Freitag, 20. Juni 2014

Okay? Okay ~ meine Gedanken zur Buchverfilmung "Das Schicksal ist ein mieser Verräter"




Mit gemischten Gefühlen lehnte ich mich am gestrigen Abend im gemütlichen Kinosessel des Stuttgarter UFA-Palasts zurück. Auf der einen Seite freute ich mich auf einen Kinoabend, zusammen mit lieben Blubber- und Bücherfreundinnen und eine (hoffentlich) gelungene Romanverfilmung. Auf der anderen Seiten war mir auch etwas mulmig, schließlich kannte ich die Geschichte bereits und war mir der starken Emotionen, die ich beim Lesen des Romans "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" durchlebt hatte, immer noch sehr bewusst. John Green konnte mich mit seiner Geschichte sehr berühren, hat mich, insbesondere im letzten Viertel, immer häufiger zum Taschentuch greifen lassen und mich seine starken und bezaubernden Charaktere ins Herz schließen lassen.



Würde dies dem Kinofilm ebenfalls gelingen? Würden Shailene Woodley alias Hazel Grace und Ansel Elgort alias Augustus "Gus" Waters ihre Rollen authentisch verkörpern können? Würde die Geschichte verständlich und nahe am Buch erzählt werden? 
All diese Fragen geisterten in meinem Kopf umher, als schließlich das Licht gedimmt wurde und sich der Vorhang öffnete. Schnell platzierten wir vorsorglich die mitgebrachte Taschentuch-Box in unserer Mitte und ließen uns ganz und gar in die Geschichte fallen.

Schon nach den ersten Minuten durfte ich erstaunt feststellen, wie nah am Buch der Film doch war. So erkannte ich Original-Dialoge wieder und auch das Setting erinnerte mich sofort an die Beschreibungen im Roman, angefangen beim Herzen Jesu oder Gus' Kellerzimmer.
Es ist schwierig, diesen Film zu schauen, wenn man den Ausgang der Geschichte schon kennt. Für mich wurden Shailene Woodley und Ansel Elgort im Bruchteil weniger Sekunden zu Hazel und Gus. Sie machten es ihren Zuschauern leicht, sie in Windeseile ins Herz zu schließen. Shailene Woodley überzeugte mich mit ihrer Authenzität, ihrer Natürlichkeit und ihrer Glaubwürdigkeit, während mir Ansel Elgort mit seinem unwiderstehlichen Charme und seiner Bedingungslosigkeit sofort das Herz brach. Beide jungen Schauspieler schlüften nicht nur in ihre Rollen, für mich waren sie Hazel und Gus, zwei Figuren, entsprungen aus der Fantasiewelt eines Romans. 




Je mehr ich mich in die Figuren und das schnörkellose Drumherum verliebte, desto tiefer traf mich jede einzelne Szene. Nach dem ersten Drittel griffen wir synchron zum ersten Taschentuch und stoppten die ersten Tränen, die sich den Weg über unsere Wangen bahnten.

Natürlich blieb es nicht bei einer Träne oder einem Taschentuch. Wir feierten unsere Taschentücher-Box und schenkten ihr ausreichend Aufmerksamkeit. Auch um uns herum wurde auffallend viel geschnieft und geseufzt. Die Tränen kullerten nicht zu knapp und wollten gar nicht mehr aufhören. Es fühlte sich gut an, die Emotionen zuzulassen und Hazel & Gus' Geschichte sogar körperlich zu spüren.

Hut ab, nicht nur vor der schauspielerischen Leistung der zwei Jungschauspieler, sondern auch vor Regisseur Josh Boone, dem es gelungen ist, John Greens Bestseller respektvoll und unfassbar authentisch zum Leben zu erwecken. Er hat auf Effekte, unnötige Action, überdramatische Musik und nervenaufreibende Spannung verzichtet. Das Buch in bewegten und bewegenden Bildern - klar, einfach, ohne Schnick-Schnack, dazu echte Dialoge und Emotionen, auch mal leise Momente, in denen Blicke völlig ausgereicht haben. Jung, glaubwürdig, schnörkellos, perfekt! 


Okay? Okay


--- > meine Lieblingszitate aus der Romanvorlage "Das Schicksal ist ein mieser Verräter"