Sonntag, 8. März 2015

Rückblick auf die Book-Release-Party mit Thomas Thiemeyer & den 9. Stuttgarter Bücher- und Blubberstammtisch


Ein aufregender und doch wunderschöner Tag liegt hinter mir. Obwohl ich stehend KO bin und mich sofort in mein Bett verkrümeln könnte, habe ich es mir mit meinem Laptop auf dem Schoß gemütlich gemacht, um euch vom 9. Stuttgarter Bücher- und Blubberstammtisch zu berichten. Jetzt sind die überwältigenden Eindrücke noch frisch und sprudeln nur so aus mir heraus.

Begonnen hat alles mit einer Einladung von Autor & Stammtisch-Urgestein Thomas Thiemeyer. Pünktlich zur Veröffentlichung seines neuen Western-Mystery-Thrillers "Devil's River" wollte er eine gemütliche Book-Release-Party mit uns feiern. Dass ich mich mit dem nächsten Stammtisch nach diesem Termin richten würde, war sofort klar wie Kloßbrühe. So kündigten wir unseren Stammtischlern zwar schon Wochen vorher eine Book-Release-Party an, behielten die Details jedoch vorerst für uns.


Am Samstag, den 07. März war es dann soweit. Mit einem vorfreudigen Bauchkribbeln erreichte ich um 11:40 Uhr den Stuttgarter Hauptbahnhof und steuerte unseren vereinbarten Treffpunkt an. Auch wenn es unseren vertrauten Stamm-Treffpunkt, den großen Ritter Sport Turm in der Bahnhofshalle, nicht mehr gab, wussten wir uns zu helfen und versammelten uns kurzerhand vor dem Süßigkeitenladen. Als Erster stieß Marcel zu mir. Schnell vertieften wir uns in ein buchiges Gespräch, bis wir ein bekanntes Gesicht vorbeihuschen sahen. Ira war wieder extra aus der Nähe von Frankfurt angereist. Die Wiedersehensfreude war groß, doch viel Zeit zum Plaudern blieb nicht, denn das nächste Grüppchen visierte uns an. Michelle hatte diesmal zwei neue Gesichter im Schlepptau und stellte uns ihre Kommilitonin Katha und ihre Freundin Nicole vor. Als dann auch Nadine mit ihren zwei Kids sowie Melanie und Ally ankamen, waren wir (vorerst) vollzählig. Gemeinsam machten wir uns auf den Weg zur Buchhandlung Hugendubel. Auch wenn fröhlich gequasselt wurde, war uns allen bewusst, dass es der letzte Stammtisch-Bummel durch diese Hugendubel-Filiale werden würde. Mit dem großen Laden in der Königstraße verliert Stuttgart - meiner Meinung nach - eine seiner schönsten und einladensten Buchhandlungen der Stadt. Unglaublich schade.

Doch auch für geblasenes Trübsal blieb uns keine Zeit. Bei strahlendem Sonnenschein begrüßten uns Uwe und Hannah, die vor der Buchhandlung auf uns gewartet hatten. Auch hier waren das "Hallo!" und die Wiedersehensfreude groß. Nach einem kurzen Plausch betraten wir unser liebstes Stöberparadies und steuerten aber erstmal das Café an. Bei einem leckeren Vanilla-Latte und anderen Kaffee-Spezialitäten tauschten wir Neuigkeiten aus und stießen auf unseren bereits 9. Stammtisch an. Die Bücherherzen schlugen höher, als grüppchenweise durch die Regalreihen gestromert und hier und da geschmökert wurde. Um kurz vor 13:00 Uhr durften wir unseren ersten Autoren-Gast begrüßen. Oliver Kern gesellte sich zu uns und brachte drei druckfrische Exemplare seines neuesten Thrillers "Die Spur der Tränen" mit, den er kürzlich unter seinem Pseudonym Mark Neustädter im Sieben Verlag veröffentlicht hat.

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Die fünfjährige Ann-Kathrin verschwindet spurlos.
Zwei Jahre später stellt die Polizei die Suche ein. Zur selben Zeit wird dem Vater ein Glas Honig zugesandt. Sind darin die Tränen seiner Tochter konserviert? Eine irrsinnige Vermutung – trotzdem macht sich der Journalist Fritz Zweiheiliger auf die Suche nach dem Mädchen. Er folgt der Spur des Honigs nach Nordspanien und muss sehr bald erkennen: Nur wenn er das Mädchen findet, kann auch er sein Leben retten.



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Nach einem kleinen Quiz durften sich 3 Gewinner über den neuen Thriller freuen. Oliver griff direkt zum Stift und versah die mitgebrachten Bücher mit einer persönlichen Widmung. Zwischenzeitlich war nicht nur unser zweiter Autoren-Gast Lucinde Hutzenlaub eingetroffen, auch Leseratte Sarah Lee hatte sich nach langer Suche und zwei gekauften Büchern später zu uns gesellt. Gewohnt humorvoll und sympathisch plauderten Oliver und Lucinde über ihre aktuellen Schreibprojekte und verrieten uns spannende Neuigkeiten. Nebenher verteilten wir die von Lucinde mitgebrachten Exemplare ihres Buches "Hallo Japan" und stöberten in einer Tasche voller japanischer Mitbringsel.

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Lucinde Hutzenlaub hat einen liebenden Ehemann, vier Kinder und auch sonst alle Hände voll zu tun. Als ihr Mann ein Jobangebot in Tokio bekommt, ist das Chaos perfekt: Mit Kind und Kegel verlässt die Familie die schwäbische Heimat, tauscht Spätzle gegen Sushi ein und macht sich auf ins unbekannte Japan.
Hallo Japan ist eine mitreißende und lustige Geschichte über Kulturschocks, Fettnäpfchen und Erfolgserlebnisse in der Ferne – und ein packender Augenzeugenbericht über das schwere Erdbeben von 2011, das die Familie hautnah in Tokio miterlebte.
Quelle: Eden Books
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Als wir das nächste Mal auf die Uhr schauten, war es bereits 14:15 Uhr. In fünf Minuten sollten wir gen Bahnhof aufbrechen, also lösten wir die gemütliche Runde auf und verabschiedeten uns schweren Herzens von Lucinde und Oliver. Vielen Dank, dass ihr auch dieses Mal wieder gekommen seid und uns so tolle Geschenke mitgebracht habt!

Zurück am Bahnhof stiegen wir in die U-Bahn und machten uns auf den Weg zu Thomas. Denn um der Book-Release-Party einen ganz besonders exklusiven Charakter zu verleihen, lud uns der Autor und Herzensmensch kurzerhand zu sich nach Hause ein. Strahlend nahm er uns bereits an der Haltestelle in Empfang und führte uns ins "Casa Thiemeyer". Vorsichtig, beinahe ehrfürchtig, betraten wir seine Wohnung. Sofort fielen mir seine beeindruckenden und farbenfrohen Bilder ins Auge, die die Wände schmückten. Dass Thomas ein begnadeter Künstler und Illustrator ist, wissen wir ja schon lange, doch aus nächster Nähe und im Original wirken seine Kunstwerke einfach noch gewaltiger.

Anka & Hannah vor einem echten Thiemeyer

Wir bekamen eine exklusive Führung durch die Thiemeyer'sche Wohnung und hielten kurz den Atem an, als wir den Platz sahen, an dem Thomas Thiemeyers Geschichten entstehen. Was für ein besonderer Moment. In der Küche warteten selbstgemachter Kuchen und eine leckere Getränkeauswahl auf uns. So gönnten wir uns eine kurze Stärkung und machten es uns schließlich im Wohnzimmer gemütlich. Ich konnte nicht widerstehen und nahm auf dem aus unzähligen Whisky Club Videos berühmt-berüchtigten "roten Sofa" Platz. Als alle versorgt waren und ihre Plätze eingenommen hatten, begann Thomas über "Devil's River" zu erzählen. Für uns Stammtischler ist dieses Buch ein ganz besonderes, schließlich haben wir seine Entstehung von Anfang an verfolgt. Ich weiß es noch als wäre es gestern. Thomas saß mit uns im Hugendubel-Café und erzählte erstmalig von seiner Idee zu einem ganz außergewöhnlichen Buchprojekt. Ein Western für Frauen? Geht denn sowas? Wir erfuhren, dass er den Vorschlag bei seinem Verlag eingereicht hatte und nun gespannt auf eine Reaktion wartete. Kurze Zeit später reckte er den Daumen nach oben und begann zu schreiben. Zu einem unserer Sommer-Stammtische brachte er erste Cover-Entwürfe mit und schürte die Vorfreude weiter an. Und jetzt war sie endlich da: die Geburtsstunde von "Devil's River".

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Durch den Tod ihrer Großmutter aufgerüttelt, begibt sich die Londoner Medizinstudentin Eve auf die Spur eines alten Familiengeheimnisses. Anscheinend liegen ihre Wurzeln in Kanada, tief im Indianerland … 
1878. River, die Tochter eines Landvermessers, wurde nach dem spurlosen Verschwinden ihrer Eltern vom Stamm der Ojibwe aufgezogen. Zur Heilerin herangewachsen, muss sie miterleben, wie das Dorf von etwas heimgesucht wird, das kein Mensch sein kann. Die Hütten von einer gewaltigen Kraft zerstört, Männer und Frauen grausam ermordet, scheint eine dunkle Indianerlegende zum Leben erwacht zu sein. River schwört, den Dingen auf den Grund zu gehen, doch allein hat sie keine Chance. Ausgerechnet der flüchtige Frauenmörder Nathan Blake bietet ihr Hilfe an. Blake, von dunklen Trieben geleitet, hofft auf diese Weise seinen Verfolgern zu entkommen. Entlang des Teufelsflusses folgt er der Heilerin hinauf in die Berge. Und schon bald verbindet die beiden mehr als nur die Suche nach dem furchteinflößenden Baykok …
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Anhand passend ausgewählter Textstellen gewährte uns Thomas einen ersten Einblick in die Geschichte und stellte uns u.a. seine Protagonistin River vor. Wir fanden uns 1878 an der kanadisches Ostküste wieder und lauschten andächtig Thomas Stimme. Er schaffte es in Sekundenbruchteilen mich abzuholen und mich auch noch neugieriger auf den Rest der Geschichte zu machen, als ich es ohnehin schon war.

In einer kurzen Pause nutzen wir die Möglichkeit, einen weiteren Blick auf Thomas Bilder zu werfen und uns mit einem zweiten
Stück Kuchen oder einem zweiten Glas Saft, Tee oder Fruchtpunsch einzudecken. Eine gute Grundlage war geschaffen und so steuerten wir den nächsten Programmpunkt an: Das Whiskey-Tasting. Wie es sich für einen Western gehört, hatte Thomas - als bekennender Whisky-Fan - einen Bourbon bereitgestellt, hatte aber auch vorsorglich einen likörartigen "Frauen-Whisky" als Alternative zur Hand. Ich probierte einen ganz besonderen Schatz, der in Thomas und Rainers "Whisky Club" hervorragend abgeschnitten hatte.




Sehr hochprozentig und mächtig, aber auch sehr vanillig-süß und super lecker! Ein Spitzenwhisky!

In der nächsten Szene aus Devil's River fanden wir uns passenderweise an einer Bar wieder und lernten den Bösewicht Nathan Blake kennen. Ich hätte Thomas stundenlang zuhören können. Seine angenehme Art zu lesen, lullte uns alle ein und trug uns in die Ferne. 
Doch zu viel wollte uns der Gastgeber nicht verraten und legte sein Buch an einer weiteren spannenden Stelle zur Seite. Nun hatten wir Zeit ihm Fragen zu stellen, bis er schließlich am großen Signiertisch Platz nahm. Jeder von uns durfte ein druckfrisches und signiertes Exemplar mit nach Hause nehmen. Als alle Signierwünsche erfüllt und ausreichend Erinnerungsfotos geknipst waren, ließen wir den Nachmittag gemütlich plaudernd ausklingen. Gegen 18:00 Uhr machte sich Aufbruchstimmung breit. Ein Teil von uns wollte noch zum Japaner weiterziehen, während sich der Rest auf den Rückweg zum Bahnhof machte. 

v.l.n.r.: Thomas Thiemeyer, Marcel, Michelle, Ally, Megan, Nadine, Uwe, Hannah, Ira, Nicole, Katha und Sarah Lee

Meine lieben Stammtischler, ihr seid und bleibt großartig! Es ist mir jedes Mal eine große Freude, euch wiederzusehen und solch einen aufregenden Tag mit euch zu verbringen. Auch wenn dieses Mal viele Herzensmenschen nicht dabei sein konnten und wir uns zu einer doch recht überschaubaren Gruppe zusammengefunden haben, hat es unheimlich viel Spaß gemacht. 

Liebe Lucinde, lieber Oliver, vielen Dank, dass ihr euch wieder die Zeit genommen habt und vorbeigekommen seid. Wir drücken euch für eure neuen Projekte fest die Daumen und wünschen schon jetzt eine schöne Recherchereise!

Und nun zu dir, mein lieber Thomas. Deine Einladung hat mich zunächst sprachlos und dann unglaublich glücklich & stolz gemacht. Dass du für einen Haufen buchverrückter BloggerInnen deine Wohnungstür geöffnet hast, wir einen Blick auf den Entstehungsort deiner Bücher werfen durften, du mit leckerem Kuchen und Getränken den perfekten Gastgeber gespielt hast, wir auf dem berühmten "roten Sofa" des Whisky Clubs einen ganz besonderen Tropfen probieren durften, wir deine wahnsinnig schönen Bilder bewundern durften und du uns eine urgemütliche Premierenlesung der ganz besonderen Art geschenkt hast, ist absolut nicht selbstverständlich und verdient ein dickes, fettes Dankeschön! DU BIST DER BESTE!


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