Bloggen mit KI – Fluch oder hilfreiches Tool? Meine Erfahrungen als Buchbloggerin
KI-Tools wie ChatGPT, Gemini und Co. halten immer mehr Einzug in unseren Alltag. Egal, ob wir nach Rezepten suchen, eine Reise planen oder unseren Lebenslauf neu strukturieren möchten: KI kann helfen. Doch natürlich wird die Nutzung von KI-Tools auch kritisch betrachtet. Ich stelle mir heute die Frage, inwieweit Bloggende KI nutzen können und möchte meine persönlichen Erfahrungen zum Thema Bloggen mit KI mit euch teilen.
Was bedeutet KI eigentlich für Bloggende?
Der Begriff Künstliche Intelligenz (KI) ist derzeit in aller Munde, aber was bedeutet das konkret für uns Bloggende?KI kann beim Bloggen tatsächlich in unterschiedlichen Arbeitsschritten unterstützen. Sie ersetzt dabei nicht die eigene Stimme oder Kreativität, kann aber als praktisches Werkzeug im Hintergrund dienen.
Tools wie ChatGPT, Gemini, Perplexity, Claude oder andere KI-Anwendungen helfen beispielsweise dabei, Ideen für Blogartikel zu entwickeln, Texte zu strukturieren oder Überschriften zu formulieren. Auch bei der Suchmaschinenoptimierung (SEO) kann KI unterstützen, etwa indem sie passende Keywords vorschlägt oder hilft, Meta-Beschreibungen für Suchmaschinen zu verfassen.
Bloggende könnten KI als eine Art "digitale Assistenz" betrachten: Sie liefert Inspiration, hilft beim Sortieren von Gedanken und Daten oder berät in Sachen SEO. Den eigentlichen Inhalt und die persönliche Perspektive liefert jedoch weiterhin der Mensch. Gerade im Bereich der Buchblogs bleibt das besonders wichtig, denn eigene Leseeindrücke, Meinungen und Rezensionen lassen sich (zum Glück) nicht automatisieren.
Clever eingesetzt kann KI also vor allem eines: den Blogalltag effizienter machen, ohne dabei die individuelle Stimme eines Blogs zu ersetzen.
Wofür ich KI beim Bloggen nutze
Mir geht es weder darum, Bilder zu generieren noch Texte schreiben zu lassen. Ich sehe meinen Buchblog als meine verschriftlichen Gedanken. Da hat KI in Texten keinen Platz.
Trotzdem habe ich interessante Möglichkeiten gefunden, KI-Tools in meinen Blogalltag zu integrieren.
Ideen für neue Blogartikel finden
Normalerweise blubbert es stetig in mir. Ich habe eigentlich immer Ideen für Blogposts und entwickle unheimlich gern neue Formate. Manchmal lohnt es sich aber auch, die KI zu fragen, welche Formate es auf Buchblogs gibt, welche Themen eine gewisse Aktualität haben und gut zu meinem Blog passen würden.
Diese Möglichkeit nutze ich eher selten für meinen Blog, häufiger für Social Media, um aktuelle Trends übersichtlich zusammengefasst zu bekommen.
Aktuelles Beispiel
Zeitlich schaffe ich es einfach nicht, alle gelesenen Bücher schriftlich zu rezensieren. Deshalb habe ich ChatGPT kürzlich um eine Einordnung meiner gelesenen Bücher im Februar und März gebeten. Welche Titel eignen sich am besten für eine Rezension? Welche Rezensionen passen gut ins Gefüge meines Blogs und könnten auch für Suchende interessant sein? Nachdem ChatGPT ein Ranking erstellt hat, habe ich es mit meinem Gefühl verglichen und daraus resultierend meine Prio-Liste erstellt. Die Rezension geschrieben, zum Beispiel zu Das Signal von Ursula Poznanski, habe ich selbst.
Struktur für Blogposts erstellen
Aktuell absolviere ich eine Weiterbildung im Bereich Digital Marketing und mache unter anderem einen Deep Dive ins Thema SEO (Search Engine Optimization, also Suchmaschinenoptimierung). Obwohl ich schon so viele Jahre blogge, war SEO mir zwar ein Begriff, hatte für mich beim Schreiben meiner Posts aber keinerlei Relevanz. Jetzt stelle ich fest, wie spannend dieses Thema ist und was man mit Suchmaschinenoptimierung alles erreichen kann. Denn, lasst uns mal ehrlich sein: Gerade in Artikeln wie diesem oder in unseren Rezensionen steckt so viel Arbeit. Wie traurig ist es, wenn die fertigen Posts am Ende gar nicht gelesen werden?
Um von Google indexiert (und hoffentlich gerankt) zu werden, hilft es, wenn Blogposts eine klare Struktur haben. Eine KI wie ChatGPT kann solch eine "google-freundliche" Struktur vorschlagen, wenn man selbst noch zu wenig Erfahrung mit dem Thema hat.
Beispiel anhand dieses Artikels
Tatsächlich habe ich für diesen Artikel im Vorfeld eine KI befragt. Ich habe meine Idee für den Blogpost, die von mir stammt und nicht von der KI, geschildert und schlussendlich um eine Gliederung/Struktur gebeten, an der ich mich entlang schreiben kann. Nicht alle Gliederungspunkte empfand ich als sinnvoll, aber der erste Weg zu einer Grundlage war geschaffen.
SEO-Optimierung von (älteren) Blogposts
Das Thema SEO habe ich gerade schon angerissen. Ich finde es super spannend und bin im Zuge der Weiterbildung tiefer eingetaucht. Dabei habe ich auch SEO- bzw. Keyword-Tools kennengelernt. Google Search Console, der Google Keyword Planer oder auch SISTRIX bieten nicht nur SEO-Profis, sondern auch uns Bloggenden vielseitige Möglichkeiten. Um die Ergebnisse, die diese Tools liefern, einzuordnen, zu sortieren und zu schauen, wie ich die Erkenntnisse für meinen Blog nutzen kann, ist die KI durchaus hilfreich.
In den letzten Wochen habe ich zudem damit begonnen, ältere Blogposts mit Blick auf SEO zu überarbeiten. Die KI kann dabei eine Hilfe sein. Sie zeigt klar auf, wo Optimierungsbedarf ist und wo ich wie ansetzen kann. Wie passe ich die Struktur von Rezensionen, die auch heute noch relevant sind, an, um sie für Suchmaschinen wie Google attraktiver zu gestalten? Hierbei geht es mir größtenteils nicht um den Inhalt, sondern in erster Linie um die Struktur sowie um die passenden Meta-Beschreibungen für Suchmaschinen. Hinweise zu passenden Keywords greife ich auf oder auch nicht.
Aufbereitung von Daten
Hier entfernen wir uns ein bisschen von den "typischen" Inhalten eines Buchblogs. Für Rezensionen, Bookhauls, Lesemonate und Co. ist diese Funktion nicht wirklich relevant. Wenn es aber um aufwendige Recherchen zu einem bestimmten Thema geht, für das man viele, viele Daten gesammelt hat, kann KI dabei helfen, diese zu sortieren und sinnvoll aufzubereiten, sodass sie als verständliche Grundlage eines Artikels zur Verfügung stehen. Vor allem im Hinblick auf Zeitersparnis ein wichtiger Punkt.
Transkribieren von Audio- und/oder Videodateien
Das ist jetzt keine typische Aufgabe, die man ChatGPT überträgt, dennoch gibt es Tools, mithilfe derer man sich nach einem geführten Interview, das man aufgenommen hat, nicht mehr die Kopfhörer aufsetzen und alles mühevoll abtippen muss. Zum Beispiel bietet Word eine solche Funktion. Natürlich geht es nicht darum, das transkribierte Interview 1:1 und genau so auf den Blog zu setzen. Die Qualität ist nicht perfekt, sodass man für die Post-Produktion ausreichend Zeit einplanen sollte. Trotzdem ist auch hier wieder eine schnelle Basis geschaffen, ein zeitaufwendiger Zwischenschritt kann mithilfe dieser KI-Tools übersprungen werden.
Unterstützung bei Social Media
Im Bereich Social Media habe ich KI-Tools bislang für Ideenfindung und Trend-Recherchen genutzt, wobei ich noch keine Ideen 1:1 umgesetzt habe. Meine Social Media Accounts leben nicht von Trends – diese sind mir meist zu flach. Ich bin einfach eine Content-Maus und möchte Inhalte liefern. In einem Workshop im beruflichen Kontext habe ich gelernt, dass sich zum Beispiel ChatGPT ganz gut dafür eignet, ganze Skripte für Reels und Tiktoks vorzubereiten (samt Regieanweisungen), doch für mich ist das nichts. Einen weiteren Tipp konnte ich aus dem Workshop mitnehmen: KIs wie ChatGPT können helfen, die Instagram-Bio zu optimieren. Das sind dann Kleinigkeiten, die eher nicht-Social-Media-affinen Menschen eine Hilfe sind.
Wofür ich KI bewusst NICHT nutze
KI kann als digitale Assistenz dienen und in gewissen Bereichen die Arbeit erleichtern bzw. effizienter gestalten. Was sie hier bei Ankas Geblubber jedoch nie machen wird, ist
- Rezensionen schreiben: Mein Blog, meine Meinung, meine Inhalte, meine Stimme.
- Sonstige Texte verfassen (s.o.)
- Texte überarbeiten, damit sie "schöner/besser" klingen
- andere kreative Inhalte wie Bilder, Videos und Audios generieren
- meinen Content bestimmen oder vorschreiben
Kann KI Rezensionen schreiben?
Beim Brainstormen zu diesem Artikel ist auch unweigerlich dieses Thema aufgeploppt. Tatsächlich ist das eine spannende Frage und ich würde mich riesig über eure Meinung in den Kommentaren freuen. KI kann sich Inhalte aus dem Internet ziehen, die zu einem Buch zu finden sind, sie kann diese strukturieren und sprachlich ansprechend formulieren. Doch das macht keine Rezension aus. Es ist vielmehr eine Buchvorstellung, die wahrscheinlich eher an der Oberfläche kratzt. Meiner Meinung nach leben Rezensionen zum einen von persönlichen Leseeindrücken, zum anderen von Emotionen.
Ja, mit ausführlichen Prompts, die nicht nur Hinweise zur sprachlichen Gestaltung und Ausdrucksweise enthalten, sondern auch Details zur eigenen Meinung, lassen sich sicherlich auch mithilfe von KI glaubwürdige Rezensionen verfassen. Die Prompts müssen dann aber so ausführlich und personalisiert sein, dass man die Rezension in der Zeit, die man für das Ausformulieren der Prompts nutzt, auch selbst schreiben kann.
Chancen und Risiken von KI für Bloggende
KI eröffnet uns Bloggenden viele neue Möglichkeiten. Gleichzeitig gibt es Punkte, die wir weiterhin kritisch betrachten sollten.
Chancen von KI beim Bloggen
KI kann den Bloggenden-Alltag hier und da erleichtern und sogar kreative Prozesse unterstützen.- Ideenfindung für Blogposts (Wenn einem die Themen ausgehen, kann KI neue Perspektiven oder Artikelideen vorschlagen.)
- Unterstützung bei der Struktur (Gerade bei längeren Artikeln wie beispielsweise diesem hier, kann KI dabei helfen, schon vorab eine sinnvolle Gliederung zu entwickeln.)
- SEO-Unterstützung (KI kann Vorschläge für Keywords, Meta-Beschreibungen oder Überschriften liefern, wenn man selbst zu wenig in der Materie drinsteckt.)
- Zeitersparnis bei der Aufbereitung von Daten (KI kann Inhalte zusammenfassen, gesammelte Daten sinnvoll sortieren und aufbereiten und ist eine gute Unterstützung beim Transkribieren von Audio-Dateien.)
Risiken und Grenzen von KI beim Bloggen
So hilfreich KI sein kann, sie hat auch klare technische und moralische Grenzen.- Texte wirken schnell generisch (Ohne eigene Überarbeitung klingen viele KI-Texte austauschbar und sind als KI-Texte erkennbar. Wenn sie genutzt werden, sollten sie klar als solche gekennzeichnet werden.)
- Fehler oder falsche Informationen (KI ist fehlerbehaftet, kann Inhalte erfinden, ohne dabei rot zu werden, oder Fakten ungenau wiedergeben.)
- Verlust der eigenen Blogstimme (Wenn Texte KI-generiert sind, geht die eigene, persönliche Perspektive und Stimme verloren.)
- SEO-Risiken bei massenhaftem KI-Content (Auch etwas, das ich in meiner Weiterbildung im Digital Marketing gelernt habe: Suchmaschinen legen zunehmend Wert auf Originalität, Erfahrung und Echtheit.)
- Ansehen bei der Stamm-Leserschaft (KI wird nach wie vor in einigen Bereichen verteufelt, insbesondere wenn es um Kreativität und Persönlichkeit geht. KI-generierte Texte müssen/sollten als solche gekennzeichnet werden, was bei Leser*innen trotz der Transparenz nicht gut ankommen könnte.)
Mein Fazit: Bloggen mit KI – Fluch oder hilfreiches Tool?
Nach meinen bisherigen Erfahrungen sehe ich KI beim Bloggen weder als Fluch noch als Wundermittel. Für mich ist sie vor allem eines: eine Assistenz. Richtig eingesetzt kann sie den Bloggenden-Alltag erleichtern, indem sie vorrecherchiert, Strukturen vorschlägt oder bei der Suchmaschinenoptimierung unterstützt. Gerade bei organisatorischen oder technischen Aufgaben kann sie Zeit sparen.
Gleichzeitig bin ich überzeugt, dass ein Blog nur dann wirklich lebt, wenn er von der Persönlichkeit der Person dahinter geprägt ist. Rezensionen, Leseeindrücke und Meinungen lassen sich nicht automatisieren. Und genau diese Beiträge sind es doch, die Buchblogs ausmachen. Buchblogs werden nicht gelesen und abonniert, weil sie perfekt formulierte Texte enthalten, die zudem eher für Google geschrieben sind, als für Menschen. Nein, ich folge Blogs, weil ich es liebe, die Begeisterung anderer Leser*innen für Bücher aus den bunten, individuellen und liebevollen Texten herauszulesen und zudem um die Person hinter dem Blog näher kennenzulernen.
Für mich bedeutet KI beim Bloggen nutzen deshalb vor allem: bewusst auswählen, wo sie hilfreich ist und auch klar entscheiden und kommunizieren, wo sie keinen Platz hat. Praktische Unterstützung nutze ich gern. Dennoch bleibt mein Geblubber eben mein Geblubber. Meine Gedanken, meine Kreativität, meine Stimme und meine Leidenschaft für Bücher, die ich mit euch teile.
Wie steht ihr zum Thema KI beim Bloggen? Nutzt ihr sie bereits oder haltet ihr bewusst Abstand davon?

Schönen guten Morgen!
AntwortenLöschenDa hast du ein interessantes und aktuelles Thema aufgenommen :) KI ist ja aus dem Alltag wirklich nicht mehr wegzudenken, vor allem weil sie ja schon in viel mehr drinsteckt, als uns bewusst ist.
Ich selber nutze sie indirekt, wenn ich google etwas frage. Da ploppt ja jetzt sowieso schon immer oben die KI Antwort auf, die sich praktischerweise aus den zig Trillionen Seiten die Antwort herauspickt. Meist reicht mir das schon, weil ich da keine so tiefsinnigen Fragen stelle :D
Praktisch finde ich es auch für Behördenschreiben. Früher ging mir das leichter von der Hand - mittlerweile mache ich das oder brauch ich das nur noch selten und ja, da bin ich manchmal tatsächlich zu faul, eine halbe Stunde an 3 Sätzen rumzubasteln und lass mir das "schnell" ausformulieren.
Für den Blog möchte ich KI nicht nutzen. ABER es hat schon 1-2 mal eine Ausnahme gegeben.
Ich hab ja schon zwei Beiträgen für Genres -> Untergenres geschrieben und der nächste Beitrag, der sich um die Science Fiction dreht, hat mich ziemlich Nerven gekostet. Obwohl ich schon regelmäßig in dem Genre lese, kenne ich mich nicht so gut damit aus und hab viel gegoogelt und gesucht - das war am Ende so viel, dass ich komplett die Übersicht verloren hab und mir dann mit der KI eine Auflistung erstellen hab lassen, damit ich irgendwie eine Struktur reinbringen kann.
Hätte ich natürlich selber machen können, was mir aber noch mehr an Zeit gekostet hätte. Da war ich dann schon froh, weil in meinem Kopf wirklich nur noch alles geschwirrt hat xD
Die KI zu fragen, welche Rezensionen zu Büchern "Sinnvoll" oder "interessant" sein könnten wäre nichts für mich. Ich schreibe Rezensionen zu den Büchern, zu denen ich etwas zu sagen habe. Ob das andere gerade interessiert ist da für mich nicht relevant. Natürlich freut es mich wenn sie gelesen / kommentiert werden, aber am Ende schreibe ich sie auch für mich um die Geschichten zu reflektieren. Ob die Bücher grade im Trend oder Interesse liegen ist mir da ehrlich gesagt egal :)
Zur Ideenfindung kann es vielleicht nützlich sein, aber da hab ich keinen Bedarf. Vielleicht ändert sich das irgendwann mal, aber momentan möchte ich dazu hier noch nicht auf eine KI zurückgreifen.
Vielen Dank auf jeden Fall für deinen interessanten und ausführlichen und offen-ehrlichen Artikel!
Liebste Grüße, Aleshanee
Wow, du hast viel dazu geschrieben. Vielen Dank dafür. Das muss ich mir nach und nach durchlesen. Bin bis zur Hälfte gekommen.
AntwortenLöschenIch hab letztens das erste Mal die KI bei einer Bewerbung ausprobiert.
Liebe Grüße
Kathrin