Orcasommer von Sabine Giebken: Ein bewegendes Jugendbuch über Orcas, Meeresschutz und die Rettung eines Wals
Orcasommer von Sabine Giebken: Ein bewegendes Jugendbuch über Orcas, Meeresschutz und die Rettung eines Wals
Warum Geschichten über Wale gerade so berühren
Worum geht es in Orcasommer?
Svenja sitzt im Flugzeug und fragt sich, welche fixe Idee sie geritten hat, als sie zugestimmt hat, die Ferien bei ihrem Vater in Kanada zu verbringen. Allein fliegt sie in ein fremdes Land zu einem fremden Mann, der zwar ihr leiblicher Vater ist, den sie aber bisher nie persönlich kennengelernt hat.Doch dann kommt alles anders.
Ein kleiner Orca verirrt sich in die Bucht von Solitary Cove und Svenja scheint eine besondere Bindung zu ihm zu haben, schließlich ist auch er ganz allein. Welche Konsequenzen das Auftauchen dieses Wals für Svenja aber auch für die Bewohner von Solitary Cove hat und warum der junge Orca nicht wieder verschwindet, solltet ihr selbst herausfinden.
Ein Jugendbuch über Orcas, Natur und Meeresschutz
Ab Seite 1 hatte ich einen Draht zu Svenja und konnte ihre Angst im Flugzeug total nachempfinden. Auch ihre Enttäuschung und schließlich ihre Verzweiflung während ihrer ersten Tage in Solitary Cove übertrugen sich schnell auf mich.
Obwohl ich ein sehr naturverbundener Mensch bin, hätte ich mich in ihrer Situation ebenfalls unwohl gefühlt. Die ablehnende Haltung von Svenjas Vater und der kaum vorhandene Kontakt zur Außenwelt (Handyempfang ist nur auf dem „Bärenfelsen“ ausreichend) laden nicht unbedingt zum Wohlfühlen und Verweilen ein.
Erst als der kleine Orca auftaucht, ändert sich die Stimmung. Fast schon magisch fühlt sich Svenja zu ihm hingezogen.
Ich fand es großartig, wie es der Autorin Sabine Giebken gelungen ist, spannende und interessante Fakten rund um Orcas und Wale in die Geschichte einzuflechten. Tatsächlich konnte ich viel aus diesem Buch mitnehmen, ohne dabei die Geschichte aus den Augen zu verlieren.
Die magischen Begegnungen mit Solo haben mich immer wieder berührt und zugleich fasziniert.
Die Charaktere: Zwischen Familienkonflikt und neuer Freundschaft
Sowohl die Haupt- als auch die Nebencharaktere empfand ich als sehr „lebensecht“. Ich mochte die Bewohner und Bewohnerinnen von Solitary Cove, allen voran natürlich den wortkargen Brummbär Matt, dem von heut auf morgen eine Teenager-Tochter vor die Tür gesetzt wird.Orca Solo: Wie hilft man einem Wal?
Im Mittelpunkt steht natürlich der kleine Orca Solo, der in diesem Buch viele Wal-Schicksale vertritt und auf sie aufmerksam macht.
Sabine Giebken führt ihre Leserinnen und Leser ganz dicht an dieses faszinierende Tier heran. Ist es nicht unglaublich, einem so großen und zugleich sensiblen Meeresbewohner so nah zu kommen? Ihn sogar berühren zu können?
Nicht nur Svenja ist hin und weg – ich war es auch.
Doch… ist das richtig?
Mir hat es unheimlich gut gefallen, wie unbedarft und teilweise auch naiv die Autorin ihre Protagonistin Svenja an diese Fragen herangehen lässt. Ihre Hin- und Hergerissenheit, ihr Hinterfragen, ihr Zurückrudern, ihre Zweifel und ihre Liebe für dieses Tier haben sich auf mich als Leserin übertragen.
Es ist so wichtig, dass sich (junge) Leserinnen und Leser mit diesem Thema und den gleichen Fragen auseinandersetzen. Aufklärung ist ein zentraler Schritt im Umweltschutz und genau diese Aufklärung liefert die Autorin.
Walrettung und Verantwortung: Was ist das beste für den jungen Wal?
Besonders spannend wurde es bei Fragen rund um Solos Zukunft.
Natürlich ist uns allen klar, dass man wilde Tiere nicht einfach einsperren sollte. Aber kann man das so pauschal sagen?
Solo ist allein, getrennt von seiner Familie und wird nun von vielen Schaulustigen bedrängt. Wie kann man seine Unversehrtheit gewährleisten?
Der kleine Orca ist neugierig, verspielt und schwimmt von sich aus auf die Menschen zu, sucht den Kontakt. Die Touristen sind ganz aus dem Häuschen.
Hier ein Selfie mit dem Wal, dort schnell eine Hand ins Wasser gehalten, um ihn zu berühren.
Doch ist das wirklich harmlos oder vielleicht sogar gefährlich für das Tier?
Was kann man tatsächlich tun, um einen verirrten Wal zu schützen?
Fazit: Ein bewegendes Jugendbuch über Orcas, den Schutz der Meere und Menschlichkeit
Ich empfehle euch, die Antworten auf diese Fragen in diesem über 400 Seiten starken Jugendroman selbst zu entdecken.
Für mich zählt Orcasommer zu meinen Lese-Überraschungen in diesem Jahr. In der Geschichte steckt wesentlich mehr, als man vermutet, wenn man den Klappentext liest.
Ein tolles, wichtiges und zugleich kurzweilig-unterhaltsames Jugendbuch über Orcas, Meeresschutz und Verantwortung, mit einer wunderbaren Botschaft, liebevollen Charakteren, einer berührenden Vater-Tochter-Geschichte und einem sehr naturverbundenem Setting.





Hallo liebe Anka,
AntwortenLöschendieses Buch hatte ich vor langer Zeit auch mal im Blick. Ich freue mich daher sehr, dass du gerade eine Rezension dazu veröffentlicht hast. Der Magellanverlag hat mich schon oft mit der Art seiner Geschichten überraschen können. Gerade, weil diese oft eine Richtung einnehmen, die man anfangs nie vermutet hätte.
Es freut mich, dass auch dieses Buch so viel Tiefe zeigt und auch wichtige Themen aufgreift.
Du hast meine Neugierde definitiv nochmal geschürt.
Vielen Dank für diesen informativen Beitrag.
Ganz liebe Grüße
Tanja :o)
Liebe Tanja,
Löschenich freue mich sehr über deinen Blubberbesuch. Toll, dass ich dich neugierig machen konnte. Ich habe das Buch vor Ewigkeiten gelesen, denke aber noch gern daran zurück. Vor allem in der aktuellen Medien-Debatte rund um "Hope" ist mir "Solo" wieder eingefallen. Es gibt da die ein oder andere Parallele im Verhalten der Menschen *räusper*
Falls du zum Buch greifen solltest, wünsche ich dir eine tolle Lesezeit.
Liebe Blubbergrüße
Anka