Mittwoch, 8. Januar 2014

Aus aktuellem Anlass...


Liebe Blubberfreunde,

aus aktuellem Anlass ist es Zeit für offene Worte und Erklärungen. 

Aufhänger ist dieser Facebook-Beitrag, den ich gestern Abend auf meiner "Ankas Geblubber"- Seite veröffentlicht habe:

Ich bin traurig, verletzt und wütend! Die Tränen kullern vor Enttäuschung und vor Wut!

Copy & Paste ist schon was feines, oder? Dass hinter Ideen & Projekten ein dicker Zeitaufwand, eine fette Portion Herzblut und ein Zentner kreatives Hirnschmalz stecken können, scheint wohl egal zu sein. Tolle Idee? Sogar erfolgreiche Idee? Klasse! Ich will auch ein Stück von der Torte --> Strg C ~ huch, das ging ja einfach!

Leute, wo ist euer Respekt geblieben?

Klauen ist scheiße!


Normalerweise sind solche emotional-geleiteten Ausrufe nicht mein Ding, schon gar nicht über öffentliche Plattformen wie Facebook. Warum ich aber hinter jedem einzelnen Wort stehe, möchte ich euch nun erklären, denn dieser Beitrag hat einen wahren Shitstorm ausgelöst. Getroffene Hunde bellen, heißt es so schön...

Zuerst sei gesagt, dass es nur eines kleinen Tropfen bedurfte, mein bereits volles Fass zum Überlaufen zu bringen. Dieser Tropfen war gestern Abend eben eine Facebook-Veranstaltung die sich "1. We love Books STAMMTISCH" nannte. Ein BücherSTAMMTISCH in Frankfurt, organisiert von 2 Bloggerinnen, die ich persönlich kenne. Meine liebe Bloggerfreundin (deren Namen ich hier an dieser Stelle aus Rücksicht nicht nennen möchte und den ich durch sie/du ersetze) ist mir in letzter Zeit sehr ans Herz gewachsen, wir hatten regelmäßig Kontakt und haben uns auch persönlich getroffen. Diese Details erwähne ich, damit ihr versteht, warum so viele Emotionen im Spiel sind. Ich mag sie! 

So, und ich denke, dass ich euch nun meine Erklärungs-Mail an sie zeige, die sie heute von mir erhalten hat (nicht wundern, die Einleitung und die Anrede sowie die Lieben Grüße am Ende lass ich hier weg!)

Es begann mit den Lesenächten. Eines Abends hatte ich große Lust zu lesen und mich dabei mit anderen Leseratten auszutauschen, schließlich gab es jede Menge andere Bücherwürmer, die an diesem Abend genau das gleiche taten. Schon die erste Lesenacht stieß auf Interesse und es folgte schnell die zweite. Bisher hatte ich nur von Lesemarathons gehört - die waren mir aber zu lang. So baute ich meine Lesenacht weiter aus, stellte zwischendurch Fragen, sodass sich die Teilnehmer auch untereinander kennen lernen konnten. Die Lesenacht stieß auf großes Interesse, was mich natürlich freute, da es so ein virtuelles Leseevent in dieser Form bisher noch nicht gab. Es machte mir selbst unglaublich viel Spaß. Irgendwann erhielt ich eine Mail von Bröselchen. Sie fragte, ob sie auf ihrem Blog auch mal eine Lesenacht veranstalten dürfte, vielleicht mit mir zusammen. Da ich ein großer Fan von Gemeinschaftsprojekten bin und die Vernetzung unglaublich wichtig und toll finde, stimmte ich zu. Sie machte diese Lesenacht zu ihrer Lesenacht, mit ihren Ideen und Aktionen. Super! Kurz darauf folgte die Einladung einer anderen Bloggerin zu ihrer 1. Langen Lesenacht, in der "gelesen und gequasselt wurde, bis die Augen zufallen". Aus Neugierde schaute ich mir ihren Beitrag an, zumal mir der Slogan ziemlich bekannt vorkam. Was mich auf ihrem Blog erwartete, war MEIN Post. Gleiche Formatierung, gleiche Farben, Schriftgrößen, der gleiche Text und und und. Copy & Paste! Als sich der erste Schock gelegt hatte, schrieb ich sie an, ganz freundlich, und erklärte ihr meine Verwunderung. Zuerst war sie etwas uneinsichtig. Wieso kopiert sie mich? Man stellt in einer Lesenacht nun mal Fragen zu jeder vollen Stunde. Lesenächte fangen um 21:00 Uhr an... ähm ja... MEINE! Ich zeigte ihr auf, wie viel Zeit und Aufwand ich in diese Idee gesteckt hatte und natürlich in deren Ausarbeitung. Dass man lediglich an einer Formatierung Stunden sitzen kann, war ihr nicht bewusst. Sie sah ihren Fehler ein, entschuldigte sich und machte es beim nächsten mal anders. Wunderbar! Wochen später erhielt ich eine E-Mail von einer Bloggerin, die sich ebenfalls an einer Lesenacht versuchen wollte, aber vorher um Erlaubnis bat. Sie fragte, inwieweit sie meine Grundidee aufgreifen durfte und hielt mir einen langen Katalog mit ihren eigenen Ideen und Vorschlägen unter die Nase. Auch ihr gelang es ohne Probleme, ihr eigenes Special daraus zu machen, mit neuen Ideen, anderen Namen und ebenfalls mit viel Herz. Toll! Genauso stelle ich mir das vor! Mittlerweile haben auf 100 anderen Blogs Lesenächte stattgefunden. Die meisten nach dem Grundprinzip. So läuft nun mal eine Lesenacht ab. Ähm... jaaaa, so lief MEINE Lesenacht ab. Als ich die Veranstalter freundlich darauf hinwies, wurden die Antworten immer patziger! Ich sollte mich nicht so haben! Die Lesenächte gehören nicht mir. Jeder macht Lesenächte und alle laufen gleich ab! Ich hätte da kein Patent drauf! OK, verständlich. Jeder macht Lesenächte. Mittlerweile ja. Damals gab es nur die eine. Aber gut, toll, dass die Idee angenommen wurde. Ich selbst habe aufgrund der Masse an Lesenächten, die mittlerweile täglich stattfinden, keine große Motivation mehr, eine eigene zu veranstalten. Sie ist nichts besonderes mehr... ausgelutscht...
Also brütete ich über neuen Ideen. Teilweise nächtelang, bis mir die Augen zufielen. Beim Aufwachen am nächsten Tag freute ich mich auf die Reaktion der Community und werkelte weiter, bis ich zufrieden war. Die Community soll wachsen, sie soll durch ihre bunte Farbe, ihre Abwechslung und ihr harmonisches Miteinander auffallen. Sie soll Bücher und das Lesen an sich in ein neues, modernes und hippes Licht rücken.
Es folgten neue Ideen, neue Aktionen. Ich hatte Spaß. Einige Projekte kamen gut an, andere weniger... auf die ersten Nachahmer musste ich jedoch nicht lange warten. Selbst an neuen Ideen arbeiten? Nö, warum denn? Ist doch viel bequemer, in ausgetretene Fußstapfen zu treten, als einen eigenen Weg einzuschlagen, zumal der neue Weg immer die Gefahr birgt, in eine Sackgasse zu führen. Aller Aufwand für die Katz! Bleiben wir beim gewohnten...
Was mich daran stört ist einfach die Uneinsichtigkeit und das Unverständnis.
Nun kommen wir aber zu dem Tropfen von gestern Abend. Vorweg noch kurz ein bisschen was allgemeines zum Thema Bücher- und Blubberstammtisch. Dies ist mein neuestes Baby. Natürlich gab es die Idee von Community-Treffen schon immer, sie ist nichts neues. Solche Treffen finden ab und an mal statt, aber eine gewisse Regelmäßigkeit oder einen bestimmtem Ablauf konnte ich nicht feststellen. Mir sind das Miteinander und die Vernetzung innerhalb unserer Bücher-Community sehr wichtig. Schlussendlich geht es uns Bloggern/Vloggern doch um den Austausch mit Gleichgesinnten. So arbeitete ich also an der STAMMTISCH - Idee. Ein Stammtisch hat etwas von Regelmäßigkeit und gemütlichem Beisammensein. Ein Autorengast sollte dabei sein und es gibt eine Facebook-Veranstaltung. Die Idee fand nicht nur ich gut, nein, sie fand auch bei Bloggern und Autoren Anklang. Für mich war es eine große Freude, Autoren und ihre Leser beim 1. Stammtisch zusammenzuführen. Damit organisatorisch alles so gut lief, war eine gewisse Vorbereitungszeit und ein großer Vorab-Aufwand nötig, was ich gern in kauf genommen habe, weil es mir einfach großen Spaß macht. Es ist eben mein Baby, an dessen Verbesserung und Weiterentwicklung ich täglich arbeite. Es wurden Stammtische in anderen Städten angefragt. Frankfurt stand ganz weit oben auf meiner Liste und ist die nächste Stadt, die ich für Februar/März ins Auge gefasst hatte. Daraus machte ich kein Geheimnis.
So, und nun sehe ich gestern Abend also, dass ich zu einem Bücher-STAMMTISCH in Frankfurt eingeladen wurde. Mithilfe einer Facebook-Veranstaltung... zu einem Stammtisch.... und yay, eine Autorin haben wir AUCH dabei! Ich musste 2x hingucken, denn ich konnte nicht glauben, dass zwei Bloggerinnen, die ich beide sehr mag und schätze, die Veranstalter sind... Du, es war für mich wie ein Schlag ins Gesicht, ein fettes Grinsen hinterhergeschickt. Warum wurde nicht miteinander gesprochen? Wie schön wäre es, wenn wir das Treffen gemeinsam auf die Beine gestellt hätten? Natürlich muss ich nicht dabei sein, aber eine Info wäre einfach fair gewesen. Stattdessen werde ich von jemand anderen auf das FB-Event hingewiesen... sollte das denn heimlich ablaufen, oder wie? Ich war maßlos enttäuscht, traurig und wütend. Da steckt man so viel kreatives Hirnschmalz in neue Ideen und dann wird einfach - ohne zu fragen - kopiert. Es wird sich noch nicht mal die Mühe gemacht, einen anderen Namen zu finden... Ich möchte euch keine böse Absicht unterstellen. Ich weiß (oder will es hoffen!), dass ihr euch in diese Richtung keine Gedanken gemacht habt.
Tja, das war also der berühmte Tropfen, der das Fass gestern Abend zum Überlaufen brachte. Alles kam wieder hoch. Meine Trauer um die Lesenächte, das vielfach nachgemachte Wochengeblubber und dann mein kleines neues Baby... Ich bin kein Fan von solchen Aufschreien oder gar Hetzereien bei Facebook. In diesem einen Moment gestern Abend, als die Tränen liefen und ich mich emotional einfach nicht mehr im Griff hatte, habe ich getippt und auf abschicken geklickt. Ich mache sowas normalerweise nicht und halte mich auch aus solchen Diskussionen raus, aber hier sind die Emotionen einfach übergekocht und ich musste meinem Ärger aber vor allem meiner Enttäuschung Luft machen. Dass daraus jetzt eine böswillige Hetze gemacht wird, gefällt mir ebenso wenig wie dir. Es war so nicht gedacht, niemals. Ich war einen Moment nicht Herr meiner Emotionen... aber irgendwie wurde es auch mal Zeit, dass ich den Mund aufmache.
Ich hoffe, dass du mein Verhalten nun besser verstehen kannst. Man, ich finde es toll, dass auch anderswo Büchertreffen entstehen! Aber lasst uns doch darüber reden! Hintenrum ist kacke! Übergehen, hintergehen und kopieren ebenso. Ich hoffe ganz ganz doll, dass hinter all dem keine böse Absicht steckt, sondern einfach Gefallen an einer Idee, die man ebenfalls unterstützen möchte.

Ich hoffe sehr, wir können dieses Missverständnis aus der Welt schaffen! Ich entschuldige mich öffentlich für meine emotionale Reaktion. Trotzdem wünsche ich mir, dass ein gewisses Verständnis auf beiden Seiten vorhanden ist.

So, nun habe ich mich nackig gemacht. Ungekürzt und ungeschönt. Ich hoffe, ich kann der Hetzerei, die gerade stattfindet, den Wind aus den Segeln nehmen und die vielen Fragezeichen auflösen.
Natürlich freue ich mich auf euer Feedback, erwarte aber keines. Es reicht, wenn ihr den Text lest und mich und meine gestrige Reaktion ein bisschen verstehen könnt.