"Todesfrist" Rezension: Ein starker Auftakt für die Sneijder-Nemez-Reihe von Andreas Gruber

Todesfrist, Andreas Gruber, Rezension

Todesfrist Rezension: Ein starker Auftakt für die Sneijder-Nemez-Reihe von Andreas Gruber

Mit Todesfrist hat Andreas Gruber den Auftakt seiner erfolgreichen Thrillerreihe um Sabine Nemez und Maarten S. Sneijder geschaffen. Das Buch erschien erstmals 2013 im Goldmann Verlag und bildet den ersten Band der mittlerweile sehr beliebten Reihe. Für mich war es zugleich der erste Thriller des Autors und nach dem Lesen kann ich gut nachvollziehen, warum Andreas Gruber so viele begeisterte Leser*innen hat.

Worum geht es in Todesfrist?

In München geschieht ein Mord, der schnell erkennen lässt, dass die Ermittler*innen es nicht mit einem gewöhnlichen Täter zu tun haben. Das Opfer wird unter bizarren Umständen aufgefunden, und die junge Kommissarin Sabine Nemez vom Kriminaldauerdienst gehört zu den Ersten am Tatort.

Schon bald verdichten sich die Hinweise darauf, dass ein Serienmörder sein Unwesen treibt. Besonders verstörend: Der Täter scheint sich bei seinen Verbrechen von einem alten Kinderbuch inspirieren zu lassen. Während die Zahl der Opfer steigt, geraten die Ermittlungen zunehmend unter Zeitdruck.

Für Sabine Nemez eröffnet der Fall gleichzeitig eine große Chance. Ihr Wunsch, eines Tages für das BKA zu arbeiten, rückt plötzlich in greifbare Nähe. Im Zuge der Ermittlungen trifft sie auf den niederländischen Profiler und forensischen Kriminalpsychologen Maarten S. Sneijder, der beim BKA in Wiesbaden tätig ist. Gemeinsam versuchen die beiden, die Logik hinter den grausamen Verbrechen zu entschlüsseln.

Allein die Idee, einen Serienmörder mit Motiven aus einem Kinderbuch zu verbinden, fand ich unglaublich spannend. Märchen und Kinderbücher sind oft deutlich düsterer, als man zunächst denkt, und Andreas Gruber nutzt diesen Kontrast sehr wirkungsvoll.

Meine Meinung zu Todesfrist

Schon nach wenigen Kapiteln wurde mir klar, dass Todesfrist kein Thriller ist, der sich ausschließlich auf einen klassischen Ermittlungsfall konzentriert. Andreas Gruber arbeitet mit mehreren Perspektiven und verschiedenen Handlungssträngen, die zunächst scheinbar unabhängig voneinander verlaufen.

Gerade zu Beginn hat mich das kurz etwas orientierungslos zurückgelassen. Ich wusste nicht sofort, wie die einzelnen Fäden zusammengehören. Doch genau das macht einen Teil des Reizes aus. Nach und nach setzt sich das Gesamtbild zusammen, bis am Ende alles schlüssig ineinandergreift.

Besonders positiv überrascht hat mich, dass der Autor die Identität des Täters nicht bis zur letzten Seite künstlich geheim hält. Irgendwann wird sowohl den Ermittler*innen als auch den Leser*innen klar, wer hinter den Taten steckt. Trotzdem verliert die Geschichte keineswegs an Spannung. Stattdessen verschiebt sich der Fokus auf die Fragen nach dem Motiv und darauf, ob der Täter rechtzeitig gestoppt werden kann.

Figuren und Ermittlerduo

Ein großer Pluspunkt dieser Thrillerreihe sind für mich die Figuren.

Sabine Nemez ist besonders eng involviert in diesen Fall, bringt Ehrgeiz, Intelligenz und Durchhaltevermögen mit. Sie wirkt authentisch und entwickelt sich im Verlauf der Handlung sichtbar weiter.

Maarten S. Sneijder hingegen entspricht zunächst dem Bild des exzentrischen Genies: brillant, unbequem, direkt und nicht unbedingt leicht im Umgang. Solche Figuren können schnell klischeehaft wirken, doch bei ihm hat das erstaunlich gut funktioniert.

Vor allem die Dynamik zwischen den beiden hat mir gefallen. Das Zusammenspiel aus Sabines Ehrgeiz und Sneijders unkonventioneller Art sorgt für interessante Reibungspunkte und macht neugierig auf die weitere Entwicklung der Reihe.

Spannung und Schreibstil

Wer einen Thriller mit hohem Erzähltempo sucht, dürfte bei Andreas Gruber gut aufgehoben sein. Sein Schreibstil ist klar, schnörkellos und angenehm zu lesen. Dabei bleibt die Sprache stets lebendig, ohne sich in unnötigen Details zu verlieren.

Besonders gelungen fand ich den Aufbau der Spannung. Der Autor setzt nicht ausschließlich auf Überraschungen oder Schockmomente, sondern entwickelt die Geschichte kontinuierlich weiter. Dadurch entsteht ein Sog, der dafür sorgt, dass man immer wissen möchte, wie es weitergeht.

Auch die verschiedenen Perspektiven tragen dazu bei, dass keine Langeweile aufkommt. Selbst wenn man bereits mehr weiß als die Ermittler*innen, bleibt die Spannung erhalten.

Fazit: Lohnt sich Todesfrist?

Meine Todesfrist-Rezension fällt insgesamt sehr positiv aus. Andreas Gruber liefert einen spannenden Reihenauftakt, der mit einer ungewöhnlichen Grundidee, interessanten Figuren und einem durchdachten Spannungsaufbau überzeugt.

Besonders das Ermittlerduo Sabine Nemez und Maarten S. Sneijder macht Lust auf mehr. Obwohl mich die vielen Handlungsstränge zu Beginn kurz verwirrt haben, hat sich das Durchhalten definitiv gelohnt.

Für mich war Todesfrist ein gelungener Einstieg in die Welt von Andreas Gruber. Ich verstehe inzwischen sehr gut, warum die Reihe so viele Fans hat, und freue mich bereits darauf, den zweiten Band zu lesen.

Kurz gesagt: Ein spannender Thriller mit einer originellen Grundidee, starken Figuren und einem Ermittlerduo, von dem ich definitiv mehr lesen möchte.

Weiterführende Infos zum Buch
Todesfrist, Andreas Gruber, Buchcover

Taschenbuch | 432 Seiten | erschienen im März 2013 im Goldmann Verlag | ISBN: 978-3-442-47866-8 

Reihenfolge Todes-Reihe von Andreas Gruber

  1. Todesfrist
  2. Todesurteil
  3. Todesmärchen
  4. Todesreigen
  5. Todesmal
  6. Todesschmerz
  7. Todesrache
  8. Todesspur
  9. Todesspiel (1)
  10. Todesspiel (2)

Weitere Stimmen zu Todesfrist findet ihr u.a. bei

(Achtung! In einigen Rezensionen wird etwas mehr zum Inhalt verraten! Ihr bekommt Infos, die über den Klappentext hinaus gehen.)

Wenn ihr weitere Thriller-Tipps entdecken möchtet, schaut euch gern diese Rezensionen an:

Verity, Colleen Hoover  Spannungsroman: Die Wahrheit, Melanie Raabe

... oder schaut euch diesen Beitrag an, in dem ich euch kürzlich neue Thriller vorgestellt habe, die ich 2026 unbedingt lesen möchte.



Kommentare

  1. Liebe Anka,
    auch bei mir findest du sicher eine Rezension...auch wenn es schon länger her ist (2013).
    Andreas Gruber ist mein Lieblingsautor und ich habe ihn auch schon einige Male getroffen! Beim ersten Treffen haben wir sogar einen Kaffee gemeinsam getrunken und ich durfte ihm ein paar Fragen für meinen Blog stellen. Er ist so sympathisch und humorvoll.
    Die Todesreihe liebe ich, auch wenn ich irgendwie "stecken" geblieben bin. Ich wollte mir ursprünglich den nächsten Teil "aufheben", damit ich immer ein neues Buch der Reihe da habe und nun bin ich tatsächlich im Verzug mit der Reihe!

    Liebe Grüße
    Martina

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    1. Liebe Martina, ich bin fündig geworden und habe sie nicht nur gelesen, sondern direkt verlinkt. Auch durch deine Lesungsberichte werde ich mich noch durchschmökern und dein Interview ist echt toll! Das sind ganz besondere Momente!
      Viel Spannung beim weiteren Entdecken der Reihe!
      Liebe Blubbergrüße
      Anka

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  2. Hallo Anka,
    Andreas Gruber gehört definitiv auch zu meinen Lieblingsautoren und seine Sneijder/Nemez Reihe zu meinen absoluten Lieblingsreihen. Bin sehr gespannt, wie dir die anderen Bände gefallen werden. Hab übrigens auch eine Rezension, die du verlinken könntest. Findest du bei mir unter "Rezensionen". Auch schon ein Weilchen her, aber Todesfrist würde mir vermutlich heute noch so gut gefallen.

    LG Lisa von wasliestlisa

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    1. Hey Lisa!
      Ich bin froh, endlich einen Gruber gelesen zu haben und beginne zu verstehen, warum seine Bücher so beliebt sind. Dann wartest du sicher schon auf das große Finale der Reihe im nächsten Jahr.
      Gern habe ich deine Rezension verlinkt.
      Liebe Blubbergrüße
      Anka

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  3. Guten Morgen Anka!

    Bei mir ist dieser erste Band schon eine Weile her und ich erinnere mich nicht mehr an die Details - aber ich hab die Reihe sehr gerne gelesen, ich bin da up to date sozusagen :D
    Snejder passt natürlich in das typische Klischeebild eines Ermittlers aber ich finde auch, dass das hier nicht negativ auffällt sondern für viele spannende Momente sorgt.

    Ich wünsche dir viel Spaß beim weiterlesen :)

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Moin Aleshanee,
      vielen Dank für deinen Blubberbesuch. Super, dass du die Reihe auch gern verfolgst. Dann sind wir mal auf das große Finale nächstes Jahr gespannt.
      Ja, ich finde auch, dass Sneijder auf den ersten Blick in das typische Klischeebild eines Ermittlers passt, jedoch fand ich gerade gut, dass es auch Momente gab, in denen er daraus ausbricht. Er wirkt in mancher Situation und im weiteren Verlauf im Umgang mit Nemez viel herzlicher, nahbarer, als ich erwartet hatte. Er zeigt Herz, er zeigt Gefühle und ist nicht einfach nur verschroben und kaputt. Ich bin sehr auf die nächsten Fälle gespannt!
      Liebe Blubbergrüße
      Anka

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