Dienstag, 10. Dezember 2019

Liebes Kind | Romy Hausmann


Zum Jahresende 2019 bin ich tatsächlich noch mal auf eine besondere Buchperle gestoßen, ein Titel, der definitiv zu meinen Lieblingsbüchern 2019 zählt. Obwohl „Liebes Kind“ von Romy Hausmann kurz nach seinem Erscheinen im Februar 2019 bereits einen großen Hype ausgelöst und viele Thrillerherzen im Sturm erobert hat, habe ich erst jetzt zu diesem (Hör-)Buch gegriffen.

In ihrem Debüt-Thriller „Liebes Kind“ schildert Romy Hausmann die Geschichte von Lena, einer jungen Studentin, die von heut auf morgen spurlos verschwand. Sie wurde entführt und von ihrem Peiniger über viele Jahre hinweg gefangen gehalten. 14 Jahre später gelingt Lena die spektakuläre Flucht. Aber nicht nur ihr, sondern auch der 13-jährigen Hannah, die in einer einsamen Hütte im Wald geboren wurde und diese bis dato nicht verlassen hat.

Als LeserIn (bzw. in meinem Fall – als ZuhörerIn) erlebt man die Geschichte aus drei unterschiedlichen Perspektiven, die im Hörbuch auch von drei unterschiedlichen SprecherInnen vertont werden. Neben Lena und Hannah (gesprochen von Ulrike C. Tscharre und Leonie Landa) lässt die junge Autorin auch Matthias, Lenas Vater (gesprochen von Heikko Deutschmann), zu Wort kommen, der 14 Jahre lang nach seiner verschwundenen Tochter gesucht und die Hoffnung niemals aufgegeben hat.

Für mich las sich „Liebes Kind“ lange Zeit eher wie ein Familiendrama und nicht wie ein Thriller. Die Schilderungen von Lena gingen mir tief unter die Haut und die kleine Hannah berührte mich sehr. Auch Matthias' Gefühle, sein unüberlegtes Handeln, seine Hoffnung und seine Machtlosigkeit waren für mich spürbar. Dramatisch, intensiv, fesselnd, unvorstellbar und doch so lebensecht geschildert. Es war schwierig, die über 10 Stunden Spieldauer nicht am Stück zu hören, denn die Geschichte entwickelte einen unheimlichen Sog. Aufgrund der sich immer mehr anhäufenden Ungereimtheiten und der überraschenden Wendungen, blieb mir gar nichts anderes übrig, als gebannt den emotionalen Erzählstimmen zu lauschen.

Kurz vorm Ende, laut Hörbuch-App Bookbeat bei 85%, bewies „Liebes Kind“ schließlich auch, warum man den Titel im Buchhandel bei den Thrillern und nicht bei den Romanen findet. Spannung zum Nägelkauen und ein rasanter Showdown mit unerwarteter Auflösung rundeten die Geschichte perfekt ab. Mich konnte Romy Hausmann tatsächlich überraschen. Mein absolutes Highlight in diesem Buch war jedoch der Epilog, der mich nochmals intensiv berührte und die unterschiedlichsten Emotionen in mir weckte.

Sollte der Hype rund um „Liebes Kind“ von Romy Hausmann bisher an euch vorbeigezogen sein, rate ich euch, so wie ich: besser spät als nie, doch noch zu diesem Buch zu greifen – am besten sogar direkt zum Hörbuch. Aufgrund der unterschiedlichen Perspektiven und der wunderbaren SprecherInnen sollte man diesen Thriller definitiv als Hörbuch genießen – soweit man im Zusammenhang mit der Geschichte überhaupt von „genießen“ sprechen kann.

Glücklicherweise habe ich vor wenigen Tagen die Ankündigung zu Romy Hausmanns zweitem Thriller entdeckt, auf den wir gar nicht mehr so lange warten müssen. „Marta schläft“ erscheint voraussichtlich am 24. April 2020 im Deutschen Taschenbuchverlag. Ich kann es kaum erwarten und freue mich schon jetzt auf den zweiten Streich der mit dem Crime Cologne Award 2019 ausgezeichneten Thrillerautorin.




W E I T E R F Ü H R E N D E   I N F O S

Hörbuch | 648 Minuten | erschienen am 01. März 2019 bei Hörbuch Hamburg | gelesen von Leonie Landa, Heikko Deutschmann und Ulrike C. Tscharre | ISBN 978-3-95713-152-2 | Coverquelle: Hörbuch Hamburg | Mehr über die Autorin bei Ankas Geblubber findet ihr ggfs.  HIER


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