Mittwoch, 15. Januar 2020

Theater | Rückblick „Sofakles – Der Couchphilosoph“

Eine aufregende und erfolgreiche Theater-Saison liegt hinter uns. Erstmalig durfte ich Teil des Heubacher Theaterensembles sein, womit für mich ein großer Traum in Erfüllung ging. Hatte ich die letzten Jahre staunend, lachend und jubelnd im Publikum gesessen, stand ich nun tatsächlich selbst mit den großartigen Theaterkollegen auf einer Bühne.

Unsere Probenzeit begann im September mit den ersten Leseproben und schon da zeichnete sich ab, dass eine lustige Saison vor uns liegt. Mit mir kamen zwei weitere neue Schauspieler/innen ins Ensemble, was jedoch kaum auffiel. Wir wurden von allen herzlich in die etablierte Theaterfamilie aufgenommen.

Sowohl die perfekte Stückauswahl mit der hervorragend passenden Besetzung als auch die familiäre Atmosphäre sorgten dafür, dass ich jedes Mal mit einem vorfreudigen Bauchkribbeln zu unseren Probenterminen nach Heubach fuhr.

Ein absolutes Highlight war für mich unser Probenwochenende in Wiesensteig. Das gesamte Ensemble samt Maske/Kostüm, Technik und Souffleusen hatte sich für 2 Nächte in einem heimeligen Hotel eingebucht, um sich in intensiven Proben und erstmalig auch mit ersten Teilen der Kostüme, dem Stück „Sofakles - Der Couchphilosoph“ (von Bernd Kietzke) weiter anzunähern.

Rainer „Sofakles“ Müßig (gespielt von Peter Schmidinger) ist übrigens ein besonderes Exemplar Mann. Er scheut jede Art von Arbeit und es gibt kaum einen Bekannten, bei dem er keine Schulden hat. Darunter leiden insbesondere seine Frau Liesbeth (gespielt von Claudia Kopp), der Vermieter Lothar (gespielt von Bernd Grieser) und der Kuckuck, also Frau Nachtigall vom Finanzamt (gespielt von Birgit Schwandner).

Zum Glück gibts für die Müßigs kurzfristig eine kleine Finanzspritze, denn Liesbeths Schwester Andrea (gespielt von Ulrike Eßlinger) quartiert sich samt Ehemann Hape (gespielt von Wolfgang Klein) und Tochter Rabea (gespielt von mir) aufgrund eines Wasserschadens bei ihnen ein. Die neuen Mitbewohner bleiben jedoch nicht lange unentdeckt - dafür sorgt nicht zuletzt die neugierige Nachbarin Frau Grabowski (gespielt von Siggi Gaugel).

Für Sofakles das absolute Grauen, denn weder mit seiner Schwägerin noch mit seinem Schwager kann er etwas anfangen. Als dann plötzlich sein bisher unbekannter, ferner Verwandter Guillermo Rico aus Uruguay (gespielt von Heinz Rosenauer) auftaucht und ihm von einem großen Erbe berichtet, scheinen alle (Geld-)Sorgen von heut auf morgen vergessen zu sein. Dass mit dem Auftauchen seines entfernten Neffens die Probleme aber erst anfangen, damit rechnet Sofakles zu Beginn noch nich...

Für mich war die Rolle der Rabea ein angenehmer Einstieg ins Heubacher Theater. Eine junge Studentin, die anfangs so gar keine Lust auf das vorübergehende Asyl bei Onkel & Tante hat, jedoch ganz schnell ihre Meinung ändert, als der geheimnisvolle Guillermo vor der Tür steht. Sie verliebt sich Hals über Kopf und wird dann aber genauso schnell von ihrer Mutter zurück auf den Teppich geholt, denn schließlich ist Guillermo Verwandtschaft von Sofakles und von der sollte man sich tunlichst fernhalten.

Wie sich die Liebelei entwickelt und was es tatsächlich mit dem geheimsnisvollen G. R. aus U. auf sich hat, das durften schließlich zahlreiche Theaterfans an 6 Abenden im Dezember 2019 herausfinden. Alle 6 Aufführungen liefen für uns sehr erfolgreich. Sowohl auf als auch hinter und natürlich auch vor der Bühne hatten wir und das Publikum sehr viel Spaß. Es sei ein sehr kurzweiliges Stück gewesen, darin waren sich die Zuschauerinnen und Zuschauer einig. Sie waren begeistert von der gelungenen Besetzung (jede/r Schauspieler/in hatte die für sie/ihn passende Rolle) und der unterhaltsamen Umsetzung.

Beflügelt von den motivierenden Reaktionen unseres Publikums, gaben wir an jeden der 6 Abende unser Bestes, steigerten uns von Mal zu Mal und trieben uns auch gegenseitig zu Höchstleistungen an. Wir hatten so viel Spaß und ich genoss den Zusammenhalt und die Wertschätzung, die hinter der Bühne herrschten. Es wurde sich abgeklatscht, beklatscht, zugejubelt und beglückwünscht. Wir standen zu jeder Zeit als Team, als Ensemble, als eine Einheit auf der Bühne, sodass uns selbst kleine Stolperer und Pannen (wie z.B. ein plötzlich vom Regal fallender Fernseher) nicht aus der Ruhe bringen konnten.

Ich werde noch lange an diese besondere Zeit mit der Heubacher Theaterfamilie zurückdenken, bin unheimlich dankbar für diese wunderbare Erfahrung und wer weiß – vielleicht sieht man sich ja noch mal wieder?











Blubbert mit mir!