Was ich an Dead Air ausdrücklich mochte, war die Idee, unterschiedliche Medien in die Geschichte einzubinden. Ein annotiertes Manuskript, Podcast-Passagen, Zeitungsartikel, Interviews, Chatnachrichten und Instagram-Beiträge sorgen für Abwechslung. Dazu kommen die Perspektiven dreier Frauen.

Das hätte für mich eine richtig reizvolle Mischung sein können. Gerade solche unterschiedlichen Einblicke können eine Geschichte vielschichtiger machen und neue Fragen aufwerfen. Auch die Verbindung aus Unterhaltung und dem wichtigen Thema weiblicher Sichtbarkeit fand ich grundsätzlich interessant.

Leider blieben diese Elemente für mich eher gute Zutaten, aus denen sich keine überzeugende Gesamtgeschichte entwickelt hat. Ich konnte durchaus erkennen, was die verschiedenen Erzählformen leisten sollten. Beim Lesen haben sie mich aber nicht so gefesselt, wie ich es mir erhofft hatte.

Und dann kam noch das Ende. Ich hatte tatsächlich gehofft, dass die Auflösung mich vielleicht doch noch mit dem Buch versöhnen würde. Manchmal ergibt sich rückblickend ein ganz anderes Bild, wenn die einzelnen Fäden zusammenlaufen. Hier war das für mich leider nicht der Fall. Die Auflösung erschien mir nicht schlüssig und konnte meine vorherigen Schwierigkeiten deshalb auch nicht ausgleichen.

Mein Fazit zu Dead Air von Josi Wismar

Es tut mir wirklich leid, dass Dead Air für mich nicht funktioniert hat. Gerade weil ich Fractured Fates und Shattered Silence so gern gelesen habe, war meine Vorfreude groß. Vielleicht waren meine Erwartungen dadurch auch besonders hoch. Sicher ist jedenfalls, dass ich diesen Thriller unbedingt mögen wollte.

Die Grundidee finde ich weiterhin stark. Auch die verschiedenen Erzählformen und die Thematisierung der mangelnden Sichtbarkeit von Frauen haben Potenzial. Nur ist daraus für mich keine Geschichte geworden, die mich atmosphärisch und erzählerisch überzeugen konnte. Die Spannung blieb aus, das Tempo fühlte sich unausgewogen an und das Ende hat mich leider ebenfalls nicht abgeholt.

Das bedeutet nicht, dass Josi Wismars andere Bücher für mich dadurch an Wert verlieren. Dead Air hat mir lediglich gezeigt, dass eine interessante Idee und viele gute Ansätze nicht automatisch dazu führen, dass eine Geschichte für mich aufgeht.

Ich hätte dieses Buch wirklich gern geliebt. Stattdessen bleibt bei mir vor allem die Enttäuschung darüber zurück, wie wenig mich die Geschichte trotz meiner großen Erwartungen erreicht hat. Somit bekommt Dead Air von mir leider keine Leseempfehlung.

Weiterführende Infos zum Buch

Buchcover: Dead Air von Josi Wismar
Paperback* | 384 Seiten | erschienen im September 2026 im Heyne Verlag | ISBN: 978-3-453-44427-0
* = dieses Buch wurde mir als kostenfreies Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt, was jedoch keinerlei Einfluss auf meine persönliche Meinung hat.

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Laura von Eden | Missappledome | Sannes BookCatalogue | gern verlinke ich auch DEINE Rezension

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