Sonntag, 30. August 2020

Für eine Nacht sind wir unendlich | Lea Coplin | Rezension

"Was, wenn du jemanden triffst und sofort sprühen Funken? Wenn du dir denkst: Das könnte Spaß machen, wieso eigentlich nicht? Und was, wenn du dann mehr von dir preisgibst, als du je wolltest? Dich schließlich verliebst, obwohl es das Letzte ist, wonach dir der Sinn steht? Was, wenn dir dafür nur eine Nacht bleibt? Und was, wenn diese Nacht alles verändert?"

Dies ist der Klappentext zu „Für eine Nacht sind wir unendlich“ von Lea Coplin. Er macht neugierig, verrät zum eigentlichen Inhalt aber noch so gut wie gar nichts. Deshalb werde auch ich mich etwas zurückhalten und euch nur noch ein paar ausgewählte Einblicke geben, die euch, im besten Fall, noch neugieriger auf die Geschichte machen – denn lesenswert ist sie!

Liv und Jonah lernen sich zufällig (oder vom Schicksal beeinflusst?) auf dem Glastonbury Festival in England kennen und verbringen knapp 24 Stunden miteinander. Zwei Fremde, die so unterschiedlich sind wie Heavy Metal und Hip Hop, und dennoch perfekt miteinander zu harmonieren scheinen. Als Leserin durfte ich 24 Stunden an ihrer Seite verbringen, ihre zarte Annäherung verfolgen und das wohlig-warme und gleichzeitig aufregende Kribbeln im Bauch mit ihnen teilen. Sowohl Liv als auch Jonah tragen ihre Päckchen mit sich, sie haben Geheimnisse, die sie niemandem jemals erzählen wollten und doch ist in diesen 24 Stunden alles anders. Warum fühlen sie sich zueinander hingezogen? Woher kommt dieser plötzliche Funkenflug? Ist es bloß der Reiz, dass man sich nach dem Abschied, der unweigerlich bevorsteht, sowieso nicht wiedersieht? Oder steckt mehr dahinter?

Nach anfänglichen Startschwierigkeiten aufgrund der sehr einfach gehaltenen Sprache, wurde ich dann doch sehr rasant in die Geschichte hineingezogen. Liv und Jonah sind zwei ganz wunderbare Charaktere, die mich beide sehr berührt haben. Im Wechsel ließen sie mich an ihren Gedanken und Gefühlen teilhaben und schilderten die Ereignisse aus ihrer jeweiligen Sicht. Meine anfänglichen Schwierigkeiten mit der Sprache, haben sich schlussendlich in Luft aufgelöst. Es dauerte wohl etwas, bis ich mich von dem Gedanken lösen konnte, dass die Autorin Lea Coplin die Geschichte schreibt. Natürlich tut sie das, jedoch lässt sie ihre jungen Protagonisten erzählen und gewährt Einblicke in ihre Gedanken. Dass diese nicht besonders ausgeschmückt, sondern eher sprunghaft und teilweise holprig sind, kann wohl jeder nachvollziehen und genau dieser Schreibstil machte die Geschichte für mich dann sogar noch authentischer.

Wie im Rausch flog ich durch die Seiten, genoss die bunte Festivalatmosphäre und das YOLO-Gefühl der zwei Protagonisten. Lea Coplin hat für ihre Geschichte wirklich ein ganz hervorragendes Setting ausgesucht, das sich wie ein Film vor meinem inneren Auge abspielte. Ich hörte die Musik, spürte die pulsierende Lebens- und Feierlust der Menschenmenge, roch die süß-klebrige Zuckerwatte genauso wie die Bierdusche und die Dixi-Klos und sah eine bunte Vielfalt an Menschen, Farben und Formen. Mittendrin Liv und Jonah.

„Für eine Nacht sind wir unendlich“ ist ein Buch, in dem man sich für ein paar Stunden verlieren kann und das man mit einem wohlig-warmen Gefühl im Bauch wieder verlässt.

Kurzweilig, süß, bunt und einfach nur schön! Für mich war es der erste Roman von Lea Coplin, aber mit Sicherheit nicht der Letzte!


W E I T E R F Ü H R E N D E   I N F O S

Klappenbroschur* | empfohlen ab 14 Jahren | erschienen am 24. Juli 2020 bei dtv junior | 304 Seiten | ISBN 978-3-423-74060-9 | Mehr über die Autorin bei Ankas Geblubber findet ihr ggfs. HIER 

* = dieses Buch wurde mir vom dtv als kostenfreies Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt, was jedoch keinerlei Einfluss auf meine persönliche Meinung zum Titel hat


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