Das Signal von Ursula Poznanski – Worum geht es im neuen Psychothriller und lohnt er sich?

Das Signal, Ursula Poznanski, Rezension

Das Signal von Ursula Poznanski – Worum geht es im neuen Psychothriller und lohnt er sich?

Mit ihren spannenden Thrillern zählt Ursula Poznanski zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Spannungs-Autorinnen. In ihrem neuesten Psychothriller Das Signal erzählt sie eine beklemmende Geschichte über Vertrauen, Misstrauen und die Möglichkeiten moderner Technik.

Der Thriller lässt sich dem Subgenre Domestic Noir zuordnen: Statt klassischer Ermittlungen rund um eine Bedrohnung von außen steht hier das private, häusliche Umfeld im Mittelpunkt. Beziehungen, Geheimnisse und eine Bedrohung, die in den eigenen vier Wänden zu lauern scheint. 

Gleichzeitig spielt auch digitale Überwachung eine Rolle, denn Smartphones, Tracking-Apps und Co. können mehr über uns verraten, als uns manchmal lieb ist. Besonders spannend wird es, wenn sie gegen uns verwendet werden ...

Doch wie spannend ist Das Signal wirklich? In meiner Rezension erzähle ich euch, worum es im Buch geht, was mir gefallen hat und für wen sich der Thriller besonders lohnt.

Worum geht es in Das Signal von Ursula Poznanski?

In diesem Domestic-Noir-Thriller durfte ich die Architektin Viola begleiten, die bei einem Unfall ein Bein verliert. Nach einem längeren Krankenhausaufenthalt kommt sie zurück nach Hause und wird von ihrem Ehemann liebevoll umsorgt. Er hat sogar eine Pflegekraft engagiert, die 24/7 für Viola da sein soll. Mit dem barrierefreien Ausbau des gemeinsamen Hauses hatte er es jedoch nicht so eilig. Als immer wieder Dinge aus Violas Nähe verschwinden, beginnt sie, diese mit kleinen Trackern zu versehen, um sie orten zu können. Es bleibt aber nicht bei Gegenständen ...

Meine Meinung zum Psychothriller Das Signal

Ich lese die Bücher von Ursula Poznanski unheimlich gern. So habe ich mich auch sehr auf ihren neuen Thriller Das Signal gefreut. In diesem Fall habe ich das Hörbuch, gelesen von Tessa Mittelstaedt, gehört.

Beklemmende Atmosphäre und eine starke Protagonistin

Die Atmosphäre, die Ursula Poznanski in ihrem Psychothriller erschaffen hat, wirkte auf mich sehr beklemmend.Violas Welt besteht plötzlich aus lauter Hindernissen, die sie als toughe Frau nicht mehr selbstständig bezwingen kann. Fortan ist sie auf Hilfe angewiesen, kommt nicht allein von A nach B und muss sich in Geduld üben.

Auch wenn Viola mit dieser neuen Situation zu kämpfen hat, ist sie eine unheimlich starke Protagonistin, für die Selbstaufgabe keine Lösung ist. Gebannt habe ich verfolgt, wie sie entschlossen in der Geschichte voranschreitet, smarte Schlussfolgerungen zieht und immer aktiv bleibt.

Der Großteil der Geschichte spielt sich in Violas und Adams Haus ab und auch der Garten sowie der eingestürzte Weinkeller spielen eine Rolle.

Die Story hat mich durchweg gefesselt, ohne mir dabei jedoch den Atem zu rauben. Der Grusel und die Spannung sind die ganze Zeit spür-, jedoch nicht greifbar, was mir auch sehr gut gefallen hat. 

Auch sämtliche Figuren, die Ursula Poznanski an Violas Seite geschrieben hat, haben zur Spannung beigetragen und mich beim Hören immer wieder zweifeln lassen. Violas Ehemann Adam scheint alles für seine Frau zu tun, doch Viola selbst hegt ziemlich schnell erste Zweifel. Paranoia oder leise Vorahnung? Die Darstellung der ruppigen und wortkargen Pflegekraft fand ich sehr interessant. Sie wirkt von Anfang an verdächtig und unsympathisch – wie die personifizierte Bedrohung, die sich Adam und Viola ins Haus geholt haben. 

Moderne Technik als Gefahr: Tracking und digitale Spuren

Nicht nur in ihren Jugendthrillern setzt sich Ursula Poznanski mit den Vor- und Nachteilen moderner Technik auseinander, auch in ihren aktuellen zwei Psychothrillern thematisiert sie diese. Während sie in Die Burg die Kontrolle an eine KI abgibt, kommen in Das Signal Tracker zum Einsatz. 

Nachdem immer wieder Dinge aus Violas Reichweite verschwinden, kommt sie auf die Idee, zum Beispiel ihre Krücken mit einem Tracker zu versehen. So kann sie sie über ihr Tablet orten und weiß, wo diese deponiert worden sind. Interessant wird es, als sie damit beginnt, auch den Menschen in ihrem Umfeld Tracker unterzujubeln. Welche besorgniserregenden Beobachtungen sie dabei macht, solltet ihr selbst herausfinden.

So stellte ich schnell fest, wie nützlich diese modernen Technologien sind, gleichzeitig macht Ursula Poznanski auch ihre Schattenseiten sichtbar. (Digitale) Überwachung scheint heute so einfach wie nie und für jede Person möglich. Eine gruselige Vorstellung, oder?

Für wen lohnt sich Das Signal?

Wer auf einen actiongeladenen Thriller mit unzähligen Plottwists hofft, könnte enttäuscht werden. Wenn ihr aber
  • generell Fans der Bücher von Ursula Poznanski seid,
  • euch gern mit neuen Technologien beschäftigt,
  • ihr eine beklemmende Atmosphäre einem actiongeladenen Plot vorzieht,
  • ihr auf psychologische Spannung steht,
  • ihr Domestic-Noir-Thriller à la Hitchcock mögt,
  • und ihr eine starke Protagonistin verfolgen wollt,
... dann ist Das Signal der richtige Buchtipp für euch.

Mein Fazit

Für mich sind die Bücher von Ursula Poznanski ein Garant für großartige, fesselnde Unterhaltung. Auch mit ihrem neuen Psychothriller Das Signal – übrigens sehr packend gelesen von Tessa Mittelstaedt – hat sie mich wieder überzeugt.

Ich mochte es, dass die klassische Spannung in den Hintergrund rückt. Sie ist durchgehend spür- wenn auch nicht sichtbar bzw. erst später. Die Sprecherin Tessa Mittelstaedt hat sicher dazu beigetragen, dass ich der Geschichte und Viola gebannt gefolgt bin. Es fiel mir schwer, das Hörbuch zu pausieren.

Auch wenn Das Signal für mich kein Spannungs-Highlight war, hat mich der Psychothriller auf anderen Ebenen gefesselt und begeistert.

Lohnt er sich? Aber natürlich! Ich wünsche euch eine unheimliche Lese- oder Hörzeit!

Das Signal, Ursula Poznanski, Hörbuch

Weiterführende Infos zum Buch

Hörbuch | 10 Std 45 min | erschienen im Februar 2026 im argon Verlag | ISBN: 978-3-8398-2215-9 | gelesen von Tessa Mittelstaedt

Das Buch ist bei Droemer Knaur erschienen.

Hier findet ihr mehr über Ursula Poznanski bei Ankas Geblubber. Ich empfehle ich zum Beispiel meine Rezension zu Shelter, meine Rezension zu Fremd und mein Blubber-Spezial zur Thrillernacht mit Ursula Poznanski, Sebastian Fitzek und Arno Strobel.

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