Ungelöst – Die erste Zeugin von Arno Strobel
Natürlich habe ich mit Spannung auf Arno Strobels neue Reihe gewartet. Ich habe inzwischen einige Bücher des Autors gelesen und deshalb auch ein bisschen genauer hingeschaut, als ich bei Ungelöst – Die erste Zeugin auf Luisa Menkhoff getroffen bin. Denn Luisa ist für mich keine völlig neue Figur.
Ungelöst – Die erste Zeugin: Darum geht es
Luisa ist inzwischen Medizinstudentin und entdeckt vor ihrer Uni einen Aushang über eine vermisste Frau. Das Gesicht auf dem Foto erkennt sie sofort: Nicole Klement, die Partnerin des Mannes, der Luisa vor vielen Jahren als kleines Kind entführt hat.
Luisa erinnert sich an die damaligen Ereignisse und weiß, dass Nicole darin verwickelt war. Deshalb wendet sie sich an die Polizei. Der Fall landet bei Ramin Brunner, der gerade dabei ist, eine Cold-Case-Einheit aufzubauen.
Gemeinsam versuchen die beiden herauszufinden, was mit Nicole passiert ist. Dabei spielt auch Luisas besondere Begabung eine Rolle. Sie hat ein eidetisches Gedächtnis und ist überzeugt, dass ihr Entführer von damals etwas mit dem aktuellen Fall zu tun hat und möglicherweise Rache nehmen will.
Ein interessantes Ermittlerteam
Luisa hat mir als eine der Hauptfiguren gut gefallen. Ich finde sie sympathisch und ihre besondere Begabung interessant. Gerade deshalb bin ich gespannt, welche Rolle diese in den nächsten Teilen der Reihe noch spielen wird, zumal sie eben keine klassische Ermittlerin ist.
Auch Ramin Brunner mochte ich sehr gern. Er ist jung, dynamisch, clever und engagiert. Damit ist er für mich eine ziemlich angenehme Abwechslung zu den Ermittlerfiguren, die gefühlt schon hundert Jahre im Dienst sind, ständig schlecht gelaunt sind und nebenbei noch ein Alkoholproblem haben. Ramin ist mir da deutlich sympathischer.
Die Ermittlungsarbeit selbst fand ich ebenfalls interessant. Man kann gut nachvollziehen, wie Ramin und sein Team dem Fall nachgehen, und zwischendurch auch mal einer falschen Fährten auf den Leim gehen. Ich wollte durchaus wissen, wie alles zusammenhängt, und bin deshalb schnell durch das Buch durchgekommen.
Interessanter Fall, aber mir fehlte die Spannung
Arno Strobel schreibt wie gewohnt sehr flüssig, und auch die Geschichte liest sich angenehm. Trotzdem hat mir bei Ungelöst – Die erste Zeugin die große Spannung gefehlt.
Für einen Thriller blieb mir vieles zu entspannt. Ich fand den Fall interessant und wollte wissen, wie die einzelnen Puzzleteile zusammenpassen, aber ich hätte mir gerade zwischendurch deutlich mehr Tempo und Druck gewünscht.
Dazu kam, dass ich relativ früh einen Verdacht hatte, der sich am Ende auch bestätigt hat. Die Auflösung war für mich durchaus logisch, wirklich überrascht hat sie mich allerdings nicht.
Das ist für mich kein Grund, einen Thriller grundsätzlich schlecht zu finden, schließlich kann eine Geschichte auch dann funktionieren, wenn man nicht ständig auf der äußersten Spannungskurve unterwegs ist. Bei diesem Buch hätte ich mir aber einfach ein bisschen mehr davon gewünscht.
Besonders schön: Die Verbindung zu früheren Arno-Strobel-Thrillern
Was mir dafür richtig gut gefallen hat, war die Verbindung zu einem früheren Fall von Arno Strobel.
Luisas Vater war damals Ermittler in diesem Fall, Luisa selbst wurde als Kind entführt und auch Personen aus ihrer Vergangenheit tauchen nun wieder auf. Ich möchte hier gar nicht zu viel verraten, aber für mich war es wirklich schön zu sehen, was aus Luisa geworden ist.
Das hatte ein bisschen etwas von einer alten Bekannten, die man nach vielen Jahren wiedersieht. Man kennt ihre Geschichte bereits und bekommt nun die Gelegenheit zu sehen, wo sie inzwischen im Leben steht.
Solche Verbindungen mag ich bei Reihen sehr. Gerade weil ich schon einige Bücher von Arno Strobel gelesen habe, macht es mir Spaß, wenn Figuren oder Ereignisse aus früheren Geschichten noch einmal aufgegriffen werden. Das ist für mich tatsächlich ein kleiner Pluspunkt der neuen Reihe.
Mein Fazit zu Ungelöst – Die erste Zeugin
Ungelöst – Die erste Zeugin war für mich solide Unterhaltung. Der Schreibstil ist gewohnt flüssig, der Fall interessant und mit Luisa und Ramin gibt es zwei Hauptfiguren, deren weitere Entwicklung ich durchaus verfolgen möchte.
Die große Spannung hat mir allerdings gefehlt und auch meine frühe Vermutung hat sich bestätigt. Dadurch blieb am Ende leider das große „Wow“ aus.
Trotzdem werde ich der neuen Reihe noch eine Chance geben. Ich würde für den nächsten Band allerdings nicht unbedingt sofort in die Buchhandlung rennen. Wenn er mir in einem Wanderpaket begegnet oder als Hörbuch verfügbar ist, würde ich aber ziemlich sicher zugreifen.
Für mich also ein solider Auftakt, der vor allem durch seine Figuren und die Verbindungen zu früheren Strobel-Geschichten interessant bleibt.




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